Kindergarten Aufnahme

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich muss Montag in einem Kindergarten aufnehmen. Ich wollte euch mal nach Rat fragen. Es sind verschiedene Gruppen meistens zu 10 Kindern einmal auch zu 20 Kindern und ein Lied singen nur die Betreuer. Als Zusatzinstrument gibt es nur eine Gitarre. Die Gitarristin (Betreuerin) singt auch ständig mit.
Bei dem Raum bin ich leider festgelegt. Es ist ein Raum in dem Kindergarten. Er ist leider relativ klein, ca. 4-5 Meter breit und ca 9-10 Meter lang (nur ganz grob geschätzt). Allerdings hat der Raum auch einen leichten "Knick", er ist also etwas unsymetrisch und so hört man trotz relativ kahlen Wänden keine störenden Flatterechos. Insgesamt klingt er erstaunlich trocken, das mag an der Deckenverkleidung und dem Teppichboden liegen.
Meine Überlegung war folgende:
ich platziere die Kinder längs zum Raum. Ich erhoffe mir dadurch, dass die Aufnahmen nicht zu sehr "eng" klingen (Ansonsten würden die Flanken der Kindergruppe direkt an den Wänden stehen).
Ich will kein echtes Hauptmikrofonsystem benutzen, da ich ja die Akustik des Raumes nicht als besonders gut bewerte und versuchen muss nachträglich die Aufnahmen zu verhallen.
Die Gitarristin setze ich links oder rechts neben die Gruppe, sie muss Blickkontakt zu den Kindern haben, sonst häte ich sie lieber mittig vor die Gruppe gesetzt.
Meine Überlegung zur Mikorfonierung: 3 "Overheads" (niere) rechts, links und Mitte vor die Kinder. Relativ nah an den Kindern aber Überkopf-Höhe. Abstand der Mikros zueinander je nach Gruppengröße, aber wahrscheinlich ca. 1 Meter. Es soll wie angedeutet keine AB-Technik mit Mittenmikrofon werden, sondern eher eine Einzelmikrofonierung. Gitarre bekommt ein Mikro. Der Gesang der Gitarristin wird auch mit einem Mikro einzeln aufgenommen.
Macht also insgesamt 5 Mikros/Spuren.
Weitere Überlegung war eventuell für die Gitarre eine Mikro mit Achter-Charakteristik zu nehmen, um die Übersprechung mit dem Kinderchor etwas zu verringern (da die Gitarre seitlich neben den Kindern steht müssten die Kinder etwa auf der unempfindlichen Seite der Acht liegen). Ich weiß aber nicht, ob das so viel Unterschied ausmacht.
Habt Ihr noch andere Ideen und Vorschläge. Ich kann maximal 24 Spuren mobil aufnehmen und hätte diverse Klein- und Großmembranmikros zur Auswahl.
Bitte nur Antworten zur technischen Bewältigung und nicht über die Problematik "Kinder bei Aufnahmen" im Allgemeinen (Intonation, Einsätze, Konzentration, Tecxtgenaueigkeit, Unruhe, pädagogische Aspekte etc....das ist mir alles bewusst).
Vielen Dank schonmal.
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Antwort#2
In kleinen Räumen platziere ich Mikros manchmal grenzflächenartig an einer Wand bzw. auch an der Decke, wenn ich nicht weit genug davon wegbleiben kann, um weniger "Doppelbilder", bzw Kammfilter zu bekommen. Der Klang ist dann "dünner" und kann besser verhallt werden.
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Antwort#3
Hallo,
habe auch schon Aufnahmen mit Kinder gemacht und immer wieder festgestellt, dass es gut war, eine möglichst einfache Aufnahmeanordnung zu haben, die auch von herumlaufenden Kindern nicht umgelaufen werden kann. Also ruhig an die Wand (grenzflächig, wie studio96 das nennt), aber eben nicht nur wegen dem Klang.
Ansonsten bitte alle Kabel aus den Wegen oder durchgängig kleben (Gaffa) und viel Zeit mitbringen. Lass die Aufnahmegeräte einfach durchlaufen. In Kindergärten ist immer viel los und aufmerksam zuhören und konzentrieren können sich die Kinder nur jeweils wenige Minuten. Dann wird wieder gespielt (nein, nicht Musik, meist Fangen, Verstecken, Puppen, ...)
Viel Spaß!
Wolfgang
ps: war nicht ironisch gemeint. Ich habe bald auch noch eine Aufnahme, wenn auch mit Kinder > Kindergartenalter. Ist halt immer wieder ein Erlebnis und macht tatsächlich Spaß. Und wenn die Kinder einigermaßen natürlich herüberkommen, ist das schon völlig ausreichend. Die Ansprüche an den Chorgesang wollen wir mal in dem Alter noch nicht so hoch schrauben, oder?
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Antwort#4
Mein Beitrag diesebezüglich: Ein Kindlein wirft während des Chorwettbewerbes einen TEnnisball gegen das Mikro. (?)
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Antwort#5
Vielen Dank für die Anworten. Ich habe es letztlich doch so gemacht wie ich es schon angekündigt hatte. Grenzflächn Mikros besitze ich leider (noch) keine. Hat auch alles ganz gut funktioniert. Die Gitarristin/Sängerin musste ich letztlich doch direkt gegenüber der Kinder aufstellen, weil sonst die Einsätze nicht geklappt hätten. Aber da ich ja kein Haupmikrofonverfahren angewandt habe war die Platzierung der "Musiker" ja auch nicht so entscheident.
Übrigens hatte die Gitarristin eine überraschend gute Gesangsstimme. Gute Intonation, sehr gute Artikulation. Das hat dann die Minuspunkte bei dem Gesang der Kinder etwas vertuscht. Gitarrespielen war allerdings nicht so ihre Stärke, aber hätte ich auch nicht anders erwartet.
Die Erzieher hatten die Kinder auch gut im Griff, so dass ich mir keine Sorgen um mein Equipment machen musste (In dem Aufnahmenraum war rennen und springen verboten und es sollte immer nur leise geflüstert werden). War auch alles sehr spannend für die Kinder. Habe vorher zur Einführung den Kindern alles (Kindgerecht) erklärt, und auch ein paar Spielchen mit einem (billigen) Mikro gemacht (Stimme Verstellen: pitch up/down, Harmonizer, Hall, Echo etc.).
Alles in allem ein netter Job. Halt mal was anderes.
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Antwort#6
Hallo Lars,
du brauchst doch keine Mikrofone auf denen "Grenzflächenmikrofon" dransteht. Du kannst aus Kleinmembran-Mikrofonen mit Kugelcharakteristik ganz leicht Grenzflächenmikrofone machen, in dem du diese Mikrofone mit Gaffer-Tape auf die "Tapete" klebst. Das ist das Grenzflächen-Prinzip. Nur darauf kommt es an.
Kaufe nicht Mikrofone mit dem Namen "PZM" von der Firma Crown.
Urs
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Antwort#7
"Kaufe nicht Mikrofone mit dem Namen "PZM" von der Firma Crown."
Ein selten unqualifizierter weil unpräziser Kommentar.
"Kaufe nicht WAS GENAU - WOFÜR - WEIL..." wäre irgendwie vertretbar gewesen.
Es gibt keine schlechten Mikrofone. Nur die falschen am falschen Platz
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Antwort#8
Die Leute kaufen "Grenzflächenmikrofone", weil sie glauben diese braucht man.
Das ist wie die Leute, die "Eierkocher" kaufen, als ob man nicht selber die Eier in einem Topf mit Wasser kochen könnte :-)
Kauft Mikrofone mit Kugelcharakteristik und legt sie auf eine harte (Wand-)Fläche. Voilá!
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Antwort#9
Haifi69 wollte ein besseres Statment: Warum man keine Crown PZMs kaufen sollte ...
... weil diese im Link gezeigten seltsamen Mikrofone ihre Membran verstecken, denn der Mikrofonkörper steht sich selbst im Schallweg. Dieses führt zu unnötigen Resonanzen an der Schalleinfallsstelle und zu einem eigenartigen welligen Frequenzgang. Den Druckstau bei 0°-Schalleinfallswinkel zu bekämpfen, indem man diese wichtige Schalleinfallsrichtung "verbaut" ist schon unverständlich. Ein Glück, dass andere Mikrofonfirmen dieses Patent umgehen, indem sie diesen "schwachen Einfall" nicht mitmachen.
Ein ganz gewöhnlicher Druckempfänger, dem man die Membran nicht "zuhält", löst die Aufgabe viel besser - ohne Komplikationen.
Ich denke, daran hatte Urs gedacht, als er das schrieb und haifi seine Unzufriedenheit zeigte mit dem Satz: "Ein selten unqualifizierter, weil unpräziser Kommentar."



Seltsame PZM-Mikrofone
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Antwort#10
das ist nicht ganz zu unterschreiben.
Eine Grenzfläche, wie sie z.b. von Schoeps oder Neumann angeboten wird, mit einer in der Fläche bündig eingebauten Membran, hat einige Vorteile (u.a. wirkliche Halbkugelcharakteristik da das Gehäuse nicht im Weg steht, dementsprechend auch anderer Frequenzgang) im Vergleich zu "auf den Boden gelegten normalen Mikrofonen".
Mikrofone, bei denen allerdings die Membran nicht bündig mit der Fläche eingebaut ist (vgl das zitierte Mikrofon), sondern wo die Membran 90°dazu steht, kann man tatsächlich getrost durch "normale" Mikrofone ersetzen.


Tonzauber-einfach klassisch
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