Hallo Rainer, die Unsitte des Hochziehens des Normkammertons von a' = 440 Hz sogar bis auf 444 Hz ist immer noch üblich. Besonders bei philharmonischen Orchestern. Man sollte sich bei Aufnahmen mit Klavier immer vom Stimmer die Kammertonhöhe notieren. Es gibt manchmal viel später noch Nachproduktionen, die dann passen sollen. In der Pop- und Unterhaltungsmusik wird wegen des Gebrauchs von Akkordeon oder Vibraphon meistens 440 Hz genommen. Unangenehm ist es dann, wenn man sich die "hohen" Röhrenglocken bei den Philharmonikern ausleiht. Meistens nimmt man aber jetzt eh Samples dafür. Gruß Urs
kommt drauf an.... entweder ist das im Orchester ausgemacht auf welche freq. man stimmt, oder man richtet sich nach dem Solisten. das kann shcon mal zwischen 438 und 443 schwanken...
Absolut. Abhängig von Stilperiode (und den verwendeten Instrumenten) hält man sich bei der originalen Aufführungspraxis strikt an die überlieferten Stimmungen und den damit assoziierten "a"'s. So ist es sehr üblich das a=415 oder a=430. Gr. Dirk
Orchesterstimmung heute = 443Hz - wurde u.a. von Karajan und Szell eingeführt um die Brillianz des Orchesters zu vergrößern. Barockstimmung < 440 Hz (typ. 438) Beim Kontrabass z.B gibt es sogar noch die Solostimmung Fis1-H1-E-A mfg GerhardS
Wir hören hier von der unterschiedlichen Einstimmung auf den Ton a', die es zu unterschiedlichen Zeiten gab und die es trotz der internationalen Festlegung auf 440 Hz weiterhin gibt.
Hier wurden genannt: 415 Hz, 412 Hz, 430 Hz 440 Hz und 443 Hz. Wie groß ist denn nun wirklich hörmäßig der Tonhöhenunterschied von der tiefsten Frequenz 415 Hz zur höchsten Frequenz von 443 Hz? Damit man mal eine Vorstellung hat, was das zum Beispiel für einen Sänger an Tonhöhenunterschied bedeutet.
Kann mir mal jemand erklären warum so unterschiedlich gestimmt wird? Klar ist, dass manche Instrumente schwerer zu stimmen sind und sich der Rest danach richten muss. Klar ist auch, dass manche Instrumente bei anderen Stimmungen besser (oder schlechter) klingen. D.h. ich sehe ein dass ein Solist, dessen Violine z.B. bei 443Hz besser klingt, so stimmt. Oder dass historische Instrumente auf 435Hz optimiert wurden. (Oder jahrelang so eingespielt wurden). Aber es ist doch nicht davon auszugehen, dass alle Instrumente eines Orchesters bei 443Hz besser klingen. Und ein paar Cent Unterschied ist von den meisten (ohne AB-Vergleich) eh nicht hörbar. Ein Halbton macht ein bisschen was aus. Aber Beispielsweise bei Gitarre (in dem Fall tiefer) nun auch nicht die Welt. Gruss Thomas, der im übrigen findet, dass tiefer gestimmt oft besser kommt. (wir stimmen unsere Klampfen auf H - weil kompatibel zur E-Stimmung im Gegensatz zur Drop-D, oder Drop-C stimmung)
Hallo Thomas, wenn ich dir eine Daumenschraube anlege und du nach einiger Zeit das nicht mehr richtig spürst, dann brauche ich die Schraube nur ganz wenig anzuziehen um der Sache etwas mehr "Kick" und Wirkung zu gegen. So ist das auch mit dem Hochziehen der Stimmung. Wenn das Ohr müde wird, so muss man einfach die Tonhöhe leicht anzuziehen, damit das dann wieder "erfrischend" wirkt. Abba soll ja alle Playbacks beim Besingen um 1/2 Ton in der Tonhöhe und gleichzeitig im Tempo angezogen haben, bevor sie drauf gesungen haben. Das bingt eben doch etwas.
So ist das auch mit dem Hochziehen der Stimmung. Wenn das Ohr müde wird, so muss man einfach die Tonhöhe leicht anzuziehen, damit das dann wieder "erfrischend" wirkt. Abba soll ja alle Playbacks beim Besingen um 1/2 Ton in der Tonhöhe und gleichzeitig im Tempo angezogen haben, bevor sie drauf gesungen haben.
Das Argument würde ziehen, wenn man innerhalb eines Konzertes die Tonhöhe anhebt. Das bingt eben doch etwas. Ja, aber was völlig anderes! Hier werden nämlich die Formanten und Geräuschanteile mit gepitched.
Thomas T schrieb :...Und ein paar Cent Unterschied ist von den meisten (ohne AB-Vergleich) eh nicht hörbar.... GerhardS schrieb: ...Orchesterstimmung heute = 443Hz - wurde u.a. von Karajan und Szell eingeführt um die Brillianz des Orchesters zu vergrößern... und genau darum geht´s...Wenn das zahlende Publikum diese "Brillianz" gewohnt ist, braucht es nicht mehr unbedingt einen A/B Vergleich...man bekommt dann das Prädikat "gute Produktion"....Das gilt nicht nur für die Orchesterstimmung... Wenn ich im Popbereich produziere, hab ich auch in letzter Zeit immmer alles auf 442hz hochgestimmt...Klingt wirklich etwas "Brillianter" als mit 440hz... Jetzt wollte ich mal sehn, wie das so auf breiter Ebene gemacht wird...und siehe da...ist ja wirklich SEHR ergiebig und interessant...... :-)
Moin... Die beiden Aussagen: "Thomas T schrieb :...Und ein paar Cent Unterschied ist von den meisten (ohne AB-Vergleich) eh nicht hörbar.... GerhardS schrieb: ...Orchesterstimmung heute = 443Hz - wurde u.a. von Karajan und Szell eingeführt um die Brillianz des Orchesters zu vergrößern..." widerprechen sich ja nicht zwangsläufig. Natürlich sind ein paar Cent Unterschied (ich behaupte sogar +/- ein Halbton, zumindest für deutlich über 90% der Hörerschaft) nicht ohne Referenz hörbar - jedenfalls, wenn wir uns auf die TonHÖHE allein beschränken. Es ist aber wohl auch kein Geheimnis, dass sich auch das Obertonverhalten der allermeisten Instrumente in Abhängigkeit von der absoluten Stimmung deutlich ändert. Am augenfälligsten ist dies wohl bei Saiteninstrumenten: Straffer gespannte Saiten haben ein reicheres Obertonspektrum bzw. die Harmonischen werden im Verhältnis schwächer gedämpft als bei niedrigerer Stimmung. Das ist ein Effekt, der durchaus auch ohne Referenz auffällt. Mein Klavier z.B. war bis vor kurzem (exakt!) einen Halbton zu tief gestimmt - der Klangcharakter war eher weich. Nach dem Hochziehen auf 440Hz hat die Klangfarbe deutlich an Brillanz gewonnen, es klingt deutlich "knackiger". Bevor jetzt die Zweifler auf Einbildung tippen: Ich habe das fast erwartet, und zum Spass mal Messungen vorher und nachher durchgeführt. Zwar nicht unter Laborbedingungen, aber das Ergebnis spricht für sich. Obertöne haben z.T. doppelt so lange Ausklingzeiten nach der Umstimmung. Jens
Besonders freuen sich der Besitzer eines guten Flügels, wenn das Instrument ständig hoch- & runter gestimmt wird. Mitunter dauert es eine ganze Zeit, bis sich das Instrument an die neue - auch wenn´s dann wieder die alte ist - Stimmung "gewöhnt" hat ...