Hallo! Ich nehme gerade eine Ballade auf und hätte gerne einen richtig fetten aber unaufdringlichen Keyboardsound. Ich bin nur noch nicht so richtig dahintergestiegen worauf es dabei ankommt. Wie kann mann einen fetten Sound erhalten ohne das es matscht? Kann mir da jemand mal ein paar Tips geben? Wir arbeiten mit nem Motif von Yamaha. MFG Sebastian
Hallo Sebastian, der Keyboardsound soll unaufdringlich wozu sein? Zum Schlagzeug, zum Gesang? Und "richtig fett" ist ja ein deutlicher Widerpruch zu unaufdringlich. Alles hängt immer vom Mischungsverhältnis untereinander ab. Man muss sich immer fragen: Mischungsverhältnis wogegen? Ein Keyboard alleine macht's nicht. Zu laute Drum macht Keyboard schwach, zu lautes Keyboard deckt Schlagzeug ab und an die Textverständlichkeit des Sängers ist sicher auch noch etwas zu denken. Ballance is the trick. Darum heißen die englischen Menschen die am Mischpult (nicht am Computer!) mit ihren Ohren arbeiten, nicht umsonst "ballance engineers". Die benutzen auch dazu kräftig und gekonnt EQing mit viel Erfahrung. Ballance is the trick - auch für Sebastians Ballade.
Hi, wenn es bei Synthesizern um das Adjektiv 'fett' geht, handelt es sich meist um mit Sägezahnwellen aufgebauten sounds. Typische Vertreter der bekannten Sägezahnflächen sind die Streicherklänge aus dem Roland Jupiter-8, gebraucht in unzählbaren 80'er und späteren Popstücken. Auch der Oberheimklang von Europe's Final Countdown ist ein Sägezahn. Beim Motif kenne ich mich zwar nicht aus, aber es gibt sicherlich die Möglichkeit, eigene Klänge mit den benötigten Grundklängen aufzubauen. In diesem Falle also suchen nach den Sägen. Gr. Dirk P.S.: nicht böse gemeint, aber balance engineer schreibt man mit einem L
Fett kann etwas nur dann sein, wenn es nicht durch andere Sachen überdeckt wird. D.h. ein basslasstiger Sound (z.B. Keyboard) wird durch einen noch bassigeren Sound (z.B. Bass) dünner. Eins von beiden gewinnt immer. Ist das Keyboard zu fett, wird der Bass dünner etc. Mit unaufdringlich meinst du sicherlich, dass es nichts anderes niedermacht. Also nur noch dort ist (frequenzmässig) wo sich nichts anderes sonst abspielt. Da musst du probieren. Je perkussiver ein Sound ist desto fetter kann er sein. Also eine Kurze tiefe Bassdrum macht nicht so dicht wie ein langer Basston. Pianosounds weniger als Stringsounds usw.
Danke Dirk F, wieder was dazugelernt: "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. "balance engineer" schreibt man nur mit *einem* L. Jetzt weiß ich es für immer!
Hallo, das Thema "Volumenmischung" ist ja schon angeklungen: was muss wogegen lauter oder leiser gemacht werden - typisch "Maskierung". Die dazu notwendigen Regler sind die Kanalfader. Das Thema "Frequenzmischung" ist auch schon angesprochen worden, z.B. mit dem Stichwort "EQing". So können einzelne gleichzeitig spielende Quellen durch EQ´s in deren speziellen Frequenzbereichen hervor- UND in anderen Bereichen abgesenkt werden, dass das Ohr beides deutlich voneinander unterscheiden kann. Die dazu notwendigen Regler sind die EQ´s, häufig gemeinsam mit den Kanalfadern. Das dritte Thema, "Zeitmischung", ist kein reines Tontechnikerthema, wie z.B. "kurze, percussive Bassdrum verdeckt weniger als Breitwand Keyboardsound", sondern durchaus auch ein Thema des Arrangements. So können breitwandige Gitarren- und Keyboardsound trotzdem noch genug Luft auch für dünne Stimmen lassen, wenn nicht immer alles gleichzeitig spielt. Übrigens gewinnen dadurch auch dünne Stimmen an "Fülle" und "Volumen". Ich weiß nicht, welche Mischpultregler hier maßgeblich verantwortlich sind. Ich würde neben dem Arrangement eher bei der Mikrofonierung und bei den Dynamics suchen. Weitere Möglichkeiten finden sich unter Ausnutzung der Psychoakustik. Wenn der Grundsound stimmt, fülle ihn mal mit ER auf. Das bringt wenig Pegelerhöhung aber viel Präsenz und Direktheit. (und je nach Delayzeit kleine oder größere Räume) Versuchs auch mal mit Chorus, das zieht die Quelle etwas in die (geometrische) Breite. Hall drückt die Quelle eher in den Hintergrund und kann durchaus auch Spielfehler verdecken. ... Welche Mischungsmöglichkeiten gibt´s noch? Viele Grüße Wolfgang
Der Vollständigkeitshalber: Panoramamischung. Allerdings wird das meist durch nichtideale Anhörung zunichte gemacht. Also eigl. nicht wirklich brauchbar um Verdeckungen zu vermeiden.
Hallo, entschuldigung - mit ER hatte ich tatsächlich die Early-Reflections gemeint. Die frühren Reflektionen sind in Echt die von nahen Wänden reflektierten Direktschallwellen der Quelle. Sie bestimmen im Wesentlichen die Raumgröße und -beschaffenheit. Erst danach kommt die eigentliche Hallfahne, die reinen ungerichteten Diffusschall enthält. Wenn man mit einem digitalen Hallgerät nur die Early Reflections erzeugt, verhindert man den "zuschmierenden" Diffusschall, erhält dafür aber eine kaum pegelerhöhende Präsenz und Direktheit des Originalsignals. Oft eingesetzt beim Schlagzeug, z.B. Snare. Ich meine sogar, schon mal ein Effektgerät gesehen zu haben, auf dem ein ER-Programm als Snare-Room betitelt war. Beste Grüße Wolfgang
Hi - "Fett" aber "unaufdringlich" - das werden 10 Leute in 17 verschiedenen Arten interpretieren, da es hier in den Musikstil, Sound und Arrangement hineingeht. Z.B. höre ich grade STEPPENWOLF-Aufnahmen von 1968. Dort ist das Keyboard, d.h. die Hammondorgel "fett" und "unaufdringlich". Hammond: - leicht angezerrt - über Leslie-Box geschickt + mikrofoniert - hart nach R gepannt - so EQt, daß sie alleine wahrscheinlich nach Telefon klingen würde KLINGT ABER INSGESAMT FETT und zugleich dünn genug, um allem anderen genug Fettheit zu lassen. Das mal als meine Interpretation. Michael