Der unteres Thread zum temperiertem Klavier bringt mich auf die alte Frage wie genau muss ein Instrument gestimmt sein, damit es noch tolerierbar ist. Aus der Praxis: wie genau muss die Bundreinheit einer Gitarre sein? Ebenso bei der zeitlichen Auflösung. Um wieviel ms darf ein Intrument gegenüber den anderen Verschoben sein um noch als Gleichzeitig durchzugehen. Die Frage aus der Praxis: wieviel Latenz ist tolerierbar? P.S. mir ist klar das diese Fragen nicht pauschal beantwortet werden können, da Verstimmungen bei langen Tönen eher auffallen als bei Pizzicato oder anderen Perkussiven Klängen. Dito macht sich eine Latenz bei langsamen Synthy-Strings auch nicht so bemerkbar wie bei Drums. Aber mal so ein paar Anhaltswerte wären nicht schlecht. Ich hab natürlich auch welche im Laufe der Zei, möchte aber mal andere Meinungen hören.
Solche Überlegungen wurden mal im Amphea-Forum rund um den Virus Synth im Zusammenhang mit MIDI-Timing detailliert durchgedacht. Die Interfaces liefern ja je nach Qualität alles andere, als einen sauberen gut getimeten stream- besondes liefern sie nicht mehr das, was man mal eingespielt hat. (katastrophal: automatische Rasterung) Einige Aspekte zum Nachdenken: Das Gefühl des Einspielers und die gefühlesmaessige Stimmung beim Spiel sorgen für eine musikalische Abweichung von der mathematischen Exaktheit des Zeitpunktes- aber auch von der Tonhöhe. Töne leicht oberhalb z.B. klingen brillianter, dominanter und Noten vor der Zeit, wirken puschend, beflügelnd. Noten nach der Zeit wirkend dehnend und passen gut zu getragenen Stücken. Da gibt es sehr viele Probleme mit MIDI und einige Topmusiker spielen auch lieber Wavs ein, statt MIDI und schneiden damit herum. Noten, die sehr leise sind, werden subjektiv tiefer gehört, setzen sich aber auch akustisch später in Szene, besonders bei weichem Attack. Noten von Pads/Flächen aus dem Synthy lege ich daher VOR die eigentliche Note, um den Grundklang im Ohr vorzubereiten, bevor die Hauptstimme kommt. Allerdings gibt es beim TRance/Techno auch Gründe, es genau andersherum zu machen. Laute Noten wirken klanglich in der Tonhöe manchmal subjektiv höher, was man nutzen kann, um sie teifer gestimmt besser in den Track einzupassen. Bei den Tonhöhen macht es speziell bei den Führungsstimmen, Gitarre und Gesang viel aus, wie im Detail noten verschmiert oder am Ideal vorbei plaziert werden. Alles das macht schon Probleme schon bei der Interpretation: Es ist definitionsabhängig, wann eine Note korrekt sass und ihre Höhe stimmte. Eine "pusched" gespielte Note waäre exakt auf dem Punkt (MIDI-resynched) zu spät!!! Wenn man sich mal einig ist, wann die NOte zu kommen hat, würde ich mal von einigen Milliskeunden ausgehen- rein akustisch gesprochen!!! - Man vergleiche hierbei den Laufzeitnachteil hinten sitzender Musiker. Was auch interessant ist, ist die zeitliche Unabhängigkeit mit der ein breites Orchester spielt. Schwierig wird die Frage, in welchem Rahmen Abweichungen/Delays akzeptabel sind: Wenn ich zwei aehnliche Klänge überlagere, dürfen die alles, nur nicht flangen! Da sind Audiolatenzen in der Hardware oder den Exzeugern oft ein Problem. Zudem gibt es Stereoeffekte, wenn sich Delays innerhalb von unter 1-2ms aufbauen. Ich würde sagen, daß alle nicht gegnseitiger in Abhängigkeit stehenden Stimmen/Signale durchaus zwischen 5-20ms Versatz haben dürfen- ohne dass es reelvant wird. Man kann Vokalspuren in der Tat um 20-30ms gegen die Musik schieben und hat keinerlei Wirkung. Schwierig wird es aber z.B, mit der drum-Spur: Ein lauter Schlag eines Beckens haut alle anderen ebenfalls zum Taktzeitpunkt beginnenden Noten in den Hintergrund - hier wirken wenige ms- u.U. schon sehr extrem. Wie gesagt, ist da viel Subjektivs drin. Macht man sich mal die Mühe und analysiert eine professionelle Band, so schwanken Zeitpunkte des Noteneinsatzes erschreckend- oftmals dreifach soviel wie bei irgendwelchen arrangierten Tracks mit MIDI-Einspielungen. Auch was die Tonhöhen angeht, sitzt da sehr wenig auf dem mathematischen Soll. Oftmals macht aber genaus das den guten Klang aus und musikalisch-gefühlsmaessige Ungenaugikeiten werden sogar als positiv wahrgenommen, während objektiv geringere Abweichungen, die digital zufällig auftreten, sich erstaunlicherweise stärker und ungünstig bemerkbar machen können.