Kirchenorgel

Erstellt 17 Antworten18 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo erstmal,
ich habe nun schon einige aufnahmen machen können, aber demnächst soll ich eine Kirchenorgel und später einen Chor aufnehmen (selbstverständlich in der kirche) und mit so einer Komplexiktät, hatte ich noch nicht zu tun gehabt. Es werden keine anderen Personen da sein, also nur der Orgernist und meine wenigkeit.
Können sie mir sagen, was ich für die jeweiligen veranstaltungen für mikrofone brauche und worauf ich achten soll/muss???
aufnehmen wollte ich mit mindestens 5 mikrofonen, um den gesamtklang der (wirklich gut klingenden) Kirche einzufangen, und um später der Hauseigenen Hall zu nutzen.
Für antworten, bedanke ich mich schon einmal.
Dirk


Aufnahme einer Kirchenorgel
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Antwort#2
Hallo Dirk (studio_barnim),
Eine Kirchenorgel aufzunehmen oder einen Chor als ein akustisches Ereignis aufzunehemen kann doch nicht komplex sein. Die richte akustische Klangballance sollte sich doch einigermaßen von alleine einstellen.
Komplex wäre, wenn du die Orgel in der Kirche und der zu dem Musiktitel dazugehörende Chor im Gemeindesaal nachsysnchronisiert werden sollte. Auch wenn du einen Chor mit einer elektrisch verstärkten Rockband aufnehmen musst, wäre das schon komplex.
Vorschlag für die Orgelaufnahme: 3 Kleinmikrofon-Kugeln vorne an der Orgel: L, M, R und 2 Kugeln als Raumsignale.
Beim Chor sind auch 5 Kugel-Kleinmikrofone über und vor dem Chor ein guter Start.
Siehe: http://www.stageaid.de/stageaid/stage17.htm
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Antwort#4
... und um später den hauseigenen Hall zu nutzen.

Seltsam und unverständlich.
Warum muss man bei einer Aufnahme eines Chors und einer Orgel in einer gut klingenden Kirche "später" einen hauseigenen Hall nutzen?
Der Kirchenraum wird doch positiv gleich in die Aufnahme mit einbezogen.
Höchstens die Techniker der Fraktion der "Ton-ab-nehmer" könnten dazu vielleicht andere Vorstellungen haben.
Hier handelt es sich aber eindeutig um die Tonaufnahme des natürlichen Schalls eines Chors und einer Orgel.
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Antwort#5
Ich denke, er MEINTE mit dem hauseigenen Hall exakt den Kirchenhall- daher die vielen Mikrofone. Was mich wundert: Es scheint ja schon eine Vorstellung vorzuliegen, daß es 5 Mikros sein sollen- wieso muss da noch gefragt werden?
Um es auf den Punkt zu bringen helkfen diese Konzepte und auch die links nicht weiter. Erstmal muss klar sein, wer wann zusammenspielt, wo die Leute stehen, ob Mikros mehrfach benutzt werden (Orgel+Chor gleichzeitig) etc.
Eine Möglichkeit ist, daß der Chor VOR der Orgel stehn, oder eben auch in Kontrapostion. Daran ist die Mikroaufstellung festzuumachen.
Ohne geometrische Beschreibung der Situation sind alle Tips wertlos!
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Antwort#6
5 Mikrofone wurden als gegeben vorausgesetzt.
Es wurde nicht gesagt, ob Kleinmikrofone mit Kugelcharakteristik gemeint sind. Hoffentlich!
Was auch nicht mitgeteilt wurde, ob Chor und Orgel gemeinsam auftreten.
Unklar ist weiterhin, warum man "später" den hauseigenen Kirchenhall benutzen möchte. Den nutzt man doch nicht später!
Auch ist bei solchen Produktionen keine Mehrspuraufnahme üblich.
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Antwort#7
"Auch ist bei solchen Produktionen keine Mehrspuraufnahme üblich."
Dies in der Musiker Gehörgang ! Musste erst kürzlich wieder etwas zusammenmischen, was man mir als Samplitude-Project angeschleppt hat. Die Aufnahme wurde von den Musiker (Chor+Klavier+Flöte) selbst vorort in der dortigen Kirche gemacht: 6 Einzelspuren. Da sie am heimischen Rechner keinen Klang hingebekommen haben, sollte ich das dann probieren. Leider gab es kein einziges richtige Stereopaar - die Mikros standen "in der Wiese" :-(
Daher heisste vorort mischen- man kann es ja sicherheitshalber als Mehrspur belassen. Besonders bei Chor und Orgel, kann man dann im Nachhinein wenigstens noch ein bischen Ausgleich schaffen, wenn der Chor zu leise erwischt wurde.
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Antwort#8
Moin Dirk,
egal wie Du die Orgel mikrofonieren willst, ob mit Nieren oder Kugeln, Kleinmembran oder Kohlekapsel ;-), schau Dir unbedingt die Orgel VOR dem Aufbau an, und lass Dir erklären, ob die einzelnen Register im Haupt- bzw Schwellwerk immer zusammen oder getrennt nach C/Cis stehen.
Hintergrund: Es ist bei größeren Orgeln durchaus üblich, die einzelnen Register im I./II. oder sogar III. Manual nicht zusammen sondern getrennt nach C/Cis einzubauen.
Dabei werden auf jeder Seite jeweils ganze Tonschritte verwendet, also C, D, E, Fis (!!!), Gis, B(Ais), C' und Cis, Dis, F (!!), G, A, H, Cis'.
Dadurch soll ein transparenteres, bewegteres Tonbild erzeugt werden. Letzteres kann bei der Aufnahme auch zum Nachteil gediehen, da eine Aufnahme mit direkten Nieren dieses "Pfeifenspringen" überdeutlich abbildet, zumal schon bei einem normalen D-Dur oder h-moll die Seiten schon 2x wechseln, aber nicht jeder Organist bei der späteren Abhören davon begeistert ist!
Natürlich ist solches "Springen" auch bei nicht getrennten Registern oder weit entfernten Kugelmics zu hören, das ist dann aber bei weiten nicht so stark und hat meistens seine Ursache in Resonanzen und Reflektionen!
Also beim nächsten Meeting kritisch fragen, ob die Orgel nach C/Cis getrennt ist, und wie der Organist dieses "Springen" auf der CD dargestellt haben will.
Beste Grüße, Hardy
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Antwort#9
Hallo Hardy,
da braucht man den Organisten nicht erst zu fragen.
Das Springen von Einzeltönen darf man nicht deutlich hören. Das hört man als Zuhörer in der Kirche auch nicht.
Wenn man das auf der Aufnahme hört, dann ist das ein grober technischer Fehler.
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Antwort#10
Die Techniker, die die Orgel abnehmen, die kriegen das Töne-Springen ganz wunderbar hin! :-)
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Antwort#11
Meinst du nun die unkundigen Tontechniker, die fälschlicherweise ab- statt aufnehmen- oder die Orgeltechniker bei der Endabnahme ?
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Antwort#12
Meinst du nun die unkundigen Tontechniker, die fälschlicherweise ab- statt aufnehmen?
Nein, "unkundig" möchte ich bestimmt nicht sagen und ob das als "fäschlicherweise" gesehen werden kann, ist sicher reine Ansichtsache.
Gemeint sind die in ihrer Denkweise etwas mehr dem "Stöpseln" zugeneigten PA-Techniker. (MIDI, Synthi, DI box, Stromgitarren, Strombass).
Diese sehen eine Tonaufnahme etwas weniger im Aufnehmen von akustischen Schallsignalen durch Mikrofone im größerem Abstand, sonder eher als "Abnehmen" von direkten eletrischen Signalen. Selbst bei akustischen Signalen wird die ihnen schädlich erscheinende "Luft" als Übertragungsmedium gemieden.
Dieses ist eine Feststellung und keine Wertung, denn gut bei einem Klang ist, was letztendlich gefällt, sebst wenn dieser "abgenommen" wird.
J-o-y
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Antwort#13
Einspruch!
Auch in der Kirche hört man das Pfeifenspringen schon, je nach dem wo man sitzt. Es wäre aber ein Trugschluß, wollte man die Mikrofe an den Punkt im Raum stellen, wo man beim Zuhören im Konzert seine Ohren hat. Der Sound der dabei herauskommt, klingt matschig und undifferenziert. Dies liegt daran, daß ein Mikrofon nicht in der Lage ist "intelligent" zu hören im Gegensatz zum menschlichen Gehörsinn.
Im übrigen sieht man es der Orgel sofort an an ihrer Bauweise, ob C/Cis-Staffelung oder chromatisch.
MfG
Rainer
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Antwort#14
eine kleine zusätzliche Anmerkung des Advocatus diaboli:
Die Aufteilung (primär) der (Schleifladen-) Orgel in C/Cs-Laden trägt gemeinsam mit der Terzteilung wesentlich zur Klarheit/Durchsichtig- und Tragfähigkeit des Orgelklanges bei, obgleich ursprünglich handwerkliche Gründe (Platzersparnis, Mehrfachfertigung identischer Laden, Trakturführung, gegenseitiges Anziehen von Tönen) für das Aufkommen dieser Praktiken verantwortlich waren. Man hat eben gemerkt, dass damit auch die akustische Fliege glänzend mitzunehmen war...
Eine chromatische Pfeifenfolge ist im klassischen Orgelbau daher sehr selten.
Ein prominentes Instrumentenpaar jedoch hat sie, neben vielen anderen Besonderheiten: Karl Joseph Riepps Orgeln von Ottobeuren haben chromatische Positifs, deren Übergang auf fs°/g° liegt. Legt der Organist einen Triller auf den Schlusston des 2. Tones, so springt dieser über etwa 12 m hin- und her... Dies ist nicht mehr unhörbar zu machen, wie denn diese Instrumente die Aufnehmer über die letzten 50 Jahre viel mehr hätten beschäftigen sollen... Gerade hier ließe sich eminent zum akustischen Wahrnehmungsvermögen unserer Vorfahren lernen.
Hans-Joachim
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Antwort#16
die orgel steht nicht mit dem chor in einer ebene, sondern ca. 20 meter höher...also ist eine direkte abnahme der orgel sowieso nicht möglich (die ist sehr groß) sondern der raumklang sollte (wie schon richtig erkannt) aufgenommen werden, der chor erhällt dann noch einmal extra mikros! aufgenommen wird dann mit 8 seperaten spuren, um die einzelnen stimmen und hallanteile richtig einmischen zu können!!!
gruß
Dirk


http://country-records.de.vu
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Antwort#17
mit hauseigener Hall war der Eigenhall der Kirche gemeint,
aber nichts für ungut!
Und da war noch die offenen Frage, was du mit dem "unguten" Hall später (!) machen möchtest. Da ist doch der unverständliche Haken.
Das du die Orgel abnehmen möchtest, wird selbst der Organist recht komisch finden.
Wutz
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Antwort#18
Hallo Dirk,

hast Du keine Möglichkeit die Mikrofone für die Orgel abzuhängen? Wenn ja, solltest Du das tun. Ist zwar etwas umständlich, aber wenn noch eine zweite Person zugegen ist, kann man sich ganz gut behelfen wenn einer ein Seil herunterläßt und der andere zieht es hoch. Nur unbedingt ein Drahtseil verwenden, denn die Zugkräfte eines horizontal gespannten Seils sind auch bei leichten Mikrofonen recht groß!

MfG
Rainer
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