dämmmaterial

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
ich wohne seit n paar wochen in ner wg, wand an wand mit 2 mitbewohnern, wobei in einer wand sogar noch eine tür "steckt" - es ist also ziemlich hellhörig.
hat jemand ne idee, wie mein zimmer n bissel schallisolierter bekomme?
sollte nach möglichkeit nich zu teuer und schwer zu instalieren sein und vielleicht auch nich allzu hässlich aussehen.
ach, vielleicht sollt ich am besten wieder ausziehen;-)
danke
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Antwort#2
Was viele nicht verstehen, ist der Unterschied zwischen a) Schalldämmung im Sinne eine Lärmredukion von Innen nach Aussen zum Schutz der Nachbarn, bzw. von Aussen nach Innen zum Schutz von Aufnahmen gegen Störschall und b) Reflexionsdämpfungs miz dem Ziele der Kalngverbesserung im Innenraum z.B. um die Aufnahmequalität oder die Sprachverständlichkeit in Räumen zu steigern.
Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Forderungen. Refelxionsdämpfung bekommt man mit Absorbern und Weichschaummattern (und von mir auch mit Eierkartons) hin, dies betrifft aber lediglich die höheen Frequenzen. Diese stellen bezüglich der Nachbarn aber keine Problem dar, da sie das Maerwerk meist nicht durchdringen. Bässe hingegen, werden nur von Spezialabsorbern eliminiert und dies auch nur unzureichend. Die einzige Möglichkeit, Schall daran zu hindern, das Maerwerk zu durchdringen, ist dick und schwer zu bauen- bzw mit Doppelwänden zu arbeiten.
Einen Raum nachträglich derart zu dämmen hiesst also, eine zusätzliche Innenschale einzufügen. So könnte man wie beim Trockenausbau üblich, ein Grundgerüst aus Holzlatten oder Aluminiumprofilen aufstellen, welche ihrerseits Spanplatten oder Gipskartonplatten tragen. Logischerweise braucht man dann eine Tür sowie Fenster, die möglichst gut schließen. (Luftdicht im Idealfalle). Belüftung ist kein Problem, wenn man kurze Pause macht- über Beleuchtung sollte man aber nachdenken :-). Der Schallschutzeffekt wirkt dabei so, daß nun erstens zwei Wände wirken dzrch die der Schall hindurch muss und zweitens es aufgrund von rämmlich verzögerten Wellenreflexionen auch noch zu Überlagerungen und Auslöschungen derselben kommt. Zudem wird der Zwischenraum zumindest teilweise mit Dämmmaterial gefüllt, um die darin enthaltene Luft zu beruhigen.
Dies allein kann eine wirksame Massnahme gegen Störschall in beide Richtungen sein. Die Innenseite eier solchen Konstruktion hört sich natürlich wieder an, wie ein leerer Raum: Es peitscht und knallt. Die Wände müssen daher mit Dämmstoffen beruhigt werden. Die bringt aber nur einen theoretischen Effekt auf die Schalldämmung nach aussen: Das Doppelraumsystem ist der Knackpunkt.
Vereinfach tkönnte man sagen: Dass Mauerdicke und Doppelraumsystem gegen die Schallquantität wirken, während Dämmstoffe auf oder vor der Wand die Schallqualität definieren.
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Antwort#3
Hi! Und Hi studio96! ;-> Ich glaube der Herr meint eher was dahingehend das er mal mit seiner Freundin einen guten Abend verbringen kann, ohne das Maurice (sein Mitbewohner!) alle Gespräche oder andere Geräusche mitbekommt! ;->
Natürlich ist Dein Vorschlag sehr kompetent, aber vielleicht reicht auch einfach nur aus alte Teppiche in die Tür zu hängen, oder diese mit Schaumstoff auszulegen! Und dann vielleicht noch dafür sorgen das die Türen nach aussen gut und, wie studio96 schreibt, luftdicht zu machen. Oder gib Deinen Kollegen doch nen 5er und die sollen ins Kino! :-) *lol* Dämme mit allem was Du bekommen kannst.. das bringt bestimmt schon was! Zumindest für Deinen Nachbarn, und für Dich und Deine Freundin! *haha* (Eierkartons, Schaumstoff, Pappe, und Türen dichten!)
Tschö mit Ö
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Antwort#4
Unter '''Schalldämmung''' (auch Schallisolation) wird eine Behinderung der Schallausbreitung von Luftschall oder Körperschall durch schallreflektierende Hindernisse verstanden, das heißt durch Schallreflexion, des sich ausbreitenden Schalls an einzelnen Untetigkeiten, zum Beispiel an Bauteilen. Als bekanntes Beispiel ist eine schallabblockende Schlagzeugkabine zum Üben anzusehen.
Unter '''Schalldämpfung''' wird eine Behinderung (Verminderung) der Schallausbreitung durch '''Absorption''' von Schall verstanden, das ist Umwandlung des Schalls in Wärme. Als bekanntes Beispiel ist eine schalldämpfende Schlagzeugkabine zum Üben anzusehen. Als Beispiel ist die Sprachverständlichlichkeit des Lehrers zu erhöhen, indem die Halligkeit eines Klassezimmers durch eine schallabsorbierende (schallschluckende) Zimmerdecke, verbessert wird.
Die Begriffe Schalldämmung und Schalldämpfung werden in der Praxis wenig sorgfältig auseinander gehalten und auch verwechselt. Manchmal ist jedoch eine Trennung nicht möglich, da beide Vorgänge gleichzeitig oder miteinander verkoppelt auftreten.
Wenn die peinlichen Küsse vom "Frager" nicht von seinem Nachbarn gehört werden sollen, dann muss er mit seiner Freundin zur schallabblockenden "Schalldämmung" in eine Schlagzeugkabine kriechen.
Wenn die Kussgeräusche zu viele Echos und Reflexionen in seinem Raum erzeugen, dann muss er zur akustischen "Schalldämpfung" diesen Raum mit dem bekannten Pyramidenschaumstoff oder mit Eierpappen an all seinen Wänden versehen, damit der Schall in Wärme verwandelt wird.
Ich denke, der Unterschied zwischen "Schalldämmung" und "Schalldämpfung" ist jetzt klargeworden.
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Antwort#5
ok, also Dämpfungung i.G.s zu Dämmung. Mit meiner Antwort wollte ich klarmachen, daß man genau mit Eierkartons nichts erreicht. Um verdächtige Geräusche zu übertönen, hilft dann wohl nur laute Musik.
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Antwort#6
Es gibt auch von der Firma Gerriets einen Schallschutzvorhang. Das ist ein mehrlagiger, aus verschiedenen Materialien bestehender "Stoff", der im Theater eingesetzt wird um z.B.in der Pause Umbaugeräusche von der Bühne zum Publikum zu eliminieren. Der funktioniert , speziell im Sprachfrequenzbereich , ganz ordentlich. Bässe kann man damit natürlich nicht an ihrer Ausbreitung hindern, aber dafür hängt man den Vorhang einfach nur an die Wand und muß keine großen Umbauarbeiten vollbringen. Allerdings ist dieses Material auch nicht ganz billig.....aber versuchs doch einfach mal mit schweren Velourstoffen ca. 5-10 cm von den Wänden entfernt . Bringt auch schon was - als leichte Dämmung nach außen und als Höhenbedämpfung im Raum - und kann im Design je nach Geschmack variieren.
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Antwort#7
Hallo,
mir ist der Unterschied zwischen Dämpfung und Dämmung schon klar aber ich verstehe eins nicht ganz:
Wenn ich Schall mit Absorbern dämpfe wird dabei einiges an Schallenergie in Wärme gewandelt, sprich geht verloren. Aber ist verlorene Schallenergie nicht gleich schwächerer Schalldruck, dh. leiser und somit einer Dämmung gleich? Denkfehler??
Michi
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Antwort#8
Wenn man sich entschlossen hat, 10-20cm des Raumes aufzugeben, dann sind mir die Gipsplaaten lieber undeffektiver als Vorhänge, die nicht abschliessen und nix bringen. Ich würde auchmal behaupten daß die Gipsplatten einen geringeren qm-Preis haben :-D
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Antwort#9
Klar, aber die Frage ist wieivel es bringt. Erstens steht nicht der gesamte Raum mit Absorbern voll, zweitens wirken die nicht beliebig gegen Bässe. Ich habe das ja selber ausprobiert: In meinem Aufnahmeraum kann ich reinstellen soviel ich will: Der Klang variiert von hell schallend bis erstickend dumpf (z.B. Sprechereinstellung). Wenn ich aber draussen den Schall aufnehme, höre ich jeweils keinen Unterschied im Pegel. Ein weiterer Punkt: Absorber stehen oftmals dort wo sie benötigt werden, im Bereich der Abhöre z.B. Dort wirkt wenig Material schon Wunder.
Bei Bässen ist der Effekt natürlich schon ein Punkt: Gelingt es, die niederen Frequenzen vorwiegend im Zwischenraum zu töten, sind bei Aspekte gut erfüllt. Dies wird im Prinzip ja auch genau so gemacht: Wenn man sich mal ansieht wie ein Flächenabsorber aufgebuat ist, so findet man ein mehrlagiges System aus Grenzflächen (schwere Folien) und Dämmmateriealien.
Letztlich geht es aber auch um den Preis: Mit einer kompletten "einlagigen" Innenschale aus Gipsplatten komme ich mit dem Pegel im Bassbereich locker um 10-20dB runter, was den nach Aussen wirkenden Schall angeht und diese Art der Dämmung kommt auch dem Bassklang im Innenraum zugute. Wollte man eine ähnliche Lärmreduzierung mit Absorbern realisieren, kommt an preislich auf ein Vielfaches.
Ich habe mal für eine nicht ganz unbekannte Band einen Probenraum geplant- oder nennen wir es besser ein Probenstudio. Es handelte sich um einen alten Bauerhof, in den auf der oberen Etage eine komplette Innenschale eingezogen wurde. Dieser lag in einem Wohngebiet- ergo musste was gemacht werden. Vorhanden war ein recht dünnes bröckeliges Mauerwerk, um das man bei Bässen förmlich Angst haben musste :-) Zunächst wurde eine einfache Dachlattenkonstruktion 10cm davorgestellt, und billige Spanplatten aufgeschraubt. Dämmung zur Wand: Vollflächig Steinwolle. Die eigentliche Innenschale bestand dann aus zweigegeneinander verschschraubten und verklebten Gipsplatten in Aluprofilen. Die Bässe waren wesentlich angehmer und ruhiger und draussen auf der Strasse war es trotz höchster Pegel im innenraum totenstill. Selbst innerhalb des Gebäudes war vom Schlagzeug kaum etwas zu hören. Nach vollständiger Installation waren Frequenzen von 40 Hz, insgesamt um fast 30dB stärker abgesenkt, als zuvor allein durch das Mauerwerk.
Ausserdem ist die Lärmreduktionen das Verhältnis INnenschall zu aussenschall, was nicht ganz so einfach einzuscgätzen ist. Man muss sich bewusst machen, daß stark reflektierende Innenräume zunächst zu einer erhöhten Innenlautstärke führen. Musiker spielen aber deswegen nicht wirklich leiser, da die Reflextionen zu einem undeutlichem Klangbild führen, daw mit Lautstärke der Monitor bekämpft wird. Geht man davon aus, daß die Musiker auf einem sinnvollen Pegel spielen, so ist die objektive Innenlautstärke bei sauberem um eher geringer.
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Antwort#10
ups, ich hab ja fast nix verstanden ;-) ausser vielleicht, dass ich meine frage konkretisieren sollte. ich les mir das mal alles in ruhe durch und sollt ich dann noch immer nicht schlauer sein frag ich einfach nochmal nach.
einstweilen vielen dank
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Antwort#11
Danke für die ausgiebige Antwort!
Meine Frage richtet sich aber eher auf das rein physikalische Prinzip des Unterschiedes der Wirkung von Dämm- u. "Dämpf"-Material.
Nehmen wir an ich halte einen Absorber (zb. einen Schaumstoff) vor einen Lautsprecher der zb. einen 1kHz Sinuston wiedergibt und der Schalldruck beträgt direkt vorm Absorber 70dB. Und nehmen wir an der Absorber dämpft bei 1kHz um 10dB.
Beträgt dann der Schallpegel gleich hinter dem Absorber 60dB (wenn man die Raumakustik mal weg lässt)? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
Verdammt, da tun sich in mir gleich so viele Fragen auf. Ich werd mir wohl ein Buch über Akustik zulegen müssen um mein Hirn zu füllen...Danke trotzdem! Kennt da jemand vielleicht ein gutes Buch?
Güsse, Michi
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Antwort#12
Mit diesem Buch bist du sehr gut bedient:
http://www.amazon.de/exec/obidos/tg/stores/detail/-/books-intl-de/0071360972/reviews/302-5879110-7832853
"Master Handbook of Acoustics" von F. Alton Everest,
Tab Books, Broschiert / Sprache Englisch
Amazon-Preis: EUR 36,50
Auch dieses hier von gleichen Autor ist recht gut:
"Studio Construction on a Budget" von F. Alton Everest,
Tab Books, Taschenbuch / Sprache Englisch
Amazon-Preis: EUR 27,50


Das beste und preisgünstigste Buch über Dämmung und Dämpfung
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Antwort#13
Hallo michi,
Nehmen wir an ich halte einen Absorber (zb. einen Schaumstoff) vor einen
Lautsprecher der zb. einen 1kHz Sinuston wiedergibt und der Schalldruck
beträgt direkt vorm Absorber 70dB. Und nehmen wir an der Absorber dämpft
bei 1kHz um 10dB. Beträgt dann der Schallpegel gleich hinter dem Absorber
60dB (wenn man die Raumakustik mal weg lässt)? Das kann ich mir irgendwie
nicht vorstellen.
Wenn du keinen Absorber sondern ein normals Brett dicht vor den direktabstahlenden Lautsprecher hältst, dann dann "behinderst" du den Schall, also ist das Dämmung. Wenn du den Lautsprecher voll in eine Kiste einsperrst, dann ist das volle Dämmung. Manche bauen deshalb ihren lauten Computer in so einen Schallschrank ein. Das ist Dämmung durch Abschottung.
Jetzt fragst du, ob ein Absorber, der ja ein Schalldämpfer ist, den 70 dB lauten Direktschall des Lautsprechers um 10 dB dämpft, wenn man ihn vor den Lautsprecher hält? Die Antwort ist nein. Absorber behindern nicht mechanisch den Direktschall. Hier geht etwas durcheinander.
Du hast richtig erkannt, da hilft wirklich ein gutes Akustikbuch, wie das "Master Handbook of Acoustics" von F. Alton Everest.
Das Lesen dieses Buchs ist schon spannend, wenn auch auf Englisch.
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Antwort#14
ein wirklich gutes buch ist dieses hier:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3345001403/qid=1090330267/sr=1-1/ref=sr_1_0_1/302-5376257-2976813
das gibts auch als alte DDR variante in der ein oder anderen bibliotek. zum bleifisch der der humbold uni- berlin.
so´ne raum in raum konstruktion funktioniert aber auch nur dann wirklich gut wenn du den raum entkoppelst, also schwingend lagerst. stichwort sylomer ->googel.
grüße


zum Buch
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