stromschlag

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
hi,
folgende situation: der sänger und gittarist meiner band hat einen schweren stromschlag erlitten als er mit der einen hand das pickup der gitarre und mit der anderen hand das mikrofon berührte. der strom ist ca. 4 sek. durch ihn durch geflossen. er hatte sogar eine verbrennung am finger.
später hab ich dann mit einem duspol 230V zwischen dem klinkenstecker und der erde der steckdose gemessen. das da die falschen sicherrungen eingebaut sind ist mir klar (altes, leerstehendes haus), aber wie kann das sein???
vieleicht kennt sich ja hier jemand mit strom aus.
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Antwort#2
Hallo sebbl,
mit solchen Situationen ist nicht zu spaßen. Erstens solltest Du kontrollieren, ob irgendjemand an einer Stelle den Schutzkontakt an einem Schuko-Stecker abgeklebt hat. Die ist nach wievor eine berüchtigte Variante, um Brummschleifen zu "beheben". Dies funktioniert ja auch meistens, kann aber, wie in diesem Fall fürchterlich nach hinten losgehen. Zweitens solltest Du kontrollieren, ob in allen Geräten der Schutzkontakt funktioniert, oder falls nicht vorhanden, nachgucken ob sich irgendwo ein Netzleitung gelöst und aufs Gehäuse gelegt hat. Wenn das gute Stück ein Röhrenverstärker ist, sollte man auch checken ob im Eingangsbereich alles in Ordnung ist. Durch einen evtl. defekten Koppelkondensator o.ä. könnte dies auch passieren. Auf jeden Fall, ALLE Geräte prüfen, am besten sofort reparieren, oder im Ernstfall Stecker abschneiden, damit nicht irgendjemand das Gerät wieder einsteckt. Eine ganz dämliche Variante wäre es, wenn in dem betreffenden Raum eine klassische Nullung (Null und Schutzleiter ist dieselbe Leitung) besteht. Vielleicht kann aber dazu jemand anderes aus dem Forum was sagen, da fehlt mir noch ein wenig der genaue Überblick.
Gruß
Markus
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Antwort#3
Sowas ist mir auch schon passiert. Zwar nicht tödlich und auch nicht schlimm aber kribbeln macht schon verdächtig. Auf jeden Fall ist meisten eine Unterbrochene Erde (Schutzleiter) mit im Spiel.
Richtig gefährlich wird es, wenn der Schutzleiter unterbrochen aber an irgendeiner Stelle Berührung mit Phase hat.
In meiner alten Wohnung mit Installation aus den 30er Jahren (mittlerweile ist die aber auch saniert) und 2x128V(! - also zwei Phasen!) hatte ich mich auch erschrocken als beim Abwaschen noch warmes Wasser aus dem Boiler in das Becken lief und ich in das Becken gefasst habe...Reizstrom gegen Spülhände...
Wenn bei manchen Geräten der Schutzleiter abgeklemmt wird liegt an ihm u.U. eine Spannung von 115V an! Durch Kapazitive Spannungsteilung wenn zur Entstörung Kondensatoren von N und L gegen Schutzleiter sind.
Allerdings kribbelt das nur heftig. Tödlich Ströme sollten da nicht auftreten.
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Antwort#4
Durch Nullung erhält man keinen Stromschlag.
Warum hat er denn solange festgegalten (4sec am Netz können einem sehr lang werden)? Hatte er Schwierigkeiten loszulassen? Das würde für eine hohe Gleichspannung sprechen. Diese spricht für einen kaputten Gitarrenamp, da gibts Gleichspannungen von 200 bis 800 Volt, also Obacht! Aus diesem Grund sind Gitarrenamps immer mit dem Schutzleiter zu verbinden. Einfach mal den Widerstand zwischen Gehäuse (Masse Klinkeneingang) und Schutzleiter am Netzstecker messen (ohne, dass dieser in der Dose steckt). Der Widerstand soll 0 Ohm sein. Wenn nicht, reparieren!
Der Schutzleiter kann auch in der Zuleitung zum Amp unterbrochen sein (Dreierdosen, Verlängerungen usw durchmessen!)
Zuletzt bleibt die Steckdose. Auch hier kann der Schutzleiter fehlen. Wer nicht weiß, wie er das misst, holt sich einen Kumpel, der das kann oder einen Elektriker. Die übrigen Messungen von Amp und Verlängerungen lassen sich ohne Netzanschluss auch vom Laien gefahrlos durchführen. Den Amp mindestens 10 min
vom Netz trennen, bevor gemessen wird!
Häufigste Ursache ist bei den chronisch armen Muckern die kaputte Dreierdose oder Verlängerung, die man irgendwo gefunden hat und die noch gut aussah.
schöne Grüße
Opi
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Antwort#5
... ist eine weiter Moeglichkeit.
Ist mir mal in einer Altbauwohnung (Studentenbude) vorgekommen.
Da hatte ein 'Experte' blau sowohl fuer den PEN-Leiter als auch fuer den L-Leiter benutzt (Phase), und dann PEN und Phase verwechselt, als er die Dose auflegte.
Da bei 'Schutzmassnahme Nullung' PE und N einen Leiter teilen (daher PEN), und
selbiger auf den Schutzleiteranschluss der Schuko-Steckdose aufgelegt wird, hatte man beim Anschliessen eines Geraetes mit Metallgehaeuse und Schutzleiter ein etwas 'kribbelndes' Gefuehl beim Anfassen - was bei niederohmig zur Verfuegung stehenden 230V/50Hz nicht verwundern sollte.
Gluecklicherweise habe ich den Fehler bald bemerkt - beim Versuch, ein hart geerdeten Boiler an die Dose anzuhaengen, kam sie mit Lichtbogen stueckchenweise aus der Wand... falsch abgesichtert war sie auch noch - man hatte zwecks Kostenersparnis vor dem Zaehler abgezapft... eine schoene Bescherung, das Ganze...
Seither pruefe ich jede relevante Steckdose mit einem Unilap 100 von Norma - als Lebensversicherung fuer den Anwender...
Gruss
Micha
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Antwort#6
Hi,
wenn du eine richtige Durchströmung der Hände hast, hat das mit dem Nichtloslassen nix mit Gleich-oder Wechselstrom zu tun.
Das Problem ist, das ALLE Muskeln unkonrolliert angeregt werden.
Da die Haltemuskeln an der Hand bei allen Menschen stärker ausgebildet sind als die Loslassmuskeln, die die Hand lediglich öffnen, bist du nicht in der Lage loszulassen, was im Extremfall tödlich enden kann (ich habe selber schon mal so etwas miterlebt).
Gruß
Dietmar
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Antwort#7
Hallo Sebbl,
unschöne Geschichte, ich hoffe eurem Gitarristen geht es wieder besser.
Oft (aber leider auch nicht immer) hilft ein DI/FI-Schalter den es als Zwischensteckadapter für ca. 60Euro zu kaufen gibt (Fachhandel/Baumarkt).
Im Falle eines Fehlerstromes, z. B. über einen Menschen, wird der Stromkreis 2 Phasig unterbrochen. ACHTUNG: Der Schutzleiter wird nicht unterbrochen. Lag nun die Fehlerspannung am Mikrofon an, fällst du trotzdem tot um!
Hier ist immer Vorsicht angeraten.
Gruß
M. Hein
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Antwort#8
Was den VA-Technikern recht und vorgeschrieben ist sollte auch bei Muckers im Proberaum zur Standardausstattung gehören: ein RCD (neuere Version von FI), vom Elektiker im Sicherungskasten eingebaut. Der fliegt zwar bei beim beschriebenen Equipment mal öfter mitten in der Probe raus, aber dafür kann elektrisch fast nichts mehr passieren. Vor allem löst ein RCD auch schon bei Überschreiten des zulässigen Ableitstroms durch einen Defekt aus und nicht erst wenn jemand das stromführende Gehäuse berührt.
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Antwort#9
totale Verkrampfung hatte ich bisher nur bei (strombregrenzter) Gleichspannung von 100V, die ich überleben durfte.
Meine Wechelspannungserfahrungen mit teilweise höherer Spannung habe ich deutlich ungefährlicher in Erinnerung. Dort war es immer möglich, sich mit dem ganzen Körper von der Leitung weg zuwerfen und sich so aus der gefählichen Lage zu bringen.
Bei Gleichspannung ging schlicht und einfach garnix.
Alle diese Erfahrungen spielten sich übrigens nicht auf Beschallungsjobs ab, sondern bei physikalischen Praktika und im eigenem Haushalt.
Gruß
Opi
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