unsymmetrische Profi-Mikros

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
bis jetzt dachte ich immer: symmetrisch=profi, unsymmetrisch)=semi
Aber dann kam www.dpamicrophones.com und verkündet die ultimative Lösung: Mikroleitung bis zum Vorverstärker unsyymetrisch, man spart sich (klangverfälschende) Übertrager, ob nun Trafo oder elektronisch.
???
verwirrt,
Martin
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Antwort#2
Das ist wie in der Politik zur Zeit.
Auch hier wird Geiz und Einsparung als Reform und was gutes deklariert.
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Antwort#3
na, bei den Preisen und Ruf von dpa, die haben sich sicher mehr dabei gedacht...
Gibt es da Untersuchungen dazu?
Radiohören mit den Mikros wäre ja auch nicht so prickelnd...
*g*
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Antwort#4
Glaub' nicht alles was da an Werbung verzapft wird. Wer heute noch glaubt, daß Übertrager den Klang verfälschen, hat noch nie gute Übertrager benutzt. Außerdem nutzt es nichts ein vermeintlich verschlechterndes Bauteil wegzulassen, wenn man andererseits sich dadurch wieder andere Qualitätsparameter verschlechtert. Die Physik schenkt einem nichts, das ist eine Binsenweisheit!
Unsymmetrische Technik ist keine perfekte Lösung!
MfG
Rainer
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Antwort#5
Hallo Martin,
ThomasT hat schon die Richtung klargemacht, wie überall um uns herum zu erkennen ist, wird eine gewinnoptimierende Einsparung des Herstellers immer lautstark als revolutionierende Verbesserung deklariert. Dazu wird harte Werbung mit vielen schönen Worten eingesetzt, damit das auch glaubwürdig wird.
Martin, bleibe bei deiner Vorstellung, dass im Prinzip symmetrisch = profi und unsymmetrisch = Heimtechnik bedeutet. Da kann selbst DPA nichts dran ändern. Lächerlich ist die ultimative Lösung: Mikroleitung bis zum Vorverstärker unsymmetrisch, man spart den Übertrager, der angeblich klangverfärbend ist.
Gruß
Jens
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Antwort#6
Martin,
das ist so, als wenn Dir einer bezüglich Funktechnik verklickern will, nimm einfach ein schon vorhandenes 75-Ohm Fernsehkabel, die Transformation auf die 50 Ohm vom TRX machst du einfach mit einem Antennenmatcher, und das sei sogar noch besser.
Viele Grüße
Michael
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Antwort#7
Hallo,
nicht nur dpa machet das so, auch die TLM (transformatorlosen) Mikros von Neumann sind signalmäßig betrachtet unsymetrisch, das Audiosignal wird nur auf eine Ader eingekoppelt, die andere ist über einen Wiederstand auf Masse gelegt und besitzt so die gleiche Impendanz gegenüber Erde, d.h die Symetriedämpfung greift auch hier. Es gibt einen Vortrag darüber, kann man auf der Neumannseite im Infopool als PDF anschauen:
Lecture by Stephan Peus and Otmar
Kern, AES AES 1993:
"Ein transformatorloses
Studio-Kondensatormikrophon",
ID: lect0009
Also so undiferenziert "unsymetrisch = unprofi" kann man das nicht betrachten.
Gruß Florian


Ein transformatorlo...
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Antwort#9
Hallo Ohrange,
nicht zu früh frohlocken.
Im AES-Artikel zum Mikrofon TLM170 von Neumann steht wörtlich:
Die Auskopplung des NF-Signals erfolgt auf nur eine Moduletionsader des Mikrophonkabels. Diese für das Nutzsignal unsymmetrische Betriebsart hat keine Nachteile, da beide Modulationsadern gleiche Impedanzen, bezogen auf 0 V bzw. Erde, besitzen. Dadurch werden Störsignale wie gewohnt durch die entsprechende Symmetriedämpfung erfaßt.
Messungen im Labor wie auch Versuche in unterschiedlichen Studios haben eine Störsicherheit des TLM 170 bestätigt, die dem Vergleich mit anderen Neumann-Mikrophonen standhält.
Wer das richtig lesen kann erkennt, dass natürlich die Modulationsadern der Mikrofonzuleitung sauber erdsymmetrisch sind und sein müssen, sonst funktioniert ja die Phantomspannung mit den beiden 6,8 kOhm-Widerständen nicht.
Die anständige Studiotechnik baut weiterhin auf symmetrische Leitungsverbindung bei langen Leitungen. Es ist undenkbar, dass Neumann vom Mikrofon zum Mikrofon-Vorverstärker unsymmetrische Heimnorm haben würde.
Na, dann ist ja die Welt weiter in Ordnung.
Martin, bleibe weiter bei deiner Vorstellung, dass im Prinzip symmetrisch = profi und unsymmetrisch = Heimtechnik bedeutet. Da kann selbst DPA nichts dran ändern. Lächerlich ist die ultimative Lösung: Mikroleitung bis zum Vorverstärker unsymmetrisch, man spart den Übertrager, der angeblich klangverfärbend ist.
Jogibär
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Antwort#10
Hallo,
so wars natürlich nicht gemeint, ich habe den Neumannartikel schon gelesen, steht ja auch explizit in meinem Posting, dass die LEITUNGSFÜHRUNG symetrisch ist, nicht aber das Signal. Auch ich möchte diese simple aber wirkungsvolle Möglichkeit der Störsignalunterdrückung nicht missen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass senderseitig (sprich im Signalerzeuger) auch transformatorlose Schaltungen denkbar sind (und zugegebenermaßen mit geringerem Materialeinsatz zu realisieren sind).
Empfängerseitig ist ja auf jeden Fall ein symetrischer Eingang notwendig, wenn ich die Störunterdrückung haben will, hier bin ich transformatorlosen Schaltungen ("servosymetriert") gegenüber aber kritischer, ein guter Übertrager ist hier nur mit einigem Aufwand zu ersetzten.
Und um es nochmal festzustellen: natürlich braucht es in einer professionellen Umgebung eine symetrische Verkabelung, aber die Audiosignale sind deswegen nicht immer auch symetrisch.
Das ist sie übrigens auch bei DPA so, zumindest bei den phantomgespeisten Mikrofonen, die wollen ja auch nicht die angeblich höhere Empfindlichkeit ohne Übertrager wieder durch einen höheren Störgeräuschpegel wegen des Kabels verschenken, ganz abgesehen davon, dass ich für die Phantomspeisung ein symetrisches Kabel brauche. Bei den nicht phantomgespeisten Messmikrofonen ist das wieder anders, die sind öfters mal unsymetrisch, auch in der Oberliga (ich denke da neben DPA an MTG), das hat aber andere Gründe.
Schlechtes Equipment wird aber auch durch ein symetrisches Kabel nicht zu gutem Equipment, was uns die Werbung im Niedrigpreissegment ("mit professionellem XLR Anschluss!!!!") weismachen will.
Gruß Florian
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