Hallo: Inzwischen habe ich alle Micros, die ich bestellt hatte, bekommen, und wir haben heute die letzte Lieferung (2x KM 183, 2x KM 184, 2x Gefell M-300 - bei einem der letztgenannten fehlte die Stativklemme im Kasten - reife Leistung, Gefell)getestet. Die einzigen, die mich nich restlos überzeugen, sind die KM 183. Meine Frage deshalb: Gibt es in Kleinmembran/Kugel irgendeine Alternative? Ich finde unter den normalen Typen sonst nur Nieren-Mikros, bzw. dann bei Sennheiser zu wesentlich höherem Preis. Haben die Neumänner bei dieser Konstruktion in diesem Segment überhaupt eine Konkurrenz? Gruß, Thomas
Kannst Du mal beschreiben, WAS Dir an den übrigen Mikrofontypen nicht gefällt? Die MTG-Mikrofone stehen doch den Neumann nicht nach, zumal die "geistigen Väter" aus dem selben Hause sind.
Text konzentriert lesen - das waren alles Nieren. Hier nun die Kuglen: Schoeps CMC + MK2/MK2s/MK3 (je nach Geschmack unterschiedl. Höhenanhebung); DPA 4006/ 4006AE; AKG C480 + CK 62 ULS, MBHO MBP 6XX + KA100D / KA100L,....
Hallo Thomas, Alternativen sind: (1) Sennheiser MKH-20 (2) Schoeps CMC5/6+MK2/2i/3 (3) Sennheiser MKH-800 (ist allerdings umschaltbar und 'side fire') Frage: Was ist falsch mit den KM-183? Ich bin mit den (bis auf die abnehmbare Kapsel identischen) KM-130 sehr zufrieden - mehr als mit den KM-83/KM-283. Gruss Micha ---
Hi: Danke für die Antworten bisher. Was mich an den KM 183 etwas überrascht hat ist, dass sie trotz Kugelcharakteristik nur wenig des Raumhalls (im Vergleich z.B. zur Kugel-Schaltung der Röde NT2a) wiedergaben und sich überhaupt bei gleicher Platzierung im Klangbild wenig von der Niere KM 184 unterschieden. Ich suche aber gerade ein Hauptmikrophonpärchen für AB, das mit Druckempfänger den Raumhall mit einfängt. Gruß, Thomas
Du mußt hier eines wissen: Das Rode ist Deiner Beschreibung nach ein umschaltbares Mikrofon. Umschaltbare M. haben Doppelmembrankapseln und diese fangen den Raumschall anders ein als ein einmembraniges, weil die Richtcharakteristik mehr symmetrisch ist als bei einem einmembranigen. Allerdings wird bei einem echten Druckempfänger (Einmembrankapsel) die Tiefenstaffelung korrekter wiedergegeben als bei einem synthetischen (Doppelmembrankapsel) Kugelmikrofon, weil dieses dem Wesen nach nach wie vor ein Druckgradientenempfänger ist.
Ich kenne das KM183 nicht, habe aber das KM83, das ja die gleiche Kapsel hat. Der Unterschied zwischen den beiden liegt in erster Linie in der Elektronik (Transformatorsymm. gegen elektronisch symmetriert). Ich finde dass es ein hervorragendes Mikrofon ist. Wenn es die Raumakustik irgendwie zulässt, verwende ich das KM83 als Hauptmikrofon anstelle des KM84 oder KM184, da es viel natürlicher klingt. In welchem Raum hast du deinen Vergleich Niere/Kugel gemacht? Grüße Hermann
Ein Grund für den Eindruck, dass subjektiv zu wenig Raumanteile auf der Aufnahme sind könnte die starke (+8dB) axiale Höhenanhebung des (diffusfeldentzerrten) KM183 innerhalb des Hallradius sein. Da die Raumanteile von allen Seiten kommen sind sie nicht höhenbetont, daher dumpfer und weniger auffällig. Diesen Effekt wirst du aber mit allen Druckempfängern haben. Hermann
Das mit dem Druckgradienten sollte nochmal verdeutlicht werden: Die "Reaktion" des Nierenmikros auf Entfernung geht ungefährt im 1/R. Die echte Kugel jedoch reagiert mit 1/R2. Demgemäß klingt die Kugel in großen Räumen für nahe Quellen "offener": Die Reflexionen des Raumes sind in der summe linear mehr, sagen wir Faktor2- deren Wirkung im Mikro ist gegen die nahe Quelle gem des Abstandsverhaätlniss quadratisch kleiner. In der Summe ergibt das "weniger". Das Bild einer Niere ist gewisser mass platt gequetscht, was bei tiefen Staffelungen vorteilhaft ist: Die hintere Chorreihe ist weniger weit weg, als sie steht. Du solltest 183 mit anderen echten Kugeln vergleichen. Was ich dazu sgane kann: 183er hören sich diesbezüglich definitv nicht anders an, als meine MBHO 60x mit der Kugelkapsel. Nur im Grundklang ist das Neumann etwas deutlicher, vor Allem in der Hauptachse.
Die "Reaktion" des Nierenmikros auf Entfernung geht ungefährt im 1/R. Die echte Kugel jedoch reagiert mit 1/R2. Demgemäß klingt die Kugel in großen Räumen für nahe Quellen "offener": Die Reflexionen des Raumes sind in der Summe linear mehr, sagen wir Faktor 2 - deren Wirkung im Mikro ist gegen die nahe Quelle gem des Abstandsverhältnis quadratisch kleiner. In der Summe ergibt das "weniger".
Hier muss ich widersprechen. Alle Mikrofone - Kugel Niere Acht - (der Nahbesprechungseffekt einmal ausgenommen) gehen beim Schalldruck und bei der Schallschnelle nur nach dem 1/r-Abstandsgesetz. Wir betrachten in der Tontechnik nur die linearen Schallfeldgrößen. Das 1/r^2-Gesetz solltest du vergessen, denn das gehört zu den quadratischen Schall-Energiegrößen, wie der Schall-Intensität. Die quadratische Schall-Intensität hat weder an unserem Trommelfell noch an der Mikrofonmembran etwas zu suchen. Die Mikrofonmembran und das Trommelfell werden direkt vom der linearen Schallfeldgröße Schalldruck bewegt. Mikrofone und Trommelfell sind nicht auf die Schallintensität empfindlich. Der Satz ist falsch: "Die echte Kugel jedoch reagiert mit 1/r^2" Dieses ist genauso nicht richtig: "Die Reflexionen des Raumes sind in der Summe linear mehr, sagen wir Faktor 2 - deren Wirkung im Mikrofon ist gegen die nahe Quelle gemäß des Abstandsverhältnis quadratisch kleiner. In der Summe ergibt das weniger." Schnell vergessen!
Hallo Jürgen, schaue dir mal dieses Blatt an und wende dich den geeigneten tontechnischen Größen zu. Pegelabnahme von Schalldruck und Schallintensität mit der Entfernung http://www.sengpielaudio.com/PegelabnahmeVonSchalldruckUndIntensitaet.pdf Die Abnahme der Schallintensität (P in W/m^2) mit der Entfernung von der Schallquelle sollte niemals in den gleichen Topf geworfen werden, wie die Abnahme des Schalldrucks (p in Pa = N/m^2) von der Schallquelle. Die Richtcharakteristik eines Mikrofons zeigt die Schalldruckpegeldämpfung je nach Schalleinfallswinkel. Da geht nichts mit dem Quadrat, auch nicht bei der Kugel. Wir betrachten lineare Schallfeldgrößen.
Pegelabnahme von Schalldruck und Schallintensität mit der Entfernung
Aufpassen und nicht verwechseln: Die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung nach dem Gesetz: 1/r^2 von der Lichtquelle ab. Photometrische Entfernungsgesetz: P (groß P) ist proportional zu 1/r^2. Das ist reziprok quadratisch. Energiegröße! In der Tontechnik heißt es der Schalldruck p (klein p) nimmt mit der Entfernung nach dem Gesetz: 1/r von der Schallquelle ab. Das tontechnische Entfernungsgesetz heißt: p ist proportional 1/r. Das ist reziprok linear. Feldgröße! Wie viele Professoren lehren hier falsch, weil die Schallintensität in ihren Köpfen ist, die weder an unseren Ohren noch an den Mikrofonen Wirkung zeigt, wie schon ein Poster vorher hier mitteilte. Auch unsere Aussteuerungsmesser zeigen den Spannungswert an, der dem Schalldruck proporional ist. Da ist nichts quadratisch!
In einem 60qm Wohnzimmermit hoher Decke (3,30m) und wenig Schallisolierung. Das Röde NT2a zeigt einen deutlichen Zuwachs an Diffusschall bei Aktivierung der Kugel, dass 183er klingt nicht wesentlich räumlicher als das 184er (das mir besser gefällt). Gruß, Thomas
Danke. Mich hatte schon bei dem Shure überrascht, dass die Kugel sehr iel weniger Hall "einfing" als die Röde Großmembrane. Auch beim Neumann sind die Unterschiede im Hall zwischen 183 und 184 sehr "subtil", wird dies also prinzipbedingt bei allen Kleinmembran-Kugeln so sein? Thomas
Das RØDE NT2A zeigt einen deutlichen Zuwachs an Diffusschall bei Aktivierung der Kugel. Das 183er klingt nicht wesentlich räumlicher als das 184er.
Dass das Großmembranmikrofon RØDE NT2A (Doppelmebran mit zwei Nieren) auf Kugel geschaltet mehr Raumschall als ein Neumann Kleinmembranmikrofon KM 183 aufnimmt, ist anzunehmen. Hast du bedacht, dass das RØDE eine größere Empfindlichleit mit 16 mV/Pa hat, als das Neumann mit 12mV/Pa? Es könnte ja sein, dass im RØDE die beiden als Kugel wirkenden Nieren verschiedene Empfindlichlkeit haben. Das würde man nicht so einfach merken. Das ist nicht klar. Der Unterschied von Niere zu Kugel sollte deutlich zu hören sein. Nur im schalltoten Raum nicht.
Deine ganzen Versuchen mit diesen Mikrofonen sind einfach nicht richtig. 1.) Das KM 183 ist ein DRUCKempfänger (hat also Kugelcharakteristik). Die Kugelcharakteristik bekommt aber nach höheren Frequenzen hin immer mehr die Form einer "Birne" und wird am Ende des Hörbereiches schon fast zu einer Keule. Der Grund für dieses Verhalten liegt im zunehmenden Druckstau vor der Membrane bei höher werdender Frequenz. 2.) Das KM 184 ist ein DRUCKGRADIENTENempfänger und hat Nierencharakteristik, die aufgrund der Kleinmembranigen Kapsel auch nach tiefen Frequenzen weitestgehend erhalten bleibt. Es MUSS also weniger räumlich klingen als das KM 183. Mach mal diese Versuche nicht in einem Wohnraum, sondern gehe mal damit in eine große Kirche oder in einen großen halligen Raum, dann wirst Du sehr leicht feststellen, daß der Raumeindruck beim KM 183 größer ist als beim 184. Daß der Raumeindruck sich bei verschiedenen Herstellern unterscheidet mag durchaus sein. Allerdings ist es so, daß Mikrofone ähnlicher Bauart auch ähnlich klingen. Das ist einfach physikalisch bedingt. Auf jeden Fall aber wird eine großmembranige Dopplemembrankapsel die auf Kugel geschaltet ist immer anders klingen als eine kleinmembranige Einmembrankapsel als Kugel. Der Vergleich ist daher etwas "unfair".
Gerade bei Choraufnahmen wird - wie schon an anderer Stelle geschrieben - der Eindruck so sein, daß bei Verwendung von Nieren die hinteren Chorreihen näher abgebildet werden als in Wirklichkeit. Daher sind Druckgradientenempfänger für eine korrekte Wiedergabe der Tiefenstaffelung nicht geeignet. Auch auf Kugel geschaltete Doppelmembrankapseln bilden die Tiefenstaffelung nicht so gut ab wie ein einmembraniges Mikrofon als Kugel.
Danke für die aufschlussreichen Kommentare. Ich werde die KM 183 behalten und weiter damit experimentieren (befinde mich ja noch im Anfangsstadium). An Mikrophonen stehen mir und einem Mitstreiter damit zur Verfügung: 3x Röde NT-2a 2x Neumann KM 183 2x Neumann KM 184 2x Mictrotech Gefell M930 (die mich ziemlich bei den ersten Tests beeindruckt haben) 4x Röde NT-5 1x Röde NT-4 Multitracker Korg 16XD; Monitore ADAM Ich hatte nach der ersten Erfahrung mit dem Gefell noch überlegt, vielleicht das Pärchen M300 noch dazuzukaufen, aber das wären vermutlich ein paar Kleinmembran-Nieren zuviel. Fehlt sonst noch etwas essentielles/substantiell hilfreiches für den Anfang? Ich wollte mich jedenfalls erst mal mit den Mikrophonverstärkern des Korg begnügen, die scheinen nicht so schlecht zu sein. Gruß, Thomas