Reine Laufzeitaufnahme

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Startbeitrag#1
Habe, inspiriert duch den Artikel zum Thema Choraufnahme in reiner Laufzeitstereofonie von Rainer (Staigeaid), mal am Dgitalpult mit einer bereits vorhandenen Mehrspurchoraufnahme soetwas durchprobiert.
Es handelte sich um einen mittelgroßen Chor, der mit einer AB-Anordnung aufgenommen und dessen Stimmen einmal extra gestützt wurden(S,A,T,B).
Wie in Rainers Artikel beschrieben wurde jede Spur der Stützen auf zwei Kanäle geschaltet, die Fader gekuppelt und die Pan-Pot Positionen auf die Ecken gestellt.
Sobald ich eine Verzögerung(0,1 - 1,5 ms) für einen Kanal ins Spiel gebracht habe, fing die Phantomschallquelle zwar schön aus dem Mitte zu den Seiten zu wandern, es ergaben sich aber auch üble Kammfilterartefakte, die den Chorklang kaputt machten. Am deutlichsten ist das bei der Sopranstütze aufgefallen. schalte ich dann diese gekuppelte "Sopraneinheit" auf Mono hört man diese Kammfilter aufs übelste.
Eigentlich muß ich doch einen Fehler dabei machen (bloß welchen?), denn sonst würde das Thema der so beschriebenen "reinen LAufzeitaufnahmen" hier schon längst verworfen worden sein.
Mit Gruß
Jörg
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Antwort#2
Hallo Jörg,

stelle ruhig mal weit mehr als nur 1,5 ms ein, gehe ruhig bis zu 20 msec wenn Du die Mikrofone an den Ecken der Schallquelle einstellst. 20 msec sind noch kurz genug um die Schallquellen nicht getrennt wahrzunehmen.
Ich hatte damals auch 4 Mikrofone als Stützen, die äußeren waren 20 ms gegeneinander verzögert und die inneren - soweit ich es noch in Erinnerung habe - ca. 1,5 ms.
Die Monokompatibilität ist bei solchen Aufnahmen natürlich eingeschränkt.

Ich hatte bei der damaligen Produktion (es war der Marburger Bachchor und die CD ist im Verlag "Musicaphon" erhältlich, der Titel der CD ist "Die Klänge ziehen, sie enthält Lieder aus ganz Europa) sowohl die konventionelle Aufnahme (also mit Panpots) als auch die reine Laufzeittechnik im Mischpult abgespeichert und den Dirigenten im Umschaltvergleich hören lassen ohne ihm zu sagen welche Art Aufnahme gerade lief. Er entschied sich eindeutig für die Laufzeitvariante.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Ist dies ein übliches Verfahren für Chöre, oder eher eine Sonderaufstellung der für diesen CHor besonders gut passte?
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Antwort#4
Hallo Harald,
FAlls du die Aufstellung der Mikrofone meinst:
das ist eigentlich eine übliche Art der Mikrofonierung, da man dadurch mehr Freiheitsgrade besitzt inhomgenen Chorklang auszugleichen und dem Chorklang auch ein wenig mehr Präsenz und Verständlichkeit zu verleihen. NAtürlich kann man einen Chor auch nur mit zwei Mikrofonen aufnehmen, aber ab einer bestimmten Chorbreite- größe macht es Sinn, die einzelnen Stimmgruppen exra zu stützen.
Z.B. ist der Sopran stimmlagenbedingt immer deutlicher als die restlichen Stimmlagen. Diese Linkslastigkeit bekommst du mit einer Stereomikrofnierung nicht weg ohne das die Abbildungsbreite darunter leidet. Und die Männerstimmen sind stimmlagenbedingt eher im Hintergrund und dazu auch in vielen Chören eher unterbesetzt, so dass hier eine Stütze auch ausgleichend wirkt. Wichtig ist nur, dass nur soviel gestützt wird, dass keine einzelne Stimmen herauszuhören sind. Das würde dem Chorklang schaden.
Mit Gruß
Jörg
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