Hallo. Wenn ich eine 200 Ohm Quelle (Mikro) an einem Verstärker mit 15k Ohm Eingangsimpedanz betreibe, könnte das negative Auswirkungen auf das Signal haben? Die Faustregel ist ja in etwa eine 10fache Überanpassung, darunter könnten die Höhen gedämpft werden und darüber? Oder ist das völlig schnurz:-) Ich kanns selber noch nicht ausprobieren und will mich daher vorab informieren. Grüsse, Michi
Hallo Michi, Mikrofoneingänge sind besonders für leise Signale, die hoch verstärkt werden müssen, recht kritisch - weil man beim Verstärken das Rauschen mit anhebt. Willst du also eine Konzertgitarre in 3 m Abstand aufnehmen, dann würde ich eine niederohmige Quelle als Kondensatormikrofon nehmen (50 Ohm) und auf einen Eingang von etwa 2 Kiloohm gehen. Das gibt nur geringstes Rauschen. Ein Eingang von 20 Kiloohm rauscht als solcher schon und erst recht bei so einer geringen Eingangsspannung. Nimmst du aber eine Snare aus 5 mmm Entfernung auf, dann kommt da so viel Nutzspannung aus dem Mikrofon, dass man den Mikrofonverstärker kaum aufdrehen muss. Dabei wird das Eingangs-Rauschen des Verstärkers nicht auffallen. Nur schnurz ist das nicht. Und völlig schon gar nicht. Informiere dich mal: Die thermische Rauschspannung ∆ U ist proportional zu √B, √T und √R. http://www.sengpielaudio.com/ThermRauschen01.pdf http://www.sengpielaudio.com/ThermRauschen01.pdf
Ich wollte nur einwerfen, dass Kondensatormikrofone typischerweise recht *viel* Spannung abgegeben. Die Empfindlichkeit von Eletrodynamischen, vor allem Bändchen, ist viel schlapper. Die Höhen gehen übrigens nicht weg. Siehe Tiefpassgleichung. Dort ist die Kapazität des Kabels ausschlaggebend. Also: nicht völlig wurscht, weil mehr Rausch, v.A. bei hohen Verstärkungen, da das thermische R des Ri mit verstärkt wird, aber sonst... Tonmaus
""Ein Eingang von 20 Kiloohm rauscht als solcher schon und erst recht bei so einer geringen Eingangsspannung."" Das stimmt nur, solange der Eingang "leer" läuft, also keine Quelle angeschlossen ist. Bei angeschlossener Quelle ist das rauschende Widerstandsäquivalent die Parallelschaltung des Quell- und des Eingangswiderstandes. Es macht also kaum etwas aus, ob der Eingangswiderstand 20 kOhm hat oder 5 kOhm wenn er mit 200 Ohm abgeschlossen ist.
Und warum haben dann alle Preamps weniger Ohm als Line-Inputs?
Natürlich wegen des geringeren thermischen Rauschens bei niederohmiger Technik. Preiswerte Heimtechnik ist deutlich hochohmiger und berauschender, als teure Tonstudiotechnik, besonders wenn es um die Verstärkung von sehr kleinen Wechselspannungen geht. Bei Line-Level als Quelle ist das weniger auffällig.
hm, bei einem schlechten Mikrofon beträgt demnach der Unterschied im Rauschen an einem 2k oder 10k Eingang 0,96 dB. Nach dem alten Bell ist der Unterschied so gerade hörbar. Bei besseren Quellen schrumpft er (bei 50 Ohm Quelle) auf 0,2 dB. Gruß OPi