Mikrofone für Stereofonie, bloß welche?

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
welche Erfahrungen habt ihr denn mit den folgenden Mikrofonen gemacht?
Oktava MK012-01
BeyerDynamik MCE530
T.Bone SC-100
Gibt es eventuell noch andere Mikros, die für Stereofonie brauchbar sind?
Ich hatte auch schon die Idee zwei AT Pro37 zu verwenden, aber die sind dafür wohl nicht besonders.
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Antwort#2
Ich verstehe Deine Fragestellung nicht so recht. Ausgesprochene "Stereomikrofone" sind Doppelmikrofone wie z.B. das SM 69 bzw. USM 69 von Neumann.
Ansonsten kann man mit jedem Mikrofontyp eine Stereoanordnung bauen.
Probiere selbst mal etwas herum und höre Dir das Ergebnis gründlich an. Höre es Dir vor allem auch noch mal nach ein paar Wochen an!
Die Paarungstoleranz ist bei heutigen Mikrofonen nicht mehr von Bedeutung, da die Toleranzen sehr eng sind.
MfG
Rainer
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Antwort#3
Hallo,
ich habe sehr gute Erfahrungen mit Einzelmikrofonen gemacht, die ich zu Stereo-Systemen zusammengebaut habe: von A/B-Laufzeitdifferenz, über ORTF-Äquivalenz bis hin zur X/Y-Pegeldifferenz.
Da wären zweimal:
Schoeps MK4 mit Mikrofonkörper CMC6
Neumann KM 184
Sennheiser MKH40
DPA 4011
Das sind alles recht anständige Kleinmikrofone mit Nierenrichtcharakteristik,die alle wunderbar für Stereofonie brauchbar sind.
Die sind bestimmt nicht zu vergleichen mit den billigen AudioTechnica Pro-37 für je 105 Euro..
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Antwort#4
Hallo Rainer,
wenn man Mikrophone aus der Qualitaetsklasse der Neumann KM100-Serie, Schoeps
oder Sennheiser MKH annimmt, magst Du Recht haben, was Paarungstoleranzen angeht
- aber bei Billig-Material sieht es doch deutlich anders aus.
Da die im Ursprungsposting genannten Mikrophone alle eher der Einsteigerkategorie angehoeren, sollte der Kaeufer allerdings auf ausgemessenen Paaren bestehen...
Beste Gruesse
Micha
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Antwort#5
Die BeyerDynamik MCE530 hatte ich letztens mal getestet.
Für HighHat und Ride.
Machen eine recht billigen Eindruck, haben weder -20dB Pad noch Tiefenfilter.
Klanglich für diese Anwendung ok. Aber das fehlende pad nervt (weil meine beiden Main-Preamps das nicht haben...Sytek und Tascam).
So gingen sie zurück zum grossen T.
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Antwort#6
Eine Qualifizierung und Selektion ist bei allen Industriegütern aufwändig- und teuer. Kaum zu erwarten, daß da bei Billigmikros was rauskommt oder es sich lohnen könnte. Ich frage mich, wer z.B. bei T-Bone Mikrofonen (siehe Liste) dort Päärchen vermessen sollte? Etwa einer dere zahlreichen Thomann-Toningenieure? Oder Herrn Qui Zong Cha in der fernen südchinesischen Montagehalle, der es in die Plastikverpackung stopft?
Zudem heisst das Mitliefern von Messprotokollen und die Selektion des best passenden Paares noch lange nicht, daß die dann auch wirklich innerhalb unhörbarer Toleranzen liegen. Enge Produktionstoleranzen von vorn hinein sind da sicher zweckmaessiger -und dieser Spass fängt bei Mikros bei den Kapsel an, was wiederum exakte Mechanik bedeutet. "Mechanik exakt machen" ist aber unerhört teuer.
Andererseits:
Ich stelle mir auch das Vermessen generell sehr schwierig vor: Eine Einzelmussterprüfung eines Mikros bedürfte eines Durchfahrens des gesamten Spektrums für jeweils einen dreidimensionalen Raum- also allemöglichen Schalleinfallsrichtungen, wollte man es ordentlich machen. So eine Messung dauert eine Stunde, wenn man sie automatisierte. Ein Auswertung wiederum braucht ein Rechnerunterstütztes Verfahren mit Datenbank. Damit kostete die voll getestete Kapsel 100 Euro mehr. (?)
Ich gehe mal davon aus, daß Hersteller guter Kapseln garnicht großartig selektieren (muessen) sondern in erster Linie durchnummerieren und Folgeproduktionen innerhalb einer Charge verkaufen. (?)
Stellungnahme von Herstellern?
Die Frage die sich nun erhebt: Was sind "quasi identische" Mikros? Wenn man sich die Unterschiedlichkeit der beiden Ohren vorhält, und vor allem die Variation von zwei Lautsprechern am Abhörort, so sind ein paar klitzekleine dBs oder auch mdBs sicher zulässig was den Punkt-zu-Punktvergleich (Frequenzgang i.a: vom Einfallswinkel) angeht, oder?


Studio96
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Antwort#7
Naja, es gibt schon auch in der oberen Preisklasse "Matching", z.B. dpa 4009 (=selektierte 4003): Absolut genaiale Teile, kann aber gut sein, dass man das Mtchen selber nicht "raushört".
Wer eine Stereoschiene für ca. 500 Teuro anbietet......
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Antwort#8
die Frage ist halt, was genau beim Matching gemacht wird und wie Detailreich gemssen wird. Wenn man weiss, daß die Typtoleranzen eingangsseitig gering genug sind, kann durch Matching kaum noch besser werden. (?)
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Antwort#9
... dass bei den Billigmikrophonen deutliche Abweichung in den Frequenzgaengen (3-5 dB Empfindlichkeitsunterschied) keine Seltenheit sind - und das ist selbst bei schlechtem Gehoer des Zuhoerers zuviel.
Dazu kommen oft noch Abweichungen in der Richtcharakteristik, die zu recht stoerenden Artefakten fuehren koennen.
Jeder soll fuer sich selbst bestimmen, was gut genug ist.
Nur - wer Ohren hat zu hoeren, wird feststellen, dass Paarung auch bei hochwertigen Mikrophonen modellabhaengig noch eine Verbesserung bringen _kann_.
Ich habe einige 'lose' KM83i und ein gematchtes Paar KM283 - bei Klein-AB mit ca. 50 cm Abstand und Orgelaufnahe war der Unterschied sehr deutlich - zugunsten des Paares.
Die gleiche Anordnung mit zwei 'losen'KM130 gegen ein Paar KM183 zeigte keine hoerbaren Vorteile des ausgemessenen Paares - offensichtlich sind die Fertigungsstoleranzen bei denselben von Haus aus gering...
Bei meinen zwei MKH800s habe ich mal die Frequenzgangdiagramme verglichen - eine Paarung war da per se nicht mehr noetig - die Diagramme waren im Hoerbereich praktisch deckungsgleich...
Gruss
Micha
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Antwort#10
Hallo,
Du schreibst:
"wenn man Mikrophone aus der Qualitaetsklasse der Neumann KM100-Serie, Schoeps
oder Sennheiser MKH annimmt, magst Du Recht haben, was Paarungstoleranzen angeht
- aber bei Billig-Material sieht es doch deutlich anders aus..."
Da stellt sich mir die dumme Frage, ab wann ein Mikrofon billig ist.
Verglichen zu EINEM Schoeps (MK4-CMC6) bietet sich hier auch die Alternative zu einem Oktava MK-012 Paar (!), A-selektiert und matched, mit jeweils drei gematchten Kapseln (Kugel, Niere, Hyper) und Dämpfungsglied zum halben Preis - sprich ca 600 E.(Nicht beim großen T)
Wenn das nicht billig ist, dann weiß ich nicht...
ohne jetzt Billiglohnländern einen gesteigerten Umsatz zukommen lassen zu wollen.
Und bei Oktava werden sogar auch den in der B-Sortierung vom großen T verkauften 012ern Messprotokolle beigelegt, wenn auch in kyrillisch.
Liebe Grüße, Thomas
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Antwort#11
Hallo Thomas,
ich sprach vom Nicht-Notwendigerweise-Selektieren-Muessen bei den teuren Studiomikrophonen, und der Notwendigkeit zur Selektion bei Billigware.
Du schreibst doch schon so schoen bei den Oktavas:
'A-Selektiertes Paar'.
In anderen Worten - die Teile sind nicht blind aus der Serie gegriffen, sondern
ausgemessen und auf Ueberlappung der Kurven selektiert.
Und - Ja, Oktava _ist_ Billigware. Ich hatte mal ein selektiertes Paar, und habe es mit Neumann KM184s verglichen. Haette ich nicht tun sollen - habe die Teile hernach mit deutlichem Wertverlust verkauft. Qualitativ vergleichbar mit den Oktavas sind z. B. die Rode NT5s - wobei letztere etwas weniger rauschen und immer noch meinen Vorzug bekommen.
Gruss
Micha
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