Anläßlich der Anfrage des Teilnehmers "Mark" möchte ich mal zu dem Thema "Stereomikrofone" Stellung nehmen. Gemeint sind jene Mikrofonkonstruktionen, bei denen 2 Kapseln in einem Schaft untergebracht sind.
Das bekannteste - und auch mit Abstand das teuerste(!) - Mikrofon dieser Art ist das SM 69fet von Neumann. Von Schoeps gab es ein ähnliches - allerdings nicht fernumschaltbar - unter der Bezeichnung "CMTS 501". Auch AKG und andere Hersteller bauen ähnliche. In den 1970-er Jahren gab es von Neumann sogar ein Quadromikrofon mit 4 Kapseln drin. Es hatte den selben Kapselkopf wie das SM 69, nur wurde die Rückwärtige Membran dann nicht zur Richtcharakteristikumschaltung verwendet, sondern diente als zusätzliche Membran für die beiden anderen Kanäle. Wollte man die Richtcharakteristik umschalten, mußt man dies mit aktiven Matrix-Lösungen im Mischpult realisieren - geht übrigens ganz gut. Ich habe auf diese Weise mit dem QM 69 manche interessante Orgelaufnahme gemacht.
Sieht man sich heute mal genauer um in der Branche, wird man feststellen, daß solche Mikrofone weitestgehend verschwunden sind. Früher hing in den großen Säälen der Rundfunkanstalten überall ein SM 69 über den Dirigentenplatz, heute hängen da meist 2 Einzelmikrofone in distanzierter Anordnung. Es scheint sich ein allgemeiner Wandel vollzogen zu haben von der koinzidenten Stereoanodrnung zur distanzierten L/R-Anordnung.
Stereomikrofone in koninzidenter Anordnung haben Vorteile: Die Abbildungsschäfe ist besser. Aber auch Nachteile, was den abgebildeten Raumeindruck betrifft.
Vor allem finde ich koinzidente Stereomikrofone bei denen keine Möglichkeit besteht, die Richtcharakteristik umzuschalten und erst recht solche die auf einen festen mechanischen Versatzwinkel eingestellt sind, sehr unpraktisch, weil ihre Verwendbarkeit dadurch stark eingeschränkt ist.
Mehr Vorteile bringen da 2 Einzelmikrofone auf entsprechenden Halterungen die dann zu einem Koinzidenzmikrofonpaar angeordnet werden. Sehr innovative Lösungen werden hier schon seit langer Zeit von der Firma Schoeps angeboten. Auch Neumann bietet inzwischen solche Lösungen an und es ist davon auszugehen, daß die übrigen Hersteller diesem Zuge folgen.
Für die Mehrkanaltechnik (5.1 und mehr) scheinen Koinzidenzmikrofone überhaupt nicht gebräuchlich zu sein. Hier wird durchweg mit Einzelmikrofonen gearbeitet.
MfG
Rainer
Das bekannteste - und auch mit Abstand das teuerste(!) - Mikrofon dieser Art ist das SM 69fet von Neumann. Von Schoeps gab es ein ähnliches - allerdings nicht fernumschaltbar - unter der Bezeichnung "CMTS 501". Auch AKG und andere Hersteller bauen ähnliche. In den 1970-er Jahren gab es von Neumann sogar ein Quadromikrofon mit 4 Kapseln drin. Es hatte den selben Kapselkopf wie das SM 69, nur wurde die Rückwärtige Membran dann nicht zur Richtcharakteristikumschaltung verwendet, sondern diente als zusätzliche Membran für die beiden anderen Kanäle. Wollte man die Richtcharakteristik umschalten, mußt man dies mit aktiven Matrix-Lösungen im Mischpult realisieren - geht übrigens ganz gut. Ich habe auf diese Weise mit dem QM 69 manche interessante Orgelaufnahme gemacht.
Sieht man sich heute mal genauer um in der Branche, wird man feststellen, daß solche Mikrofone weitestgehend verschwunden sind. Früher hing in den großen Säälen der Rundfunkanstalten überall ein SM 69 über den Dirigentenplatz, heute hängen da meist 2 Einzelmikrofone in distanzierter Anordnung. Es scheint sich ein allgemeiner Wandel vollzogen zu haben von der koinzidenten Stereoanodrnung zur distanzierten L/R-Anordnung.
Stereomikrofone in koninzidenter Anordnung haben Vorteile: Die Abbildungsschäfe ist besser. Aber auch Nachteile, was den abgebildeten Raumeindruck betrifft.
Vor allem finde ich koinzidente Stereomikrofone bei denen keine Möglichkeit besteht, die Richtcharakteristik umzuschalten und erst recht solche die auf einen festen mechanischen Versatzwinkel eingestellt sind, sehr unpraktisch, weil ihre Verwendbarkeit dadurch stark eingeschränkt ist.
Mehr Vorteile bringen da 2 Einzelmikrofone auf entsprechenden Halterungen die dann zu einem Koinzidenzmikrofonpaar angeordnet werden. Sehr innovative Lösungen werden hier schon seit langer Zeit von der Firma Schoeps angeboten. Auch Neumann bietet inzwischen solche Lösungen an und es ist davon auszugehen, daß die übrigen Hersteller diesem Zuge folgen.
Für die Mehrkanaltechnik (5.1 und mehr) scheinen Koinzidenzmikrofone überhaupt nicht gebräuchlich zu sein. Hier wird durchweg mit Einzelmikrofonen gearbeitet.
MfG
Rainer
