Ist es korrekt, das Mikro auf die Bühne zu stellen und einfach den "Gain" aufzureissen und die Fader bei 0 dB stehen zu haben? Und zu letzt, das ganze nochmal anzusprechen? Oder gibt es bessere Tricks? Wie messt ihr denn eine PA korrekt ein?
Richtiges "Einpfeiffen" der PA/Monitore?
Eine PA braucht man nicht einpfeifen.
Wenn man eine PA einpfeifen muss, weil man sonst nicht genug Pegel erzeugen kann, dann ist am System etwas faul (Aufstellung, Phase?, Raum-Resonanzen).
Man pfeift maximal dann ein, wenn ein Redner ein Ansteckmikro hat. Dann mache ich es allerdings auch so, dass ich am Kanalinsert einen 31Bänder einschleife und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten.
Und erst recht nicht das Mikro alleine auf die Bühne! Sobald jemand davor steht, wird es sofort zum Pfeifen beginnen, weil auf einmal ein Reflektor (=Mensch) vor dem Mikro steht und somit absorbiert, reflektiert und diffundiert.
Grüße,
Hermann
Wenn man eine PA einpfeifen muss, weil man sonst nicht genug Pegel erzeugen kann, dann ist am System etwas faul (Aufstellung, Phase?, Raum-Resonanzen).
Man pfeift maximal dann ein, wenn ein Redner ein Ansteckmikro hat. Dann mache ich es allerdings auch so, dass ich am Kanalinsert einen 31Bänder einschleife und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten.
Und erst recht nicht das Mikro alleine auf die Bühne! Sobald jemand davor steht, wird es sofort zum Pfeifen beginnen, weil auf einmal ein Reflektor (=Mensch) vor dem Mikro steht und somit absorbiert, reflektiert und diffundiert.
Grüße,
Hermann
Moin...
"Eine PA braucht man nicht einpfeifen.
Wenn man eine PA einpfeifen muss, weil man sonst nicht genug Pegel erzeugen kann, dann ist am System etwas faul (Aufstellung, Phase?, Raum-Resonanzen)."
Beziehst du dich jetzt nur auf die Front oder (auch) auf die Monitore?
Bezogen auf die Front gebe ich dir recht, die sollte man i.d.R. nicht "einpfeifen" müssen. Entzerren allerdings in der Praxis meist schon. Man kann eben nicht überall die Räume baulich so verändern, wie man aus akustischer Sicht gerne möchte, und auch bei der Aufstellung der Systeme ist man gewissen Limitierungen unterworfen (Optik, Sicherheit, Statik, Verstellen von (Flucht-)Wegen etc., so dass auch bei sorgfältiger Planung der (mäßige) Einsatz eines EQs oft nicht zu vermeiden ist...
Und für Monitore gilt dies gleich doppelt, da spielen ja bei der Aufstellung auch noch szenische Aspekte (Bühnendeko, -aufteilung, ...) eine Rolle. Da gehört das ordentliche Einpfeifen IMHO schon zum "guten Ton" (wörtlich!).
"...und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten."
Das musst du mir erklären, inwieweit eine nicht-entzerrte PA bessere Qualität bringt als eine (vernünftig) entzerrte... ?
"Und erst recht nicht das Mikro alleine auf die Bühne! Sobald jemand davor steht, wird es sofort zum Pfeifen beginnen, weil auf einmal ein Reflektor (=Mensch) vor dem Mikro steht und somit absorbiert, reflektiert und diffundiert."
Dazu volle Zustimmung.
Jens
"Eine PA braucht man nicht einpfeifen.
Wenn man eine PA einpfeifen muss, weil man sonst nicht genug Pegel erzeugen kann, dann ist am System etwas faul (Aufstellung, Phase?, Raum-Resonanzen)."
Beziehst du dich jetzt nur auf die Front oder (auch) auf die Monitore?
Bezogen auf die Front gebe ich dir recht, die sollte man i.d.R. nicht "einpfeifen" müssen. Entzerren allerdings in der Praxis meist schon. Man kann eben nicht überall die Räume baulich so verändern, wie man aus akustischer Sicht gerne möchte, und auch bei der Aufstellung der Systeme ist man gewissen Limitierungen unterworfen (Optik, Sicherheit, Statik, Verstellen von (Flucht-)Wegen etc., so dass auch bei sorgfältiger Planung der (mäßige) Einsatz eines EQs oft nicht zu vermeiden ist...
Und für Monitore gilt dies gleich doppelt, da spielen ja bei der Aufstellung auch noch szenische Aspekte (Bühnendeko, -aufteilung, ...) eine Rolle. Da gehört das ordentliche Einpfeifen IMHO schon zum "guten Ton" (wörtlich!).
"...und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten."
Das musst du mir erklären, inwieweit eine nicht-entzerrte PA bessere Qualität bringt als eine (vernünftig) entzerrte... ?
"Und erst recht nicht das Mikro alleine auf die Bühne! Sobald jemand davor steht, wird es sofort zum Pfeifen beginnen, weil auf einmal ein Reflektor (=Mensch) vor dem Mikro steht und somit absorbiert, reflektiert und diffundiert."
Dazu volle Zustimmung.
Jens
Wie misst man denn dann die Monitore richtig ein? Wenn zum Beispiel das FoH weit von der Bühne entfernt ist? Was wenn man alleine ist? Eine Begleitung am EQ, oder mit Mikro auf der Bühne abstellen?
Richtig. Helfer mit Mikro (und Ohrenschutz!) auf die Bühne und dann selbst am EQ drehen. Alleine wird das in der Tat schwierig.
Jens
Jens
Hallo Jens!
Meine Ausführungen haben sich nur auf Front und nicht auf Monitoring bezogen.
Mit "...und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten."
meine ich: Konkreter Fall, vorgestern Firmen-Weihnachtsfeier für 600 Personen, 50x27m Raum. Der Redner möchte unbedingt ein Ansteck-Funkmikro. Anstatt nun die PA mit diesem Mikro etwas einzupfeifen, bei den Lavaliers muss man das meist machen, habe ich in den Kanalinsert des Ansteck-Mikros einen 31Band EQ geinserted. Somit kann ich das Mikro in den Feedbackbereichen gut entzerren und die nachfolgend spielende Band hat trotzdem einen guten Sound, weil ich nicht den PA-EQ zum Feedbackvermindern des Lavalier-Mikros verwendet habe. Im übrigen war es überhaupt kein Problem, hochwertigste Sprachverständlichkeit über den gesamten Raum zu bewerkstelligen, da das Q-System von d&b, wie ich finde, eine noch nie dagewesene Klangqualität im Beschallungssektor bietet.
Grüße,
Hermann
Meine Ausführungen haben sich nur auf Front und nicht auf Monitoring bezogen.
Mit "...und nicht die gesamte PA equalisiere. Dadurch bleibt die Qualität für den Rest erhalten."
meine ich: Konkreter Fall, vorgestern Firmen-Weihnachtsfeier für 600 Personen, 50x27m Raum. Der Redner möchte unbedingt ein Ansteck-Funkmikro. Anstatt nun die PA mit diesem Mikro etwas einzupfeifen, bei den Lavaliers muss man das meist machen, habe ich in den Kanalinsert des Ansteck-Mikros einen 31Band EQ geinserted. Somit kann ich das Mikro in den Feedbackbereichen gut entzerren und die nachfolgend spielende Band hat trotzdem einen guten Sound, weil ich nicht den PA-EQ zum Feedbackvermindern des Lavalier-Mikros verwendet habe. Im übrigen war es überhaupt kein Problem, hochwertigste Sprachverständlichkeit über den gesamten Raum zu bewerkstelligen, da das Q-System von d&b, wie ich finde, eine noch nie dagewesene Klangqualität im Beschallungssektor bietet.
Grüße,
Hermann
... oder besser: selbst vor die Monitore stellen, ansprechen und dem Helferlein sagen, welche Frequenzen er zu ziehen hat. Nur so kannst Du den Klang und die Feedbacksicherheit selbst beurteilen.
Gruß
caze
Gruß
caze
Tip aus meiner Praxis: CD drauf, dafür sorgen das es ausgewogen & gut klingt (wie bei PA), evt. Feedbackprobleme beim Soundcheck mit Künstlern beheben (Mon-EQs gehören sowieso zwingend zum FOH!!). Fertig. "Einpfeifforgien" sind i.d.R. Zeitverschwendung.
Vielen Dank für Eure Anteilnahme. Werde Euch jetzt wohl mal häufiger mit Fragen bombardieren...
