Hallo Leute, ich möchte im nächsten Monat eine mobile Recordinglösung anschaffen. Autiotechnisch habe ich mich für das RME Multiface mit PCMCIA-Card und dem Marian Adcon am ADAT I/O des Multiface als Erweiterung für die 9. bis 16. Kanäle entschlossen. Softwaremäßig möchte ich Cubase SX und als Hardware einen Laptop einsetzen. Welche Erfahrungen habt Ihr mit solchen Lösungen gemacht und worauf sollte ich insbesondere beim Computerkauf (davon habe ich am wenigsten Ahnung) achten? Wäre schön, wenn Ihr mir ein paar Ratschläge geben könntet! Danke! Wolfgang
Hallo! Ich verwende genau die selbe Lösung die du ins Auge gefasst hast, nämlich das Multiface mit PCMCIA-Karte und den ADCON. Mit den RME-Produkten bin ich sehr zufrieden, kann ich dir nur wärmstens empfehlen! Die RME-PCMCIA-Karte ist auch glaub ich einzigartig am Markt in dieser Form (mit eigenem DSP etc.), andere mobile Lösungen sind sonst USB od. Firewire. Der ADCON ist brauchbar aber eines nervt mich in Verbindung mit dem Multiface: Selbst wenn das Multiface in den Eingängen auf +4dBu und der ADCON ebenfalls auf +4dBu gestellt ist, verträgt der ADCON komischerweise nur weniger Eingangspegel. In der Praxis sieht das so aus dass man die Signale die zum ADCON führen geringer Einpegeln muss (oder dämpfen). In Studiosituationen ist das weniger problematisch aber bei Livemitschnitten wo man oft einen saftigen Pegel von den Direct-Outs oder Inserts der Mixers bekommt über die man i.d. Regel nicht viel Einfluss hat (sonst würde ja wiederum der Live-Mix beeinträchtigt werden)ist das sehr ärgerlich. Dabei ruinierte ich mir schon mal teilweise einen Live-Mitschnitt durch Übersteuerung des ADCON. Was das Notebook betrifft: Ich selbst benütze ein günstiges Fujitsu-Siemes Amilo P4 2,4Ghz, 256MB RAM, 4200rpm 40GB HD und damit hatte ich bis jetzt keinerlei Performance-Probleme bei simultan 16Spur/24Bit/48kHz-Recording. Ich benütze es aber eigentlich nur fürs Recording, abmischen tu ich am Desktop-PC. Wichtig fürs Notebook bei Musikanwendungen sind meiner Meinung nach: -Leiser Lüfter (oder geringere Hitzeentwicklung zb. Intel Centrino) bei Studioanwendungen -schnelle Festplatte 5400rpm od. besser noch 7200rpm mit 8MB Cache -grosses Display am besten 17" mit 1600x1200 -keine shared-Grafik, sprich Grafikkarte mit eigenem echten Speicher -FW + USB 2.0 für zb. externe HD`s -wenn du eine ganze Produktion am Notebook machen möchtest mit viel PlugIns und VSTi`s dann wäre viel RAM (512MB+) und eine besonders schnelle CPU auch nicht schlecht -sonstiges Nützliches wie DVD-Brenner, FW, USB 2.0, Floppy, Gigabit-LAN je nach eigenem Bedarf PS: Man kann jedes Notebook ziemlich einfach selber aufrüsten mit Festplatte, RAM, Laufwerk und Akku. Viele trauen sich dass nicht und zahlen dann für zb. extra RAM einen saftigen Zuschlag der weit über den RAM-Preis hinausgeht.
DH. Solltest du ein perfektes Notebook gefunden haben nur die Festplatte ist zB. zu langsam, nimm kein anderes sondern bau dir eine schnellere ein und verkaufe die andere oder verwende sie mit einem billigen 2,5" USB- od. PCI-Adapter als Backup-Platte oder sonstiges. Das rentiert sich mehr als sich dann ein anderes Notebook zu kaufen mit schneller HD aber kleinem Display...nur so als Beispiel! Ich hoffe ich konnte dir helfen Michi
Hallo Michi, herzlichen Dank für die Antwort. Eine so passende und präzise Antwort finde ich total Klasse. Das Problem mit den Pegeln beim Adcon und dem Multiface hätte ich genauso wenig erwartet wie du. Kannst Du mir in wenigen Worten erklären, wie ich die Pegel an den Ein- und Ausgängen des Multiface und, nun noch viel wichtiger, über den ADAT I/O am Adcon kontrollieren kann? Ist beim Multiface auch ein Realtimeanalyer dabei? Wolfgang ps: Deine Tipps bezüglich Laptopausstattung werde ich natürlich auch beachten!
Hallo, freut mich das ich dir helfen kann! Die Pegel aller Ein/Ausgänge kannst du nur auf digitaler Ebene beeinflussen. Bei dem RME Hammerfall DSP-System ist eine Routingsoftware ähnlich einem Mixer dabei, die heisst "Total Mix". Hier werden alle physikalischen Eingänge, die Software-"Ausgänge" des Sequenzers und die physikalischen Ausgänge pegelmässig angezeigt. Man kann die Lautstärken anpassen und auch hin- u. herrouten wie man will. Zb. alle physikalischen Eingänge auf einen separaten Ausgang für einen latenzfreien Monitormix für die Musiker. Wenn zuviel Pegel ins Multiface kommt clipt es natürlich da nützt die TotalMix-Software nichts (die kümmert sich ja nur um die Pegel die schon durch den AD-Wandler sind) man muss dann einfach die SignalQUELLE "leiser" machen. Der AD-Wandler (und DA) hat eine feste Grenze wieviel Pegel er verträgt und diese Grenze kann man beim Multiface in drei versch. Stufen festlegen (per internen Jumper für jeden einzelnen Kanal). Erstens -10dBV, zweitens +4dBu und drittens "LowGain". In "LowGain" verträgt das Multiface Pegel bis 19dBu, also da kann eigentlich nichts mehr passieren mit übersteuern. Nur beim ADCON leider nicht, wieviel Pegel er verträgt steht nicht einmal im Handbuch. In der +4dBu-Stellung jedenfalls ein noch weniger wie das Multiface in +4dBu. Am ADCON kannst du den Pegel nur bei den ersten 2 Kanälen die mit den Mikro-Preamps ausgestattet sind regeln, ansonsten halt nur die globale Umschaltung zwischen -10dBV und +4dBu und dann software-seitig in TotalMix (1-8 sind dort die Multiface-Ein/Ausgänge und 9-16 die Adat Ein/Ausgänge und 17+18 die SPDIF)! Mit dem Hammerfall DSP-System kommt noch eine Software namens "Digicheck" dazu, die auch als Realtime-Analyser fungieren kann und vieles mehr. Aber am besten schaue dir mal das Multiface-Manual und Infos über die Digicheck-Software bei rme-audio.de an. Viel Spass, Michi
Hallo, im allgemeinen laufen die heutigen Rechner Systeme sehr stabil, dennoch würde ich auf eine reine Rechnergestützte LIVE Aufnahme verzichten. Ich würde Dir dringends raten einen DAT Recorder, oder digitalen Multitrack, als Havarie System mitlaufen zu lassen, denn eine Liveaufnahme ist nunmal nicht zu wiederholen. Gruß Hendrik
Hallo, nur als Anregung meine Lösung: Das aufzunehmende Signal geht per Multicore-Kabel (24 mal) in den Preamp eines Mitec Performer 32, über die Insertbuchse raus in eine selbstgebaute Adaterkiste. Dort gibt es je Kanal eine weitere "Pre-Recording" Insertbuchse, von der aus geht es via Sub-D Kabel in einen Mackie SDR 24/96. Dessen Ausgänge kommen wieder zurück in die Adapterkiste, wo sie über je eine "Post-Recording" Insertbuchse zurück ins Pult gehen. So kann ich das (bis auf die GAIN-Einstellung) unbearbeitete Signal mehrspurig aufnehmen und gleichzeitig einen Live-Mix erstellen, wobei ich mir raussuchen kann, ob eventuelle Effekte vor oder nach dem Aufnahmegerät zum Einsatz kommen. Das schöne daran ist die Tatsache, dass weder Fader- noch EQ-Einstellung Eifluss auf die Aufnahmen haben und dass ich nach beendeter Aufnahmesession das Ergebnis sofort über die PA wiedergeben kann, was sehr gut ankommt. Zugegeben, die Sache ist recht umständlich, aber dafür sehr universell. Der Recorder sitzt zusammen mit einem Hallgerät und einem 4-fach Kompressor in einem 6 HE-Rack neben dem Pult. Bis jetzt bin ich mehr als zufrieden mit dieser Anordnung. Gruß Martin
Hallo, Beim Schlepptop würde ich evtl. noch auf IEEE 1394 (Firewire) Anschluß achten. Es gibt neuerdings Mischpulte (z.B. Mackie Onyx) bei denen per Firewire bis zu 16 Kanäle direkt über die Firewire Schnittstelle aufgenommen werden können. Ich weiß nicht, ob derzeit noch andere Firewirelösungen auf dem Markt ist, aber die Idee finde ich ziemlich genial. Vieleicht setzt Mackie ja einen Trend. Ciao, Karsten