Mikrofone überprüfen?

Erstellt 21 Antworten22 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
da ich die Vermutung nicht loswerde, dass meine Mikrofone bei Verwendung als Solistenstütze zerren, hier die Frage, wie ich das eventl. überprüfen könnte.
Ich nehme das vornehmlich bei Sopran und seltener bei der Altstimme war. Die Entfernung zur Solistin liegt bei ca. 1- 1,5m. Könnte es sein, dass der Schalldruckpegel einer Sopranistin aus dieser Entfernung ein KM84 mit -10dB Vordämpfung zum klirren bringt? Diesen Effekt nehme ich auch bei Verwendung eines UM70 in Stellung Niere,ebenfalls -10dB vorgedämpft war. Vielleicht ist auch die Vordämpfung am Mikro nicht mehr in Ordnung. Nun ich würd es gern selber prüfen, falls machbar.
Mit Dank für antworten
Gruß
Jörg
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Antwort#2
Hallo Jörg,
das KM 84 verzerrt nicht bei diesem Abstand, die Vordämpfung kann ruhig ausgeschaltet bleiben. Das KM 84 kann bei Vordämpfung bis zu 134 dB Schallpegel mit 0,5% Klirrfaktor übertragen. Eher könnte der nachfolgende Mikrofonverstärker im Mischpult verzerrn. Oder die Phantomspeisung ist nicht in Ordnung und zu gering.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Hallo Rainer,
der Mikrofonvorverstärker ist es nicht, da bin ich 100% sicher. Dann werde ich die Phantomspeisung unter die "Lupe" nehmen. Ansonsten bleibt dann nur die gezielte Beschallung im reflexionsarmen Raum bzw. Überprüfung durch den Hersteller.
Gruß und Dank
Jörg
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Antwort#4
Hallo,
ich gehe mal davon aus, dass die Gaineinstellung geprüft wurde. Nicht, dass hierdurch eine Übersteuerung der Wandler- oder Aufnahmeeinheit begründet ist.
Wolfgang
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Antwort#5
Welcher Art sind die Verzerrungen? Sind es wirkliche Übersteuerungen oder wird der Ton rauher, spitzer? Wenn Du das genauer untersuchen willst, solltest Du zwei identische Mikros einmal mit Pad einmal ohne, und auch mit verschiedenen Mischpulteinstellungen oder auch Vorverstärkern einsetzen und Vergleiche im Waveeditor anstellen. In der Tat könnte hier eine unzureichende Phantomspeisung der Grund sein. Ich würde versuchen, die Mikros mit einem Lautsprecher zu bestrahlen und so die jeweiligen Grenzen zu finden. Oft liegt es an irgendeinem Preamp im Mischpult dessen Übersteeurungsanzeige zu langsam ist.
Was ich so pauschal sagen kann, ist, daß ein Pad meist nicht nötig ist und bei den KM184 besonders nicht, da die sehr hohe Pegel verkraften. Es ist allerdings so, daß es infolge von Raumrefelxionen z.T: zu unschönem Klang in den Obertönen kommen kann. In EInzelfällen muss man auch die Sängerin mal mit den Ohren abhören: Einige neigen durchaus ein wenig zum Kratzen: Bei besonders lauten und kurzen hohen Tönen, hört sich das irgendwie zerrig an.
Ich würde aber unabhängig davon nicht unbedingt KM184 für Gesangs-Solostützen nehmen.
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Antwort#6
Der Ton wird rauher und es scheint als würd er kratzen. Und vornehmlich wenn die Dame vor dem Mikro im f bis ff aussingt wirds hörbar.
Warum keine KM84 als Stütze für diesen Fall?
Gruß
Jörg
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Antwort#7
Ja, die Gain Einstellung ist zwar im Bereich der oberen Grenze damit das Signal, was im piano eingesungen wird noch genügend amplitudenaufgelöst wird (AD-Wandler direkt nach den Vorverstärker)aber da zerrt nix.
Gruß
Jörg
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Antwort#8
Weil die KleinNeumänner bei Sopran nicht gut klingen. Wobei das teilweise meine Einschätzung vor Allem aber die Einschätzung der Sängerinnen ist (Blindversuch!). Hier werden - technische Fakten hin oder her - Grossneumänner klanglich bevorzugt. Ich benutze hier meist das 103 oder das 193. Letzteres ist ein bischen stumpf, was aber nicht unpraktisch ist.
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Antwort#9
... was das TLM 193 betrifft, gehe ich mit. Habe es auch schon ein paar mal als Sopran- Stütze benutzt, und noch keine Kundin hatte wirklich was dagegen einzuwenden. Aber auch schon KM 183, und sehr gerne auch Gefell M 296S (1" Druckempfänger). Das ist halt wieder mal die berühmte Geschmacksache. Das TLM 103 würde ICH aber eher nicht vor die Sopranistin stellen ...
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Antwort#10
"Das TLM 103 würde ICH aber eher nicht vor die Sopranistin stellen "
Nun muss ICH fragen, Warum nicht?
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Antwort#11
Du nimmst nur ein Mikrofon als Stütze, oder? Ich nehm lieber zwei Kleinmembranmikros, weil ich dann viel mehr Freiheitsgrade besitze, um akustische Probleme zu lösen. Da gibts dann auch schon mal eine XY Anwendung, die mit Großmembranmikros eher undenkbar ist.Aber alles in allem ist das ja eine Geschmacksfrage und manchmal auch ein spezieller Kundenwunsch, der hinter der Wahl des Mikrofones steckt.
Gruß Jörg
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Antwort#12
... einmal schlechte Erfahrung damit gemacht :-)
Nein, wirklich, für "hohen" Gesang gibt es meiner Meinung nach günstigere Mics (wie eben z.B. bei den "Großmembranern" das 193er), das TLM 103 wird mir wegen der doch recht starken Präsenzanhebung schnell nervig. Sicher, es gibt ja auch EQ... Aber das TLM 193 hat meiner Meinung nach auch eine wesentlich homogenere (frequenzabhängige) Richtcharakteristik als das TLM 103, was wohl nicht zuletzt am wesentlich geringeren Kapseldurchmesser liegt.

Swen
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Antwort#13
Ja, und dann gibt es ja noch den gefühlten Klang der Sängerin. :-)
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Antwort#14
Nur mal zur Nachfrage: sicher? Tritt der Effekt auch auf, wenn du weniger aussteuerst? Was ist es für ein Preamp?
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Antwort#15
....Tascam DM 24 als Wandler und danach direkt über TDIF raus aus dem Pult...
Den Effekt hab ich aber auch an einem analog-Pult feststellen können.
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Antwort#16
Lieber Jörg,
KM84 habe ich zwar schon seit diversen Jahren nicht mehr, erinnere mich aber wohl daran, dass bei diesem Mikrofontyp aufgrund des Impedanzwandlers 0,5 % Klirrfaktor im Ausgangssignal 'bereits' bei 128 dB SPL, entsprechend etwa 360 mV Ausgangsspannung (das Ding bietet ja ca. 7mV/Pa an) erreicht waren. Überstieg die Ausgangsspannung des Mikrofones diesen Wert auch mit der internen Vordämpfung -das KM 184 verdaut 2,4 V am Ausgang, also 16 dB mehr- kam langsam aber sicher Feuer aufs Dach. Soweit erinnerlich gibt Neumann gibt in den KM-8X-Daten als Grenzschalldruck gar 'nur' 120/130 dB SPL an.
Du musst eben genau bestimmen, was am Mikroausgang/Mischpulteingang anfällt, feststellen, ob daher deine Probleme rühren können, und dann die richtige Gegenmaßnahme ergreifen.
Hans-Joachim
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Antwort#17
Interessant, wobei ich mich errinnere, daß Neumann in der Beschreibung der 184er damit glänzte, gegenüber den alten 84er 10dB gewonnen zu haben. Was den Vergleich angeht: Wir hatten im ersten Studio 2 ziemlich alte 84 im Fundus. Kaufdatum Anfang der 90er. Später habe ich mir für meine Zweicke neue 184er zugelegt. Angestossen durch ein Forenmitlgied hier, habe ich mal einen Vergleich gemacht: Nach meinem Eindruck klingen die neuen Typen ein weniger heller und spitzer. Hm...
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Antwort#18
Die alten KM mit der bis dato unverändert gebauten Nierenkapsel K84 sind vom Frequenzgang (0°-Achse) fast glatt. Die neuen KM184 haben im oberen Frequenzbereich eine leichte Anhebung "spendiert" bekommen. Den genauen Punkt, ab welcher Frequenz die Anhebung wirksam wird hab ich nicht mehr im Kopf, aber deshalb klingen sie auch so, wie du sie im Vergleich beschrieben hast.
Gruß
Jörg
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Antwort#19
Jubel, dann haben meine Ohren ja mal Recht gehabt. Wenn die KM 184 diese Höhenbetonung haben, dann griffe ja im Vergleich zu den KM84 ja dieselbe Argumentation wie zuvor bei TLM103 zu TLM193 wo die Höhenbetung als Sopranstütze nicht so gut ist. (?)
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Antwort#20
Da ist auch viel Psychologie dabei. Man kennt die Bilder aus Studios, wo die Sänger meistens ein U87 oder U89 "vor der Schnauze" haben, das "muß" ja gut klingen. Dies führt sogar dazu, daß es Tonleute gibt, die die U87 sogar bei Orchesterkonzerten den Sängern hinstellen, obwohl die fast dahinter versinken. Da sind doch die AKG/Schoeps Stachel klanglicher und optisch besser.
Ich persönlich nehme sehr gerne die M930 von Microtec Gefell, die sind "kleine Großmembranen" und "versauen" den Frequenzgang nicht ganz so wie die Neumann Großmembranen. Die KM84 (die 184 kenne ich nicht) sind alles in allem immer ein wenig bissig und daher mit Vorsicht zu genießen, gerade bei Sopran. Nichts desto Trotz kann mit den 84-ern gute Ergebnisse erzielen, wenn man diese klangliche Eigenart "einplant".
Gerade bei Solosängern (besonders Sopranen) darf man die zu erwartenden Pegel nicht unterschätzen. Zum einen können die "ordentlich Gas geben" und gewisse Formanten der Stimme kommen dann fast so brutal stark und gerichtet wie bei einem Hornlautsprecher.
Gruß
Markus P.
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