L+C+R als Stereoanordnung

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich benutze für manche Liveaufnahme, wo ich wegen beengter Verhältnisse (versteckte Mikros, nache Zuschauersitze der ersten Reihe) keine optimale Stereoanordnung aufstellen kann, eine Anordnung aus L+R + Mittenmikro. Ich mische dann dieses zusätzliche Monosignal je nach dessen Monatgeposition zeitlich leicht versetzt wieder ein, um die ausgedünnten Mitten zu ersetzen.
Beispiel: Chorbreite=Bühnenbreite=6m, Bühne als Kasten zurückgesetz, Zuschauer nur 1m von der Bühne weg, kein Mittelgang. Ich schwenke zwei Mikros (Kugeln) vom Rand des Raumes her in die Mitte über die Köpfe der Zuschauer. Ergebnis ein "Hauptsystem" in 3m Distanz zu den Sängern und in 3m Höhe, 2m Abstand zueinander, dazu eine Kugel direkt an der Bühne - 50cm vor den Sängern weg, direkt an der Oberkante des Kastens / zurückgesetze Bühne in 2,25 Höhe.
Die Frage ist nun, was man noch verbessern könnte? Das Monomikro in der Mitte nimmt praktisch nur die Mitte des Chores auf und dort auch vorwiegend die erste Reihe. Ich habe nun den besten Klang bekommen, wenn ich das Monomikro zeitlich 20-30ms nach hinten setze.
Ideen?



http://www.studio96.de
ZitierenPost melden
Antwort#2
Hallo Juergen,
dazu muss man sich fragen, was soll denn klanglich verbessert werden?
Die Wortverständlichkeit des Chores?
Die Stereobreite des Chores?
Der Chor soll nach "mehr" Mitgliedern, also größer klingen?
Die hinteren Sänger sollen besser eingefangen werden und deutlicher kommen?
Soll es räumlicher oder soll es direkter (näher) klingen?
Reichen die Basstimmen als Fundament aus?
Ist der Sopran vielleicht zu laut?
Wenn man herausgefunden hat, wo es besondere Probleme gibt, kann man gezielt versuchen zu optimieren.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com
P.S.: Dieser "Centerfill" ist eine interessante Idee.


http://www.sengpielaudio.com
ZitierenPost melden
Antwort#3
In der Tat war meine Frage unvollständig. Konkret ginge es um mehr Homogenität. Durch das überweite AB wird alles laufzeitmässig in die Ecken gezwängt und durch das MonoMik die Mitten neu hinzugefügt, was bei starker Einpegelung dazu führt das die Mitten weiter vorne stehen und bei schwacher Einpegleung dazu führt, daß die luete in der Mitte doch nochrecht stark springen. Die Pegleung der L+R war logischwerweise voll Links-Rechts. Sollte man, um mehr Homogenität zu erzielen, lieber mit anderem Panning arbeiten (25% / 75%) gfs mit Nieren?
ZitierenPost melden
Antwort#4
Hi,
ich fürchte, kein Panning oder Laufzeitverzögerung wird da viel helfen.
Die Positionierung der Mikrofone untereinander ist da noch nicht mal so problematisch, denn bei 3m Abstand zum Ensemble ist 2m Basisbreite nicht so zu breit, dass man es nicht retten könnte.
Wie Du vollkommen richtig gesehen hast, kann das Hinzufügen eines Mikrofons in der Mitte da eine Lösung des Problems sein. Wenn dieses jedoch total unkorreliert mit dem A/B ist, fällt das Einmischen des Mittensignals zu stark auf. Die Verzögerung hilft nur begrenzt.
Sinnvoller wäre z.B. das Mittenmikro mehr auf eine Linie mit den Mikrofonen für L und R zu bringen, sodass ein wirkliches Hauptsystem entsteht. Nicht vergessen: dann wirken L->M und R->M zusammen, also könnten L und R etwas weiter nach aussen gestellt werden.
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#5
Bessere Homogenität mit nur drei Mikrofonen in Kugelcharakteristik bekommt man, wenn alle drei Mikrofone etwa 1 Meter vor und über dem Chor in einer Linie stellt oder hängt und der etwas größere Chor in gerader Linie steht. Je nach Chorgröße muß auch der Mikrofonabstand voneinader (Mikrofonbasis) probiert werden. Fang mal mit zwei Metern an. Also: L - 2m - C - 2m - R. Auch hier muß beim Centermikrofon der Pegel ausprobiert werden.
Oftmals ist er -3 dB gegenüber L und R einzustellen.
Bei dieser Anordnung würde ich nie L und R vom Panpot her einengen. Wenn der Chor zu breit erscheint, müssen die Mikrofone enger zusammengestellt werden, wenn das Centermikrofon die Mitte nicht homogen füllen kann.
Ein Problem wird immer sein, dass die Front viel deutlicher kommt, als die hintereren Sänger. Das hört das Mikrofonsystem so. Darum ist Rainers umgekehrte W-Mikrofonaufstellung 3/2 zu bevorzugen.
Viele Grüße
ebs
http://www.sengpielaudio.com/Choraufstellungen01.pdf
http://www.sengpielaudio.com/Choraufstellungen02.pdf
http://www.sengpielaudio.com/Choraufstellungen03.pdf



Choraufstellungen
ZitierenPost melden
Antwort#6
Servus,
mit solchen Aufnahmen hab ich ja (normalerweise) nix zu tun, aber ich hab mal einen Posaunenchor aufgenommen, und als wir fertig waren, haben die rasch noch ein paar Liedchen gesungen, also ungefähr das, was sie grade gespielt hatten, nur eben als Gesang.
Ich hab diesen Spontan-Chor folgendermaßen (wenn ich mich recht erinnere, denn das ist schon lange her) aufgenommen:
- Chor (ca. 30 Leute) zwei- bis dreireihig in einem flachen Viertelkreis aufgestellt
- auf einem konzentrischen Kreisbogen mit ein paar (2 - 4 ?) Metern Abstand links und rechts jeweils ein AGK 1000
- in der Mitte ein Grenzflächenmikro (Peavy irgendwas) auf den Boden gelegt
Beim "Abmischen" hab ich zu den beiden L/R-Kanälen nur das Mittensignal entsprechend dazugemischt, das war alles.
Vom Ergebnis war ich total überrascht, die Stimmen waren gut zu lokalisieren, und der ganze Chor klang homogen und transparent.
redi
ps
Die Aufnahme fand in einer (modernen) Kirche statt, Rechteck so 15-20 * 30-50, bestuhlt mit gepolsterten Einzelstühlen, holzverkleidetes offenes Satteldach (wie ein Zelt).
ZitierenPost melden
Antwort#7
Danke. Aber das Problem bei mir war, daß ich nicht alle 3 Mikros in die gleiche Höhe bekommen konnte- der Kastenartigen Bühne wegen. Nur ganz oben war ein Mikro zu plazieren, das eben auch schon viel zu dicht dran war.
ZitierenPost melden
Antwort#8
Wie gesagt, war dies aufgrund der Platzprobleme nicht möglich. Die Essenz die ich aus der Diskussion ziehe ist, daß ich mir ein Traversensystem bauen muss. Hängen geht ja meist nicht, da man nichts veranken kann und nicht bohren darf. Aber einen 8m-Raum sollte man mit eine verschraubbaren Stange überspannen können. Ich denke da an 8 Mikrofonverlängerungsstangen mit einigen selbstbauten Manschetten zu Versteifung der Gelenke. An denen könnte man dann auch die Mikros abhängen.
ZitierenPost melden
Antwort#9
Hi,
an welche Verlängerungsstangen hast Du denn gedacht? Ich habe es mir da bisher immer sehr schwer gemacht, brauchte aber auch nur welche für zu hängende Traversen.
Gr.
Dirk
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.