Hallo, ich hab ne ähnliche Frage wie vor kurzem die Frage mit dem "Fingerschnippsen gegen ein Wasserglas". Beim umrühren eines Kaffees fiel mir mal folgendes auf: Wenn ich heißen Kaffee oder Kakao in eine Tasse fülle und dann mit einem Löffel mehrmals auf den Boden der Tasse klopfe wird der Ton stetig höher. Wie erklärt sich dass?
Hallo, ich kann den Effekt nicht erklären, aber zumindest bestätigen. Die Tonhöhenänderung beträgt (bei meinen Tassen) fast eine drittel Oktave. ciao Siggi
;) Den Effekt kenne ich nur als "Cappuccino-Effekt" im Zusammenhang mit "schaumigen" Flüssigkeiten. Das lässt sich mit dem Zusammenfallen des Schaums erklären. Nicht ganz so ausgeprägt tritt der Effekt auch nach Umrühren auf, solange die Flüssigkeit in (Rotations-)Bewegung ist. Mit "ruhendem" schwarzen Kaffee oder Kakao hab ich das noch nicht beobachtet. Was genau habt ihr bei euren Experimenten genommen und wann trat der Effekt auf, bzw. nicht mehr auf? Jens
Also am stärksten ist der Effekt, wenn der Kaffee/Kakao ganz heiß ist und gerade eingegossen wurde, bei Kakao ist es glaube ich am deutlichsten. Ich habe aber auch keine ernsthaften Experimente damit gemacht, es fiel mir halt nur mal in einer Kaffepause auf. Vielleicht liegt es ja an der Erwärmung der Tasse?
Sicher hast du schon einmal den Cappuccino-Effekt beobachtet: Wenn man die Sahne der Cappuccino-Tasse unterrührt und auf den Tassenboden klopft, wird der Ton höher. Wie ist dieser Effekt zu erklären? Dieser Effekt ist auch an Sprudelwasser zu beobachten: Wenn man Sprudelwasser in ein Glas schüttet, dann klingt es heller als wenn man dazu normales Wasser nimmt. Lösung: Wenn die Sahne untergerührt wird, dann steigen Luftblasen hoch. Dadurch fällt die Kompressibilität K der Luft und gemäß der Formel: Eigenfrequenz = 1/h sqrt (K/Dichte) steigt die Frequenz f an. Also wird der Ton höher. h ist die Höhe der Tasse.
Weitere Denksportaufgabe: Schlägt ein Metronom langsamer oder schneller, wenn es schräg steht?
Lösung: Eine mechanisches Metronom (nach Mälzel) ist ein aufrecht stehendes (physikalisches) Pendel mit einer verschiebbaren Masse. Durch Verschieben der Masse (Änderung des Massenträgheitsmoments) verändert sich die Schwingungsdauer T bzw. die Frequenz f. Die rücktreibende Kraft des Pendels ist die Erdanziehungskraft; die vorhandene Feder ist lediglich dazu da, die Reibungskraft (Dämpfung) zu kompensieren. Steht das Metronom schräg, verringert sich die Erdanziehungskraft und die Schwingungsdauer T wird gemäß der Formel: T ~ sqrt (l/g) kleiner. T = 1/f oder f =1/T. Wird T kleiner, dann wird f größer. Somit schlägt das Metronom schneller, wenn es schräg steht. Da Mälzel sein Metronom erst zu Anfang des 19.Jahrhunderts erfunden hat, besteht Unklarheit über die Tempi der Musikliteratur davor. Man geht heute davon aus, dass schnelle Stücke heutzutage viel zu schnell, langsame Stücke dagegen zu langsam vorgetragen werden.
ich habe so ein Ding noch zu Hause stehen und habe es gerad vor mir: Stellt man es nach der Seite des Pendelausschlags schräg, so schläg es ungleichmäßgi: tacktack --- tacktack--- tacktack ---- u.s.w. Stellt man es nach hinten schräg, also so, daß das Pendel flacher pendelt, wird es langsamer.
Ja, ist falsch. Wahrscheinlich hat der Autor einfach Frequenz und Periodendauer verwechselt. Ist aber auch logisch: eine kleinere rücktreibende Kraft bei einem Oszillator (hier: kleinere effektiv angreifende Erdanziehung) ist immer mit einer geringeren Frequenz verbunden. Jens