Senneiser e606 oder e609?

Erstellt 20 Antworten21 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich bin in Besitz eines Shure SM-57 und komme mit diesem Mikro nicht klar. Es wird von mir ausschließlich zur E-Gitarren-Abnahme gebraucht; ich habe allerdings ernsthafte Probleme mit der Positionierung vor der 4x12-Box: Entweder es klingt zu mittig oder zu schrill oder nur dumpf. Egal, wie ich es positioniere, es gibt immer etwas am Sound auszusetzen.
Jetzt habe ich nur Gutes über Sennheiser gehört: Das Mikro nur einmal grob positioniert, schon kann man spielen - und sich somit aufs Wesentliche konzentrieren.
In Frage kommen für mich entweder das e606 oder das e609, sagte man mir. Kann mir jemand die Unterschiede skizzieren? Ich will mit dem Mikro vornehmlich verzerrte Sounds (britisch) aufnehmen. Also keine High-Gain-Geschichten, sondern eher die Marshall/Engl-Schiene.
Vielen Dank schon einmal im Voraus.
MfG,
Thomas
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Antwort#2
Irgendwas anderes stimmt dann nicht. Das sm57 ist optimal für die harten sounds.
Tip: Immer nur einen LS com Cabinett abnehmen.Nahe an den LS ran gehen ca 5-10cm nicht auf die Mitte (zu hart) und nicht
auf den Membranrand (zu dumpf). Schöne Position mit ausprobieren raussuchen, gut sind 2 Personen, der eine hört der andere Positioniert. Mit dem Sennheiser wird dein Sound etwas anders aber nicht besser. Beim mixen müssen gerade solche sounds schwer mit EQ nachbearbeitet werden (bei mir nehnme ich auch immer einen Kompressor), da sie schnell alles im Mix zu machen. Nur ein Mikro benutzen, ein zweites brauchst Du für "Brat sounds" nicht(wenn doch auf Phasenlage achten). Ich stelle den Amp in eine Schalldichte Kabine und gebe Vollgas. Spiele die Gitarre im Aufnahmeraum und kann so den Sound über die Monitore hören)
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Antwort#3
Hi
Also wenn du mit dem SM57 für Gitarrenabnahme nicht klarkommst dann erst recht nicht mit den Sennheisern. Ich unterstelle jetzt einfach mal das das SM57 defekt ist. Dieses Mikro wird fast von allen nahmhaften Produzenten und Toningenieuren für Gitarrenabnahme genutzt, weil man fast überhaupt nicht am EQ drehen muss und schon einen geilen Sound in der Abhöre hat. Zeite Möglichkeit eines schlechten Sounds ist natürlich ein schon besch*****er Sound aus der 4x 12" Box. Es ist nämlich auch Tatsache, das viele Gitarristen nicht mal ihre eigene Anlage kennen, geschweige denn auch noch einen guten Sound damit reproduziern können.
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Antwort#4
Hallo Thomas,
fang doch erst mal bei deiner Box an. Sind alle Speaker O.K. UND PHASENRICHTIG angeschlossen???
Die von dir gemachten Angaben lassen mich vermuten das mindestens einer deiner 4 Speaker VERPOLT ist. Genau dann hast du Nahfeld des Mikrofons das Chaos, etwas weiter von der Box weg donimieren dann 3 richtig gepolte über einen falsch gepolten Speaker.
Ich bitte um Rückmeldung ob der tip richtig war!
Gruß
M. Hein
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Antwort#5
Hast du schon mal probiert das Mikro ein bisschen weiter weg zu positionieren so ca. 0,5m bis 1m. Das reduziert den Nahbesprechungseffekt und verhindert so vielleicht ein zu dumpfes Klangbild. Ich hatte damit oft bessere Ergebnisse.
Grüsse, Michi
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Antwort#6
Ich schätze mal, ich muss weiterhin rumexperimentieren mit dem 57-er. In einer Sache müsst ihr mir Recht geben: Die richtige Position des SM-57 ist sehr schwer zu finden.
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Antwort#7
Auch nicht wahr. Wenn man einige Erfahrung hat findet man den "guten" punkt vor der Box auf Anhieb.
Probier das: Sm57 ca. 1-2 cm vor der Bespannung eines Lautsprechers senkrecht zur Lautsprecherachse aber zwischen Kalotte und Membran positioniert. So mulmt's nicht, ist aber auch nicht zu grell. Grungvoraussetzung ist natürlich das aus der Box schon ein ausgewogener "Bratgitarren"-sound rauskommt. Manche Gitarristen machen ihren Sound einfach zu grell und ohne Boden.
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Antwort#8
Wenn man die nötige Erfahrung hat, sind die wenigsten Dinge im Leben schwierig. Ich habe die richtige Positionierung des SM-57 auch schon in einem Gitarristen-Forum diskutiert. Dort ist man derselben Meinung wie ich: Das Finden der richtigen Stelle fordert viel Zeit und Geduld.
Werde zwischen den Feiertagen mal alle Tipps von euch durchgehen. Danke!
Und dass viele Gitarristen zu grell seien und zu wenig "Boden" hätten - da muss ich dir auch widersprechen. Gemäß meinen Erfahrungen haben die meisten Gitarristen zu viel "Boden", sprich, zu viel Bass und zu wenig Brillanz. Das, was, wenn man direkt vor der Box steht, eventuell als zu schrill empfunden wird, klingt oftmals im Bandgefüge recht passabel und sorgt für ein gutes Durchsetzungsvermögen.
MfG,
Thomas
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Antwort#9
Gemäß meinen Erfahrungen haben die meisten Gitarristen zu viel "Boden",
sprich, zu viel Bass und zu wenig Brillanz.
Das kommt davon, dass das dynamische Nierenmikrofon immer schön auf die Lautsprechermembran ausgerichtet wird.
Das "zu viel Bass" ist der gewaltige Tiefenanstieg wegen des Nahbesprechungseffekts. (bass tip-up or proximity effect; mehr als 12 dB bei 100 Hz bei 1 cm Abstand).
Bei seitlichem Schalleifall auf das Mikrofon verschwindet dieser unschöne Effekt.
Etwas Theorie kann hierbei recht nützlich sein. Siehe:
http://www.sengpielaudio.com/NahbesprechungseffektUndSchalleinfall.pdf
Euer Günni
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Antwort#10
Wer nicht glaubt, wie gewaltig der übliche Tiefenanstieg durch den Naheffekt sein kann, der schaue sich mal im Link unten den Frequenzgang für nahe Beschallung der Mikrofone mit Nierenrichtcharakteristik an. Auch beim Sennheiser E 609.


Nahbesprechung - gewaltiger Bass-Anstieg
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Antwort#11
"Das "zu viel Bass" ist der gewaltige Tiefenanstieg wegen des Nahbesprechungseffekts."
Sicherlich nicht falsch, aber m.E.n. neigen Gitarristen auch ohne Nahbesprechungseffekt durch Mikrofonierung zu zuviel "Tiefmittenmulm". Man stellt eben "seinen" Sound meist ein, wenn der Rest der Band schweigt - und dann fehlt natürlich der Gitarre (allein abgehört) der rechte Druck. Es kann Stunden kosten, den Sechssaiter davon zu überzeugen, dass ein "nasaler", etwas grellerer Sound hinterher im Mix zusammen mit Bass und restlichen Instrumenten richtig schön knallt, während der vom Gitarrero gewünschte im Gesamtsound nur noch mulmt. Insbesondere, wenn die Gitarrenspur noch gedoppelt werden soll...
Jens
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Antwort#12
Da man üblicherweise das Mikrofon schön ordentlich gerade und nahe an den Bespannstoff des Gitarrenverstärker-Lautsprechers stellt, geschieht bestimmt bei den tiefen Frequenzen (100 Hz + 10 dB) ein gewaltiger Mulm-Anstieg. Dieses ist den "blauäugigen" Anwendern wirklich nicht bekannt, wie ich durch Nachfragen immer wieder feststellen konnte.
Das ist die berüchtigte und beliebte "Tonabnahme".
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Antwort#13
Da man üblicherweise das Mikrofon schön ordentlich gerade
Das ist die berüchtigte und beliebte "Tonabnahme".
Wer stellt Mikros gerade vor die Box?
Nein, eine Tonzunahme.
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Antwort#14
Wer stellt Mikros gerade vor die Box?
ThomasT, das wird bei dir sicher bestimmt nicht vorkommen.
Schaue dich mal bei den Gitarrenabnahmen deiner Tonbrüder um und begutachte die saubere rechtwinklige Ausrichtung des Mics und die verdammte Nähe zum Lautsprecherbespannstoff. Das ist wirklich "blauäugig", wie ein Poster hier das schon so nett und vorsichtig ausdrückte. Ich hätte dazu schon ein härteres Wort.
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Antwort#15
Wie liesse sich dieser Mulmeffekt verhindern?


Meine Seute
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Antwort#17
Interessant dabei ist, dass ein Nierenmikro auch von hinten(!) eine Empfindlichkeit zeigt. Nämlich den Nahbesprechungseffekt pur.
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Antwort#18
Hallo ThomasT,
bei einer Niere löschen sich normalerweise der Achter-Anteil und der Kugel-Anteil bei Schalleinfall von hinten aus. Was bei der Nahbesprechung übrig bleibt, ist eben der erhöhte Pegel allein bei tiefen Frequenzen durch den Achter-Anteil.
Die Vorstellung, dass eine Niere immer aus gleichen Teilen Kugel und Acht besteht, ist schon sehr brauchbar. Nur die Acht hat eben den Nahbesprechungseffekt. Bei seitlichem Einsprechen auf ein Nierenmikrofon kann der Achteranteil nichts aufnehmen. Das ist der Trick gegen den Nahbesprechungseffekt.
Viele Grüße
Eberhard


Die Zusammensetzung aus Kugel und Niere bei Richtmikrofonen
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Antwort#19
Ich weiss doch. Ich finde es halt merkwürdig (des Merkens würdig). Wir hatten das vor ewigen Zeiten mal im Mindprint-Forum diskutiert. Ging darum, ob ein Zweimembranmikro auf Kugel geschaltet einen Nahbesprechungseffekt hat.
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Antwort#20
Hallo ThomasT,
wenn man den praktischen Nah-Sprechtest im Regieraum mit einem U87 macht, das man von Niere auf Kugel schaltet, dann hört man schon einen Unterschied zu weniger Tiefen bei der Kugel. Theoretisch müssten die beiden gegeneinander geschaltenen Achter-Anteile sich genau aufheben. Da das aber Großmembranen sind, die man ja nah einspricht, wird sicher nicht der Theorie genau gefolgt und "etwas" Tiefenanstieg bei Frontal-Einsprache vorhanden sein. Das ist im Eigen-Test auch zu hören.
Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


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