Linearität von Audioübertragern

Erstellt 15 Antworten16 Beiträge
Startbeitrag#1
Wer kann mir mal einen link zu einem audiotauglichen Kleinübertrager posten? Es geht um Abweichugen in DB über der Frequenz. Welche Abweichungen sind als gut einzustufen?
ZitierenPost melden
Antwort#3
Danke für den Link:
http://www.pikatron.org/download/Uebertrager.pdf
Am Beispiel auf Seite 1 unten kann man sehr schön sehen,
was für Anforderungen an gute Eingangsübertrager und Ausgangsübertrager
in der Tonstudiotechnik wirklich gestellt werden sollten:
Eingangsübertrager
Umsetzungsverhältnis 1:1
Maximaler Eingangspegel 22 dBm
Frequenzgang 30 Hz-20 kHz ± 0,1 dB
Quellen-/ Lastwiderstand 200 Ohm / 15 kOhm
Klirrfaktor k3 (40Hz, 22dBm) 60 dB
Kupferwiderstand primär 120 Ohm
Sekundär 140 Ohm
Eingangsimpedanz (1 kHz) > 150 kOhm
Abmessungen: 33 x 23 mm
Ausgangsübertrager
Umsetzungsverhältnis 1:1
Maximaler Eingangspegel 22 dBm
Frequenzgang 30 Hz-20 kHz ± 0,1 dB
Quellen-/ Lastwiderstand 10 Ohm / 300 Ohm
Klirrfaktor k3 (40Hz, 22dBm) 60 dB
Kupferwiderstand primär 10 Ohm
Sekundär 10 Ohm
Eingangsimpedanz (1 KHz) > 5 kOhm
Abmessungen: 43 x 26 mm
Von diesen guten Daten sind Behringer, Macky und alle Billigproduke aus Gewinnmaximierungsgründen weit entfernt.
Gruß
Dirk


Beispieldaten für Eingangsübertrager und Ausgangsübertrager
ZitierenPost melden
Antwort#4
Hallo Jürgen,
Die Firmen Haufe und Pikatron - beide in Usingen ansässig - fertigen nach meinen Erfahrungen die besten Audioübertrager. Wichtig ist nur, daß Du ihnen genau angibst, welche Schaltungsvoraussetzungen vorhanden sind. Am besten Schaltungsauszug mitschicken. Soll der Übertrager eine Wicklung enthalten, die als Gegenkopplungswicklung verwendet wird, solltest Du das unbedingt angeben, denn dann wird das Wickelschema entsprechend anders gewählt. Anderenfalls ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend.
Wenn Du weiterhin angibst, daß der Übertrager nach IRT-Pflichtenheft 3/5 herzustellen ist, kannst Du sicher sein, daß er über jeden Zweifel erhaben ist.
Bitte mal die Hersteller gelegetlich darauf hinweisen, daß sie auf ihren Datenblättern das "dBm" zu "dBu" austauschen sollen...

MfG
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#5
Hallo Rainer,
gut, dass du auf das Leistungs-"dBm" hinweist, dass man richtiger in Spannungs-"dBu" wandeln sollte.
Ich habe das glatt übersehen, weil ich automatisch schon beim Lesen gleich richtig dBu lese, auch wenns nicht so dasteht.
ZitierenPost melden
Antwort#6
Moin,
Hauffe und Pikatron sind, wie Reiner schon sagte, allererste Sahne (habe sie selbst im Einsatz). Aber auch Beyerdynamic hat eine ganze Fertigungslinie für Übertrager. Leider wird nichts davon auf ihrer Website gesagt. Aber wenn du in Heilbronn anrufst, schicken sie dir einen kompletten Katalog mit dem Fertigungsprogramm. Hier findest du eine ganze Menge sehr informativer Graphiken mit Toleranzkurven.
Viel Grüsse
GerhardS
ZitierenPost melden
Antwort#7
Sorry Rainer, habe eben versehentlich deinen Namen falsch geschrieben.
mfg
GerhardS
ZitierenPost melden
Antwort#8
Hi,
wie ist es eigentlich um die Qualität der Beyer-Standard-Übertrager bestellt?
Ich meine nicht deren Subminiaturtypen. Die Subminiaturübertrager sollen laut Berichten von Anwendern etwas "berühmt-berüchtigt" sein.
Ich habe auch schon mal ein negatives Erlebnis mit den sonst sehr guten Lundahl-Übertragern gehabt.
Die Unsymmetriedämpfung des Mikrofoneingangsübertragers ( Sondertype, mit besonders großem Kern und großer Pegelfestigkeit )entsprach nicht dem des IRT-Pflichtenheftes, er hatte einen Einbuch bei einer gewissen Frequenz. Danach wurde es wieder besser und erreichte 60 dB.
Über Hauffe und Pikatron habe ich bisher auch nur gutes gehört, kann es allerdings nicht duch eigene Erfahrung belegen.
Viele Grüße
Holger
ZitierenPost melden
Antwort#9
Hm, Danke, Beyerdynamic als Übertragerlieferant kannte ich bisher tatsaechlich nicht.
Der Grund, warum ich frage ist der, daß ich derzeit (noch) für eine Firma arbeite, die Kerne und Übertrager herstellt. Soweit ich weiss, aber nicht für (analoge) Audioanwendungen. Nun könnte es natürlich sein, daß Kerne über Distributoren in solche Anwendungsfelder fließen, aber Genaues konnte man mir bisher nicht sagen.
Nun bin ich kein Experte in Sachen Übertragerbau und ich mache bei denen auch etwas ganz anderes, aber ich sehe z.B: bei Mikrofonen häufig den Zusatz "transformerless" als quasi Qualitätsmerkmal. Ich habe dann einfach mal einige unserer Kleinübertrager auf ihre Linearität hin durchgemssen und für meine Begriffe sehr gute Werte gefunden. Die Abweichungen liegen im Bereich von einigen mdB und das übertragende Spektrum geht von 10Hz- bis weit über 100kHz (0.1dB-Grenze!). Dies ist vor allem bei den speziellen amorphen Werkstoffe der Fall. Da bin ich nun auf die Idee gekommen, daß sichsolche Übertrager doch bestens für Audioapps eignen müssten.
ZitierenPost melden
Antwort#10
Kommt öfter vor. Aber es gibt Fälle wo ich meinen Vornamen bewußt falsch schreibe: Bie den Datenbanken des Schachprogramms "Fritz". Will ich dann die Partien in "Chessbase" importieren, muß ich dort eine Datei anlegen wo ich mit "ei" schreibe, sonst verweigert Chess-Base den Import... :-)

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#11
..."Die Subminiaturübertrager sollen laut Berichten von Anwendern etwas "berühmt-berüchtigt" sein."
Kannst du hier Quellen nennen ?
mfg
GerhardS
ZitierenPost melden
Antwort#12
Lieber Gerhard,
ich fürchte, deine Frage nach der Quelle gilt mir.
Diese Formulierung passt nämlich perfekt in meine Kiste, die mit Beyer-Erfahrungen durchaus wohl gefüllt ist, wovon schon an mancher Stelle (so auch hier) etwas 'übergelaufen' ist. Daher einige genauere Erklärungen:
Übertrager müssen zur Minimierung von Klirrfaktor und Frequenzgangmängeln im Sinne ihrer Konstrukteure einwandfrei abgeschlossen werden. Geschieht das nicht, hat man einen inakzeptablen Klirrfaktor und/oder einen mäßigen Höhenfrequenzgang.
Hier sind die Beyer-Übertrager recht sensibel, weshalb sie nicht so ohne weiteres mit den neuzeitlichen, in den Mischpulten oftmals bezüglich der Impedanzkonstanz recht simplen Mikrofoneingängen ("50 dB Verstärkungsfaktoränderung über 270° Drehwinkel") harmonieren wollen. Für die heute überwiegend trafolosen Mikrofonausgänge (30 Ohm) bleiben dabei die Folgen im Großen und Ganzen überschaubar. Kommt man dagegen einem Übertrager sekundärseitig mit einem signifikanten Wechsel der Abschlussimpedanz, verhält sich der dementsprechend.
Die Qualität der Beyer-Übertrager ist untadelig. Man muss angesichts der Bauart mit allen Folgen akzeptieren, dass die Masse des Blechpaketes klein ist.
Hingewiesen sei aber auch auf einen speziellen Satz der Beyer-Applikationsschrift (zumindest derjenigen, die mir vorliegt), der auch schon bei -verglichen mit meiner Wenigkeit- bedeutenderen Persönlichkeiten der Branche Verwirrung ausgelöst hat:
"Infolge ihres Spezialaufbaus dürfen diese NF-Übertrager jedoch nur dort in einer Schaltung eingesetzt werden, wo keine allzu hohen Wechselspannungen auftreten, und eine Gleichstrombelastung des Übertragres in jedem Falle vermieden wird."
Das ist mit Phantomspeisung nicht einzuhalten (ein Großteil des Beyer-Programmes sind Mikroübertrager); weiter fällt damit die klassische Form der Entmagnetisierung eines Übertragers flach, sofern man den Hinweis ernst nimmt.
Ich habe sie allerdings vielfältig verwendet und sogar zur behelfsweisen Dematrizierung von MS-Signalen in zwei Eingangspaaren meines Studer-269 anstelle der Line-Übertrager eingesetzt, wo sie mit den Studer-Übertragern (kamen übrigens aus dem Studer-Werk Mullis und gelangten zur Vermarktung und durch Vermittlung von Paul Zwicky Ende der 1970er auch an Neutrik, wo sie noch heute erhältlich sind; wir hatten den Fall neulich hier im Forum..) tadellos harmonierten.
Mein 'berühmt-berüchtigt' bezieht sich also ausschließlich auf die Sensiblität der Übertrager, die man schlicht nicht mit Füßen treten darf. Einfach einsetzen und einlöten ist unzulässig. Man m u s s mit diesen Geräten also artgerecht umgehen, sonst sind die Ergebnisse nicht mehr vorhersagbar. Doch das sollte bei fachlichem Tun eigentlich immer Richtschnur menschlichen Handelns sein....
Hans-Joachim
ZitierenPost melden
Antwort#13
Hi,
genau dass mit der Magnetisierung meinte ich beim Beyer-Übertrager, und der damit vorhandenen Probleme mit der Phantomspeisung.
Viele Grüße
Holger


mobile Tonaufnahmen
ZitierenPost melden
Antwort#14
Lieber Hans-Joachim,
deine Antwort kann ich so ohne Einschränkung akzeptieren. Aber gelten deine Aussagen nicht für alle Übertrager gleich welchen Herstellers ?
Sicherlich sind die Miniaturübertrager von Beyerdynamic noch empfindlicher ander e mit grösserer Bauform (mehr Blech). Ich denke hier z.B auch an Sättigungseffekte im Tieftonbereich mit Druckempfängern
Ich habe übrigens das gleiche Beyerdynamic Druckwerk vorliegen.
.."Infolge ihres Spezialaufbaus dürfen diese NF-Übertrager jedoch nur dort in einer Schaltung eingesetzt werden, wo keine allzu hohen Wechselspannungen auftreten, und eine Gleichstrombelastung des Übertragers in jedem Falle vermieden wird."
Aber hast du eine Erklärung dafür, wie diese Aussage mit den von Beyerdynamic hergestellten, bifilar gewickelten Übertragern(TR/BV x.xx 4 xxxxx)in Einklang zu bringen ist? Diese Übertrager sind laut Aussage eines Beyerdynamic Mitarbeiters speziell für die Phantomspeisung gedacht (Zuführung nur über EINEN Widerstand an der Mittelanzapfung, dadurch bessere Symmetrie).
Viele Grüsse
GerhardS
ZitierenPost melden
Antwort#15
Hallo GerhardS,
Das ganze Problem bei den kleinen Übertragern ist, daß durch den kleinen Kernquerschnitt keine hohen Pegel übertragen werden können, weil nicht viel Draht drauf geht und folglich keine hohen Induktivitäten möglich sind.
Wichtig ist immer, daß die Kernqerschnitte groß sind und dadurch wenige Windungen notwendig sind um hohes L zu erreichen. Auch ein guter Mikrofonübertrager sollte ein max. Pegel von +22 dBu verkraften können und dies auch noch bei 40 Hz. Die ist bei den Übertragern von Haufe und Pikatron ohne weiteres möglich. Bei den kleinen Beyer-Übertragern geht dies höchstwahrscheinlich nicht.
Zum Problem der Phantomspeisung:
Es nutzt nicht viel, wenn über einen Widerstand und Mittelanzapfung eingespeist wird. So viel wird die Symmetrie nicht besser. Die Gefahr einer Gleichstromaufmagnetisierung ist bei Phantomspeisung immer gegeben, weil man niemals davon ausgehen kann, daß beim Aufstecken des Mikrofons und gleichzeitig anliegender P-Speisung beid Kontakte exakt zur gleichen Zeit geschlossen werden. Man braucht nur das Mikrofon ein kleines bißchen schief einzustecken, und schon schließen beide Kontakte nicht gleichzeitig wodurch ein kurzer Gleichstromimpuls durch die Trafowicklung fließt und damit den Kern aufmagnetisiert. Die kann sowohl bei den üblichen 2 Speisewiderständen passieren als auch bei Einspeisung über einen Mittelanzapf des Trafos.

Grüße
Rainer
ZitierenPost melden
Antwort#16
Lieber Gerhard,
Rainer hat eigentlich die wesentlichen Grenzlinien bereits gezogen, so dass ich eigentlich nichts mehr zu sagen hätte, außer dass ich deiner Frage, ob derlei (der artgemäße Abschluss) denn nicht für jeden Übertrager gälte, nur uneingeschränkt zustimmen kann.
Zum ordnungsgemäßen Einsatz eines Übertragers gehört die genaue Kenntnis seiner elektrischen Umgebung und der Umgang mit ihr. Da wird nun leider bei 'Sekundäreinbauten' viel gesündigt, wogegen sich die Beyer-Übertrager eben etwas eher fühlbar zur Wehr setzen als die nicht viel größeren Studer-Übertrager aus 169/269, die als NTM4 und NTL1 noch heute bei Neutrik erhältlich sind. Man muss eben zweckmäßigerweise die zumeist vorliegenden Diagramme (Klirrfaktor und Frequenzgang in Abhängigkeit vom Abschluss) sorgfältig beachten. Weiterhin empfiehlt sich nach Einbau eine Messung Einbau mit einem (sinnvollen!) Rechecksignal, das einem schnell zeigt, ob man den Abschluss über den Frequenzgang hin variabel gestalten muss, also potenzielles Überschwingen zu korrigieren hat. Einfach so Anschließen irgendeines Trafos ist eben nicht.
Der Übertragerbaukasten der Beyer-Kollegen hat aufgrund der vielen verschiedenen Typen, die gleichsam von der Stange zu realisieren sind, etwas bestechendes an sich und erinnert mich an das Zusammensetzen von Köpfen (Spitzkeiltyp Woelke/Ihle) bei Bruno Woelke, damals noch München. Damals war es möglich, einen Spezialkopf persönlich zu ordern und auf seine Fertigstellung letztlich zu warten.
Das liegt schon etwas zurück...
Auch ich vermute wie Rainer, dass jener Satz zur Gleichstrombelastung in der Beyer-Applikationsschrift allein davor warnen soll, eine Phantomspeisung über eine Wicklungsmittenanzapfung zu realisieren, was aber andererseits heute aus nur zu verständlichen Gründen ohnehin nur mehr selten gemacht wird. Eine übliche Speiseweiche auf Widerstandsbasis stecken die Übertrager nämlich offenbar problemlos weg, wie mein Einsatz neben den 'Studern' im 269 über ein Jahrzehnt hin ja zeigte. Obgleich ich die Beyer-Dinger meiner Erinnerung nach niemals entmagnetisiert habe, fiel mir jedenfalls im Vergleich mit den Studer-Typen nie ein erhöhter k2 auf.
Nun ja, man sitzt ja berufsbedingt auf den Ohren....
Schöne Woche euch allen!
Hans-Joachim
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.