Hi, unter dem Aspekt betrachtet, dass die Qualität des Gitarrensignals an sich verbessert wird (weniger Störungen, gerade im Livebetrieb), finde ich das einen guten Ansatz. Auf der anderen Seite wird es wohl auch neue Fehlerquellen geben, die mit der neuen Technik zusammenhängen (Man stelle sich vor, die Gitarre liefe unter Windows: 'Dieser Ton wird wegen eines ungültigen Vorgangs beendet. Bitte wenden Sie sich an den Komponisten, wenn das Problem wieder auftritt... ;-) Wichtig ist dass die Gitarristen einfach und schnell damit zurechtkommen. Wenn das nicht der Fall ist, dann verschwindet diese Innovation genauso schnell wieder wie so manche andere auch (erinnert ein wenig an die 'Synth-Axe' aus den '80ern, nur nicht ganz so abgefahren). Was hinterher mit dem Signal (eigentlich: den Signalen) gemacht wird ist dann wieder Geschmackssache. Da sind soundmässig bestimmt abgefahrene Sachen möglich, abgesehen von der MIDIfizierung der Gitarre, die quasi nebenbei auch noch erledigt werden kann und weitere Möglichkeiten eröffnet. Fast beliebiges Transponieren sollte doch auch gehen, ein Lichtblick für unsere tiefergestimmten Freunde, die dann nicht mehr mit durchhängenden Saiten spielen müssten... Alles eine Frage der anschliessenden Rechenleistung, denn darauf wird es wohl hinauslaufen. Wer's braucht..., ich persönlich stehe nicht so auf '19"/Silizium-Gitarrensounds'.
hm... wenn schon digital, denn schon digital, oder http://www.sixandfour.de/html/line6/variax.htm halt ich aber auch nix von. ganz meine vorurteile pflegend, gehört hab ich beide noch nicht. ;)
Ich hatte schon die Gelegenheit ein Line6 Variaxe (im Prinzip dürfte die Gibson doch auch so ähnlich werden, oder ? )auszuprobieren. Mein Fazit: Vom Sound her ist es ähnlich, wie wenn ich ein POD oder eines seiner Derivate auf VOX AC 30 stelle. Die Charaktereigenschaften eines VOX werden zwar reproduziert und manchmal, für ein Demo ist es auch ausreichend. Was aber das wirklich große Manko an den digitalen Geräten, ganz speziell der Digitalgitarre(n) ist, ist die Latenzzeit. Gut, die aktuelle Digitaltechnik hat die Latenzeit schon auf sehr geringe Werte herabgesetzt (nicht mehr zu vergleichen mit frühen Midi-Gitarren - da war das spielen dank 100ms Verzögerung oft nur noch Guesswork...). Trotzdem hat man den Eindruck immer "vor dem Ton" herzuspielen, was dem Feeling und dem Spaß am spielen stark abträglich ist. Ich habe mal zum Spaß , nach dem Spiel mit der Variaxe eine "normale" Telecaster in die Hand genommen und direkt in einen Bassman gesteckt und waoo, was für ein Unterschied. Hier schien der Ton schon bevor ich ihn richtig gespielt hatte aus den Lautsprechern zu kommen - das macht Spaß und inspiriert enorm. Nach weiteren Versuchen habe ich die Digitalgitarre wieder zurückgegeben. Macht einfach keinen Spaß.
hi! Vielleicht werden durch die digitalen Gitarren die vintage Gitarren dann billiger irgendwann (Händereib :-), ich halte wenig davon, spiel lieber meine 69er LEs Paul Deluxe.... ich benutze auch so gut wie gar keine Gitarren-Effekte, und wenn man da nix drehen kann sondern rumprogrammieren muß ist das ja noch schlimmer cu Martin
ganz nette sache, aber seid mal ehrlich, wer will schon ne geile 69ger strat, die nicht ein bischen brummt und kracht,... ? ;-) ...vor allem ,wenn man bedenkt, das ein echter röhrenamp einfach noch lange deutlich geiler klingen wird als ein pod oder v-amp usw, und der brummt und rausch auch ein bischen. das gehört einfach zum leben einer gitarre. wo kommen wir da hin, wenn wir alles klinisch tot machen ? (interessantes auch hierzu vom gitarrenbauer teuffel, hier gibts ein modell, bei dem man mit 3 tasten brummen, wackler und rückkopplung "abrufen" kann,.. )