Studio-Kopfhörer

Erstellt 14 Antworten15 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich bin auf der Suche nach Kopfhörern, die mehrere Eigenschaften erfüllen. Da ich sie für kleinere ?Produktionen? am Computer einsetzen möchte, wäre es wichtig, dass die Kopfhörer einen linearen Frequenzgang aufweisen. Auch sollen sie bei Live-Produktionen eingesetzt werden, weshalb sie maximal gegen Schall von außen ?abgedichtet? sein sollten. Das Ganze sollte sich dann in einem finanziellen Rahmen bis maximal 200 Euro bewegen.
Schreibt bitte ein paar Erfahrungen aus der Praxis und wenn es kein Modell geben sollte, das diese Eigenschaften komplett erfüllt, wenigstens Modelle, die in die Nähe dessen kommen.
ZitierenPost melden
Antwort#2
Mensch, Bayer!
du forderst recht viele Parameter von einem Kopfhörer. Bei Live möchtest du schalldichte, geschlossenen heiße Ohren haben. Auch wenn es nicht live ist willst du die unangenehmen Dinger tragen.
Das wichtigste ist dir, dass die Kopfhörer einen linearen Frequenzgang haben.
Was ist denn dass? Gibt es denn so etwas?
Doch nur, wenn dein eigenes Gehör einen ganz linearen Frequenzgang hat. Und das hat es sicher nicht.
Dichte Kopfhörer sind zum Beispiel:
Technics RP-DJ1210
oder
koss qz-99
Sieh auch mal hier:
http://www.grothmusic.com/cgi-local/SoftCart.exe/online-store/scstore/p-MP.html?E+scstore
Man kann auch einen ganz normalen Kopfhörer nehmen und einen Schallgehörschutz vom Bau darüberstülpen.
ZitierenPost melden
Antwort#3
Hallo Bayer,
sieh mal nach unter Beyer (Dynamic).
Weit verbreitet, relativ robust, gibt es auch geschlossen.
Einer der Standardhörer ist DT770.
Sennheiser hat auch einiges zu bieten.
Gruß
M. Hein
ZitierenPost melden
Antwort#4
Beyerdynamic DT 770-PRO-600, DT 770-PRO-250 oder 770-PRO-80, je nach Eingangsimpedanz sind diffusfeld-entzerrte Kopfhörer.
Vergiss deinen Wunsch nach linearem Frequenzgang bei Kopfhörern. Überlege mal, wie dieser Frequenzgang gemessen werden kann.
Der Bassbereich ist etwas stark und die Mitten fehlen etwas. Man kann sich aber an alles gewöhnen.
Höre dir die im Folgenden angegebenen geschlossenene Kopfhörer zur Auswahl auch einmal an und frage aber nicht nach geradem Frequenzgang:
Sennheiser HD212 Pro
AKG K271 Studio
SONY MDR 7509
ZitierenPost melden
Antwort#5
Vergiss deinen Wunsch nach linearem Frequenzgang bei Kopfhörern. Überlege mal, wie dieser Frequenzgang gemessen werden kann.
ZitierenPost melden
Antwort#6
Hallo Martin,
wie relativ linear der Frequenzgang eines Mikrofons sein kann ist bekannt.
Wie linear der Frequenzgang eines Lautsprechers mit einem Lineal gezogen werden kann, obwohl er schön wellig ist und was damit gelogen ist, ist auch bekannt.
Von einem Kopfhörer überhaupt einen lineal-geraden Frequenzgang zu erwarten ist doch schon ziemlich daneben.
Wer will denn einen solchen geraden Frequenzgang haben, der nicht "neutral" klingt?
Hier liegt doch das Problem des naiven Fragers. Er hat falsche Vorstellungen vom Kopfhörer und seiner Frequenzgangmessung, die deutlich anders geschieht, als das bei Mikrofone oder Lautsprechern im schalloten Raum gemacht wird.
Was ist überhaupt ein gerader Kopfhörer-Frequenzgang?
ZitierenPost melden
Antwort#7
Measuring headphones is difficult and costly, and since headphones are usually viewed as an accessory, many manufacturers don?t bother. Furthermore, not only are there a confusing array of international standards and methodologies for different types of headphone measurements, the results are difficult to compare and interpret.
At HeadRoom, though, the headaches caused by wading into the complicated field of headphone measurement are justified by their passionate search for outstanding headphones. They currently measure for four things: distortion, isolation, impedance and frequency response. Measurements are performed with the Head Acoustics Artificial Head Measurement System, in which the "head," with headphones attached to a HeadRoom Max amplifier, is mounted in an anechoic chamber. The microphone within the "head" returns the test signals and in turn, these are processed by an Audio Precision System Two Cascade audio analyzer.
Jede Firma misst mit ihrer eignen Methode ihren Kopfhörerfrequenzgang, der niemals gerade sein kann.
Darum sollte der Poster "Bayer" es aufgeben von uns Kopfhörer genannt zu bekommen, die einen linearen Frequenzgang aufweisen.
Das gibt es nämlich nicht, auch wenn Martin das wohl noch nicht glaubt.
Gruß Dirk
ZitierenPost melden
Antwort#8
Hier die Auskunft, die ich von der AKG bekam in Kurzform:
Von mehreren Mitarbeitern mit "Durchschnittsohren wurde von denselben je ein Silikonabdruck angefertigt.
Diese wurden vermessen und daraus ein Mittelmaß für ein "Durchschnitts-Normohr" gewonnen.
Dieses "Normohr" wurde angefertigt und an einen Kuppler angepasst (darauf wollten die AKGler nicht genauer eingehen, denn dort steckt das Geheimnis).
Mit einer definierten Andruckkraft wird nun die Kopfhörermuschel an diesen Kuppler gedrückt und der Frequenzgang dieser Kette bestimmt.
Wer es genauer wissen möchte sei bitte so gut und frage selber bei der AKG nach, denn das Ganze ist im Detail noch um einiges verzwickter, funktioniert aber grundsätzlich schon.
Gruß
Martin
ZitierenPost melden
Antwort#9
Danke Martin, für die Weitergabe der Auskunft von AKG.
So einen Frequenzgang eines Kopfhörerer wie oben wird es nicht geben. (Die Kurve ist auch nicht von einem Kopfhörer.)
Man bedenke:
Mitarbeiter-Norm-Ohren. Silikonabdruck. Normohr anfertigen. An einen Kuppler anpassen. Hier schummeln und da schummeln und irgend etwas messen.
Da wird kein gerader vorzeigbarer Frequenzgang rauskommen.
Schon der Unterschied zwischen diffusfeld-entzerrt und freifeld-entzerrt ist krumm.
Ein anderer Kopfhörer-Hersteller wird mit dem gleichen Kopfhörer eine völlig andere "krumme" Kurve finden.
Es ging am Anfang doch wohl um den Wunsch unbedingt einen Kopfhörer haben zu wollen mit einem "geraden" Frequenzgang.
Wir wollen doch sicher alle einen Kopfhörer haben, der neutral klingt - dabei wird er niemals einen geraden (!) Frequenzgang haben.
Das sollte man wissen!
ZitierenPost melden
Antwort#10
Ich habe verschiedene Kopfhörer ausprobiert und bin beim Beyerdynamic DT 770 gelandet. Dieser Kopfhörer sitzt auch nach längerem Tragen noch bequem, dämpft recht gut nach außen ab, hat ein sehr detailiertes Klangbild und meine Ohren ermüden auch nach längerem Arbeiten wenig. Er hat auch schon recht viele Außenaufnahmen mitgemacht und zeigt Robustheit.
Dagegen z.B. der Sennheiser HD25, der bei Film- und EB-Leuten beliebt ist. Das Klangbild ist undifferenzierter, nervt schnell in den Ohren, die besonders hervorgehobene gute Abdichtung nach außen ist im Vergleich zum DT 770 nicht besser, dafür sitzt er sehr unbequem und die Ohrenpolster lösen sich schnell ab.
Bitte probiere auch andere AKG und Sennheiser - Modelle im Vergleich zum DT 770. Du wirst somit keine Fehler machen.
ZitierenPost melden
Antwort#11
Hallo,
wie aus einigen Antworten hervorgeht, ist die Forderung nach einem "linearen Frequenzgang" bei Kopfhörern ein wenig naiv.
Zunächst ist die Frage, ob der Kopfhörer zur Beurteilung von Mischungen für Lautsprecher herhalten soll, oder zur Beurteilung von z.B. Kunstkopfaufnahmen (wahrscheinlich ersteres). Die Anforderungen sind dabei Grundverschieden.
Lautsprecherwiedergabe ist nicht kompatibel zu Kopfhörern und umgekehrt. Zwei Dinge machen den wichtigsten Unterschied: Die HRTF führt bei Lautsprechern zu ganz anderen Trommelfellsignalspektren, als bei Kopfhörern. Zudem gibt es das Übersprechen zwischen den Kanälen bei Lautsprecherwiedergabe. Wenn ich mir Deinen Anforderungskatalog so ansehe, wäre folgendes wohl eine brauchbare Lösung:
Du nimmst "Ohrstöpselhörer" (z.B. Etymotics), die sollten "ganz gut abdichten". Vor diese schaltest Du eine Lautsprechersimulation unter Berücksichtigung Deiner eigenen (!) HRTF. Mit Übersprechen kann man es nicht selbermachen (Fertigprodukt erforderlich), ohne Übersprechen sollte man die Entzerrung selbst hinbekommen, d.h. eigene Trommelfellsignalspektren bei Lautsprecheranordnung messen und den Kopfhörer entsprechend entzerren, so daß sich dieselben Trommelfellsignalspektren ergeben (der Frequenzgangang ist dabei alles andere als "linear"). Das fehlende Übersprechen führt jedoch zu Artefakten, das Klangbild ist zu sehr in den äußeren Bereichen konzentriert, verglichen mit LS-Wiedergabe. Von daher wäre eine Simulation mit Übersprechen eigentlich angeraten.
Gruß
Andreas
ZitierenPost melden
Antwort#12
noch etwas konkreter:
Versuche Dich mal mit AKG in Verbindung zu setzen, ob sie ihre digitalen Lautsprechersimulatoren mit individueller HRTF auf Etymotics-Stöpsel anpassen können (machbar ist das sicher, der Aufwand dürfte vertretbar sein, es wird aber Geld kosten). Sogar der alte BAP 1000 müßte das schon hergeben, hat aber keinen so guten Störabstand.
Gruß
Andreas
ZitierenPost melden
Antwort#13
Hallo Jupp,
danke für die Ergänzung, ich habe aber tatsächlich den KH-Frequenzgang eines AKG K 270, ganz amtlich von AKG in Wien, den Du von mir per eMail bekommen kannst (ich weiß nicht, wie ich den hier in den Text bekomme).
Bei Interesse einfach anmailen.
Gruß
Martin
ZitierenPost melden
Antwort#14
Hallo Martin,
auf der Tonmeistertagung gibt es am Samstag, 6.Nov. vormittags interessante Vorträge
zum Thema "Elektroakustische Wandler E - Ort: Mehrzweckfläche 3B".
Nur Kopfhörer sind nicht dabei (weil das Thema zu schwierig und kontrovers wäre).
Themen:
Wie weit hören Mikrofone? (Nebenbei, das können sie gar nicht.)
Technische Mikrofon-Daten - eine unendliche Geschichte.
Wie zuverlässig sind Mikrofondaten?
Was ist ein gutes Mikrofon?
Du bist nicht bei den Referenten dabei.
Was ich gesehen habe ist, dass unser lieber Webmaster Jörg Knieschewski von HK-Audio
am Samstag, den 6.Nov. über das Thema
"Line-arrays - Anspruch und Wirklichkeit"
referiert (12:00 bis 13:00 Saal 3 TF 09 - Technologieforum)


Samstag-Vorträge auf der TMT
ZitierenPost melden
Antwort#15
Nein, Referent bin ich keiner, aber drinsitzen werde ich wahrscheinlich bei fast allen Samstag-vormittag-Vorträgen - halt auf der anderen Seite.
Gruß
Martin
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.