Nochmals : Positionierung der beiden Surroundmikrofone

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Startbeitrag#1
Für die 5.1 Aufnahme eines Sinfonieorchesters mit Werken von Beethoven und Schubert benötige ich einen Rat. Die meisten Varianten der Mikrofonaufstellung habe ich durchprobiert und festgestellt, dass der von Herrn Sengpiel vorgeschlagene Mikrofonvorhang mit 5 Kugelmikrofonen in der Nähe der ersten Pulte in Verbindung mit 2 Kugelmikrofonen für die Rückkanäle in einem Abstand von ca. 5 Metern vor oder über dem Orchester zu ausgezeichneten Ergebnissen führt. Leider bietet sich dann , wenn wie in meinem Fall keine Abhängmöglichkeit von der Decke gegeben ist, optisch das unschöne Bild eines Stativwaldes.Hierdurch fühlen sich vor allem konservative Konzertbesucher sehr gestört.Ich beabsichtige daher, zumindest die Surroundmikrofone wie Grenzflächen auf dem Fußboden zu fixieren.Sofern diese Idee aus technischen oder klanglichen Gründen nicht völlig abwegig ist, bitte ich um Beiträge dazu, ob das sich dann ergebende Klangbild( mit oder ohne EQ) sich in brauchbarer Weise in dasjenige der Frontkanäle einfügt.Meine Frage zielt darauf ab, ob ein klangliches Auseinanderfallen der Front-und Rückkanäle zu befürchten ist.
Ein vorheriges Ausprobieren ist aus zeitlichen Gründen vor dem Konzert nicht möglich.Auch schließt der Abhörraum nicht ganz schalldicht.
Herzliche Grüße
MA
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Antwort#2
Hallo MA,
es ist recht praktisch bei Live-Konzerten, wo man eh die Huster des Publikums nicht haben möchte, mit den Raummikrofonen über das Orchester oder sogar hinter das Orchester zu gehen. Selbst Grenzflächenmikrofone sind hierbei üblich, auch wenn Grenzflächenmikrofone vom Prinzip her so gebaut sind, dass sie den Direktschall (!) bevorzugen, gegenüber dem Diffusschall. Es sind eigentlich keine prädestinierten Raumschallmikrofone.
Gut, dass du darauf achtest, dass das Klangbild nicht in Doppel-Stereo vorne-hinten zerfällt. Ein Tipp: die Raumsignale müssen nicht voll auf die hinteren Lautsprecher gelegt werden. Man kann diese Signale auch etwas mit nach vorne geben, das mindert das Auseinanderfallen der Front- und Rückkanäle.
Es ist üblich, dass eine gefundene Aufstellung in der Berliner Philharmonie, genauso im Wiener Musikverein aufgebaut, dort nicht klingt und umgekehrt. Müssen die Raummikrofone zu nah am Orchester aufgebaut werden, dann kann an ein Delay gedacht werden. An das Wegnehmen der Höhen von mindestes 6 dB bei 10 kHz bei den Raummikrofonen denkst du sicher und Kugeln sind eh dafür zu bevorzugen.
Die andere "theoretische Fraktion" ist ganz wild auf "querliegende" Achtermikrofone (Hamasaki-Square), um bloß kein Direktsignal in die Raummikrofonkanäle zu bekommen.
Ein Geheimtipp ist, die Raummikrofone vor die Bühne in den Schallschatten (!) der Bühnenkante zu positionieren, wenn dort nicht Publikum stört.
Wenn man einen nicht schalldicht schließenden Abhörraum hat, dann ist das schon ein Problem, weil man nichts richtig Einstellen kann, weder Delay noch Klang. Dann muss man gewagt eben "blind" aufnehmen.
Viele Grüße
ebs
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