Hallo! Dank eines zu kleinen Mischpultes hab ich eine Frage zum Thema Submixing. Kann man die Mikros der beiden Bassdrums mit einem Adapterkabel zusammen an einen Mischpultkanal anschließen, oder muß ich einen Submixer verwenden? Peter
Nein! Niemals mehr als 1 einziges Mikrofon an einen Kanal anschließen. Jegliche Parallelschaltung oder Reihenschaltung von Mikrofonen ist eine Schusterlösung. Nimme 2 Kanäle oder einen Submixer.
Hallo Peter, wieder einmal fehlt für eine erschöpfende Antwort etwas mehr an Hinweisen. Welche Mikrofontypen hast du denn an deinen beiden Bass Dums? Elektret-, Phantomspeisung-, Bandchen- oder dynamische Mikrofone? Anderfalls muss ich einfach problemlos und ohne wenn und aber antworten: Du darfst nie zwei Mikrofone parallel schalten und musst immer einen Submixer nehmen. (Auch wenn ich schon mal bestimmte (!) Mikrofone parallel geschaltet habe.)
Also da muss ich wiedersprechen (wenn absolut keine Möglichkeit eines Submixers besteht). Man muss sich doch die Frage stellen, was hinterher das kleinere Übel ist: Nur eine BD aufgenommen oder beide halbwegs. Das ist doch ungefähr so, als würde man zum Kuchenbacken zu wenig Backpulver haben und dann noch nicht mal den Rest Backpulver einrühren, weil es ja heißt: "Niemals mit zu wenig Backpulver backen." Gibt noch viel mehr solche Sachen, die man niemals tun sollte, und trotzdem häufig vorkommen: Mikros an Line-Eingänge, CD-Player an Mikroeingänge, Cinch auf Klinke-Adapter, Gitarren über DI-Box, vollaufgedrehte Höhenregler weil die Hochtöner kaputt sind... wem noch mehr einfällt.
Nein , diesen Widerspruch kann ich nicht akzeptieren. Mikrofone parallel schalten ist die Physik mit Füßen getreten! Du kannst nicht 2 Spannungsquellen parallel schalten, die unterschiedliche Spannungen führen. Und dies ist bei Mikrofonen immer der Fall. Du kannst doch nicht beispielsweise zwei Mikrofone parallel schalten mit Innenwiderständen von 30 Ohm (und so niederohmig sind moderne Kondensatormikrofone), die schließen sich ja gegenseitig kurz, vor allem dann, wenn die Momentanwerte der Spannungen gegenphasig sind. Und bitte keinen Vergleich mit Backpulver und Kuchen etc. Das hat nichts mit Mikrofonen zu tun. Bleibe bitte sachlich! Ich bin in diesen Beziehungen sehr sehr pingelig und genau. Wer sowas macht wie: "Mikros an Line-Eingänge, CD-Player an Mikroeingänge, Cinch auf Klinke-Adapter, Gitarren über DI-Box, vollaufgedrehte Höhenregler weil die Hochtöner kaputt sind... " ist in meinen Augen ein Stümper und zeigt damit seine technische Unkenntnis! - Tut mir leid! Das geht dann weiter bis hin zum Schutzleiter abkleben und anderen Untugenden. Wir als Techniker sollten es besser wissen. In dieser Beziehung gilt bei mir die 0-Toleranzgrenze.
Das sehe ich nicht ganz so. Stümper ja, im Sinne von unprofessionell, weil es eben eiglich richtig ganz anders geht. Aber viele Sachen gehen als Provisorium eben doch! Z.T. Gefährlich wie beim Schutzleiter abkleben oft aber harmlos.
"Mikros an Line-Eingänge, CD-Player an Mikroeingänge, Cinch auf Klinke-Adapter, Gitarren über DI-Box, vollaufgedrehte Höhenregler weil die Hochtöner kaputt sind... " ist in meinen Augen ein Stümper und zeigt damit seine technische Unkenntnis! -
Wo ist das Problem? Wenn's geht und klingt. Dito. Das Problem sehe ich nun gar nicht. Wie sonst sollte man bei einem Professionellen Pult einen Consumer CD-Player einschleifen? Na holla? Wenn das schon verboten ist... Was denn? Direkt in den Mikroeingang? (Hint: cleane Gitarre klingt sehr sehr oft sehr gut so!) Wenn's nicht meine Anlage ist... Nö. Das ist Pramatismus. Wer mir eine Sch...-anlage vorsetzt, bei der man zu stümperhaften Mittel greift, muss eben damit leben...
DI-Box und Cinch auf Klinke klammern wir mal aus, das hat unser Carsten anscheinend nicht richtig gecheckt und ich war zu faul, es aus dem Zitat zu löschen. Aber alles andere sind und bleiben Schusterlösungen.
Sorry, aber bis auf "vollaufgedrehte Höhenregler weil die Hochtöner kaputt sind" (btw. was willst du machen wenn das mittem im Konzert passiert?) sind alles gängige Lösungen. Z.T. als Provisorium, wie das Mikro am Line-Eingang, mangels echter Mikroeingänge. Aber schau dir mal Schaltpläne von billigeren Pulten an. Da sind wirklich nur ein paar Rs der Unterschied von Line zum Mikrofoneingang. D.h. man hat eine Dämpfung drin und handelt sich eventuell eine Fehlanpassung ein wenn das Mikro zu hochohmig ist und die Verstärkung reicht nicht. Es gibt ein paar Freaks die durchaus ein TLM103 direkt an die Bandmaschine klemmen. (rec.audio.pro) Und alles andere ist auch bei Profies gängig. Da gibts ganz andere Stümpereien.
Hallo Thomas, Habe es grade an DirkF geschrieben, daß in den letzten Jahren sich leider auch in Profikreisen Unsitten breit gemacht haben (und das wird auch von verantwortungsvollen Fachleuten wie Jörg Wuttke [Schoeps] und Stefan Peus [Neumann] zu Recht beklagt), die wir als Ingenieure einfach nur als verwerflich erklären müssen. Wir sollten uns das nicht zum Vorbild nehmen. Was batürlich die Eingangsschaltung von billigen Pulten angeht - na ja... Da brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Wenn z.B. bei den bekannten Schaltungssimulationsprogrammen Spannungsquellen parallel oder Stromquellen in Reihe geschaltet werden bekommt man sofort Fehlermeldung. Dieser ellenlange Thread auf die Frage von Peter zeigt doch letztendlich, daß es viele einfach nicht genau nehmen mit fachmännischem Arbeiten. Grüße Rainer
Aber schau dir mal Schaltpläne von billigeren Pulten an. Da sind wirklich nur ein paar Rs der Unterschied von Line zum Mikrofoneingang.
[...] So etwas sieht man oft und nicht nur in den ganz billigen Pulten. Im Mackie 1202-VLZ z.B. geht "LINE IN" - über ein Dämpfungsglied - auf exakt denselben Op-Amp Eingang wie "MIC IN". Meine Erklärung: So gibt es keine Verpolung zwischen MIC- und LINE-Signal. Das wäre aber der Fall, wollte man LINE erst hinter der ersten Verstärkerstufe zuführen. Wieder mal ein Problem der unsymmetrischen Technik, mit Eingangsübertragern könnte man das elegant anders lösen, allerdings müsste man dann den Eingang der zweiten Verstärkerstufe umschalten können, damit bei Wahl von LINE-IN das Rauschen der ersten Stufe aussen vor bleibt. MfG -kln