Nachbearbeitung klassischer Musik

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich habe mit zwei von der Decke abgehängten MBHO Großmembranmikrofonen mit Kugelcharakteristik eine Bruckner Sinfonie mitgeschnitten. Als Ergebnis ist das Pianissimo in den (zu) weit entfernten Streichern so leise, dass man das Abhörgerät unbedingt lauter stellen muss, um dann aber wenig später vom Blech "erschlagen" zu werden. Dass die Mikrofonaufstellung zwar nur ein Test aber dennoch ungeschickt war, ist mir heute klar, aber wie würdet ihr so ein Ergebnis nachbearbeiten??? Gibt es Anhaltswerte für die Umsetzung von musikalischer Dynamik in db?
Danke für eure Antworten, Olaf
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Antwort#2
Da hilft nur, per Hand die leisen Stellen musikalissch sinnvoll hochzuziehen. Automatisch geht es auch - mit einem langsamen Kompressor - Handarbeit ist aber besser zu kontrollieren. Ich habe mal bei einer Opernaufführung die Musikpassagen von den Textpassagen getrennt und die Textpassagen biszu 12dB höher eingestellt. Dann klang es komischerweise natürlich.
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Antwort#3
Hallo Olaf,
ein Tontechniker bin ich nicht, dennoch einige Anmerkungen: Du hast die Möglichkeit, die leisen Stellen lauter zu machen, oder die lauten Stellen leiser. Da solltest Du einfach experimentieren, am besten manuell und dabei genau hinhören.
Einen allgemeingültig anzustrebenden Dynamikwert in dB gibt es natürlich nicht, frage Dich vielmehr nach den Erfordernissen der Musik und der Kunden. Musikalisch würde ich 60dB für notwendig halten, 40dB sind das allermindeste (meine persönliche Meinung, vermutlich hier nicht mehrheitsfähig).
Bruckner war lange Jahre Chorleiter der Liedertafel "Frohsinn" in Linz und seine Sänger haben mehrfach berichtet, daß Bruckner ein außerordentlich leises Pianissimo anstrebte, was ihm eigentlich nie leise genug war und welches mit äußerster Hartnäckigkeit geübt wurde. Von daher ist es wohl keine schlechte Idee, ppp-Stellen in einer Bruckner-Sinfonie sehr leise zu machen, so daß sie gerade eben hörbar sind. Hierfür spricht sowohl die Spielanweisung "ppp", als auch die überlieferte Musizierpraxis des Komponisten bezüglich des Umganges mit dem Pianissimo. Über dem in seinen Werken verbreiteten ppp-Streichertremolo steht zudem oft die Vortragsanweisung "Misterioso", was aus meiner Sicht nicht zu einem etwas "lauteren" pianissimo paßt.
Soviel zur musikalischen Seite.
Die kaufmännische Seite sieht natürlich oft anders aus, offenbar will der Markt keine Aufnahmen mit großer Dynamik, wie an den meisten Aufnahmen leicht nachzumessen ist. Ich verstehe zwar, wenn Bruckner "mietwohnungskompatibel" gemacht werden soll, begrüßen kann ich es jedoch nicht, denn es ist wider seine Musik.
Gruß
Andreas
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Antwort#4
hallo, also als erstes ist zu sagen, dass bei klassischer musik geräte wie Compressor völlig fehl am platze sind, sie werden nie genutzt, da sie die dynamik "kaputt" machen.
Ich habe auch schon einige konzerte so mitgeschnitten, aber es sind dabei mehr als nur 2 mikrofone zum einsatz gekommen! insgesammt 5 (wobei 4 auch gehen), das ganze wurde dann jeweils auf eine spur aufgenommen, um später den Hallanteil seperat zu zu mischen.
hier mal ein modell:
Bsp. einer Kirche
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| Mik. 3 Mik. 4 |
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| Mik. 1 Mik. 2 |
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______ (Mik. 5) _______
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| Orchester |
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natürlich müssen die Spuren noch mit EQ nachbearbeitet werden und evt. psychoakustische prozessoren einsetzen.
Wenn möglich sollten die mikrofone auch freihängend positioniert werden!
und natürlich hören... hören und nochmals hören!!!! aber die Arbeit lohnt sich!
gut, das solls gewesen sein, wenn noch fragen auftreten, einfach mailen!
Dirk



Tonstudio im Barnim
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Antwort#5
"...als erstes ist zu sagen, dass bei klassischer musik geräte wie Compressor völlig fehl am platze sind, sie werden nie genutzt, da sie die dynamik "kaputt" machen."
"natürlich müssen die Spuren noch mit EQ nachbearbeitet werden und evt. psychoakustische prozessoren einsetzen."
Deine Bemerkungen sind so vage wie sie falsch sind.
Compressoren machen Dynamik nicht "kaput", sondern sie verändern sie, im Sinne des Anwenders.
Wer mit einem C. allerdings nicht umgehen kann, sollte besser keinen benutzen, unabhängig
vom Programm. Bei klassischer Musik werden sehr wohl Dynamics eingesetzt:
Spätenstens beim Mastering um die vorhandene Dynamik dem Medium anzupassen.
Das geht zwar auch von Hand, aber die Wahl der Mittel kommt auf das Gleiche hinaus: Dynamikmanipulation. Ein ESSENTIELLES Mittel um Musik auf Konserve zu bannen.
Nein, Spuren MÜSSEN nicht mit EQs nachbearbeitet werden, genau dies muß man nämlich nicht tun wenn man bei der Aufnahme schon den gewünschten Klang erreicht.
"Psychoakoustische Prozessoren" sind STIL-Mittel, die nicht unbedingt den
natürlichen Klang unterstützen, gleichwohl in der Pop-Musik ihren Sinn machen.
In der Klassik: "völlig fehl am Platze"
Oder was meinen die Experten?
Gruß,
Christopher
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Antwort#6
"Ich habe auch schon einige konzerte so mitgeschnitten, aber es sind dabei mehr als nur 2 mikrofone zum einsatz gekommen! insgesammt 5 (wobei 4 auch gehen), "
Worauf bezieht sich das ? - welches Konzert ?
Unter welchen Umständen "gehen auch 4 statt 5" ?
Was ich damit sagen will: Wie will man die Zahl der Mikros vorab und pasuchal angeben ...?
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Antwort#7
Was ich damit sagen will: Wie will man die Zahl der Mikros vorab und pauschal angeben ...?
Ganz richtig.
Wenn Pauke vorhanden, dann immer Paukenstütze.
Wenn Harfe vorhanden, dann Harfenstütze.
Wenn Celsta vorhanden, dann unbedingt Celesta-Stütze.
Wenn Konzertmeister im Stück Solo hat, dann 1. Geigerstütze.
Tief gestaffelt sitzende Holzbläser brauchen Stützen. Nie das Fagott vergessen.
Bei Blech kann man manchmal die Stützen weglassen. Sicher bei Posaunen, weniger bei den hohen Trompeten.
Wenn Sängersolisten, dann paarweise oder eher einzeln stützen.
Kleine Konzertstrommel hinten schwimmt weg, wenn sie nicht gestützt wird.
Und so weiter. Es kommt immer genau auf die Besetzung, die Komposition und ihre Zeit an.
Es gibt zu viele gute Aufnahmen zum Vergleich auf den Markt, als dass man mal so mit 4 oder 5 Mikrofonen sparend aufnehmen könnte.
Pauschal schon gar nicht.
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Antwort#8
das Ganze wurde dann jeweils auf eine Spur aufgenommen, um später den Hallanteil seperat hinzu zu mischen.
Seltam, heutzutage alles auf eine Spur in Mono aufzunehmen und dann vielleicht Stereo Hall hinzuzumischen.
Stereo wird das aber nicht. :-)
Oder verstehe ich da etwas falsch?
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Antwort#9
Stimmt auch nicht. Kommt auf den Raum an, auf das Werk, auch auf die Instrumente. Manchmal brauch ich keine KM Stütze, ein anderes mal geht's ohne nicht. Selbes gilt für alle Instumente. Hatte schon ein Harfen-Konzert mit gr. Orchester wo die Harfe so penetrant laut war dass man sie lieber leiser gemacht als gestützt hätte :o)
Also: auch hier keine Pauschalangaben möglich.


Sinfonix Media Production
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Antwort#10
definitiv ja! da wir ganz gewaltig was falsch verstanden! denn so wird ein normaler raumklang nachgeahmt! denn die mikros hinten im raum, nehmen auch in mono auf.....und erst die richtige mischung machts stereo. ok? warum werden instrument im tonstudio in mono aufgenommen???? um sie später im stereomix richtig positiionieren zu können!
nichts für ungut
Dirk
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Antwort#11
sorry, dirk,
vielleicht hältst Du Dich mit Deinen "Erfahrungen" zurück, denn so einen Müll, wie den Deinigen, habe ich wirklich selten gelesen.
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Antwort#12
Vielleicht kann der Herr Mitleser seinen Tonfall mal etwas zügeln, wenn er zum Mitschreiber wird.
Es war die Rede hiervon: "das ganze wurde dann jeweils auf eine spur aufgenommen" Man beachte das Wort "jeweils". Jedes Mikro auf eine (nicht alle zusammen auf eine) Monospur. Daran ist nichts "Müll".
Und es war im übrigen auch von Dirks Seite aus nie die Rede davon, dass man immer mit 2, 4, oder 5 Mikros aufnimmt, sondern dass ER so schon einige Aufnahmen gemacht hat.
Jens
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