Moin, gibt es irgendeinenen Zusammenhang zwischen der Raumhöhe des Aufnahmeraums und der Höhe einer Mikrofonanordnung (z.B Decca Tree) auf einem Hochstativ (>3m)? Ich kann mir vorstellen, dass eine Mikrofonanodnung nahe der Raumdecke (z.B. Abstand Mikro's zur Raumdecke < 2m)doch einige Probleme macht. (hab's noch nicht ausprobieren können). Viele Grüsse gerhardS
Gibt es irgend einen Zusammenhang zwischen der Raumhöhe des Aufnahmeraums und der Höhe einer Mikrofonanordnung auf einem Hochstativ (>3m)?
Das Orchester wird bei niedriger Zimmerdecke einfach nicht klingen. Besonders bei größeren Lautstärken wird es eng im Klang. Da liegt das eigentliche Problem.
Wenn Du mit DECCA (also drei Kugeln) bereits nahe dem Plafond bist, bekommst Du die ersten Reflexionen vom Plafond ueblicherweise viel zu stark, um klangschoen zu sein. 3:1-Regel beachten (gilt auch fuer reflektierende Waende!).
Wenn Du mit DECCA - also drei Kugeln - bereits nahe dem Plafond bist, bekommst Du die ersten Reflexionen vom Plafond üblicherweise viel zu stark, um klangschön zu sein. 3:1-Regel beachten - gilt auch für reflektierende Wände!.
Die empirische 3 : 1 Faust-Regel für "richtige" Mikrofonabstände untereinander und zur Schallquelle gilt nur für Polimikrofonie, also für nahe Stützmikrofone, um somit Kammfiltereffekte auszuschließen oder zu mildern. Für ein Hauptmikrofonsystem, wie es das Decca-Dreieck für klassische Aufnahmen ist, gilt diese Regel nicht. Das sagt ebs recht deutlich: Die 3:1-Regel für die Mikrofonaufstellung bei "Pop-Aufnahmen" Natürlich sind Mikrofone in der Nähe von Reflexionswänden (Zimmerdecke) im Klang problematisch, es sei denn, es sind Grenzflächenmikrofone ganz dicht an der Fläche selbst.
Die 3:1-Regel für die Mikrofonaufstellung bei 'Pop-Aufnahmen'
Das ist das Grundproblem der Hochstative, allerdings hat man bei niedirgen Mikros ersatzweise den Boden, der satt reinreflektiert. Ich handhabe das so, daß ich die Mikros in kleinen Räumen, wo es eben nicht anders geht, direkt an die Decke schiebe: Was sill ich mit einem Doppelbild, wenn die Mikros nur noch einen knappen Meter zur Decke haben ...
Die Firma Crown erklärt: "Audible comb filtering occur whenever two or more microphones pick up the same sound source at about the same level but at different distances, and are mixed to the same channel. This problem can be minimized or eliminated by following the "3:1 rule": Separate the mics by at least 3 times the mic-to-source distance. This creates a level difference of at least 9 dB between microphones, which reduces the comb-filter dips to an inaudible 1 dB or less. In general, place mics close to their sources and keep the mics far apart to prevent audible comb filtering." Der hörbare Kammfiltereffekt tritt auf, wann immer zwei oder mehr Mikrofone die gleiche Schallquelle mit etwa gleichem Pegel aber aus unterschiedlichen Entfernungen aufnehmen und dies auf einen Kanal zusammengemischt wird. Das Problem kann nach der "3:1 Regel" gemildert oder beseitigt werden: Positionieren Sie die Mikrofone untereinander auf mindestens dreimal den Abstand vom Mikrofon zur Schallquelle. Dieses ergibt einen Pegelunterschied von mindestens 9 dB zwischen den Mikrofonen, was die Kamm-Filtereinbrüche auf unhörbare 1 dB oder kleiner reduziert. Im Allgemeinen heißt das: Bringe die Mikrofone nahe an ihre Schallquelle und halte sie weit von einander entfernt, um somit hörbare Kammenfilterverzerrungen zu verhindern. Das gilt für einzelne Stützmikrofone und für Polymikrofonie im Popbereich, aber nicht für Hauptmikrofonsysteme. Versuche doch mal die 3:1 Regel mit einem ORTF-Sytem bei 17 cm Abstand der Mikrofone und einer oder zwei Schallquellen einzuhalten, wie immer wieder "hirnlos" erklärt wird. Wenn man das nur einmal gedanklich durchgespielt hat, dann erkennt man klar die Unbrauchbarkeit dieser Regel bei der Anwendung mit Hauptmikrofonsystemen ist - wie sie hier beim Decca-Tree vorgeschlagen wurde.
Moin... "Versuche doch mal die 3:1 Regel mit einem ORTF-Sytem bei 17 cm Abstand der Mikrofone und einer oder zwei Schallquellen einzuhalten, wie immer wieder "hirnlos" erklärt wird. Wenn man das nur einmal gedanklich durchgespielt hat, dann erkennt man klar die Unbrauchbarkeit dieser Regel bei der Anwendung mit Hauptmikrofonsystemen ist - wie sie hier beim Decca-Tree vorgeschlagen wurde. " Naja, so ganz dann wieder nicht, denn: Bei einem Hauptmikrofonsystem wie ORTF werden die Signale der beiden Mikros nicht zusammengemischt, sondern landen auf separaten Kanälen. Somit gibt es keine Kammfiltereffekte, sondern die Laufzeitunterschiede machen gerade das Stereobild aus. Die Deckenreflexionen landen aber (auch) wieder im selben Mikro wie der Direktschall - das sind ja zwei Paar Schuhe! Bei Decca ist das natürlich alles komplizierter, weil das Centermikro ja in beide Kanäle geht... Jens
Danke .Jens für deine Erklärung und Ergänzung der drei zu eins Regel. Du glaubst gar nicht, wie beim Aufbau einer Aufnahme selbst bei einem Hauptmikrofon immer wieder von der 3:1 Regel gefaselt wird, ohne nachzudenken. Man möchte zeigen dass man etwas weiß, aber man weiß nur wenig. Man erkennt daran deutlich, dass die 3:1-Regel wirklich nicht verstanden wurde.
Das Thema hatten wir ja auch schon einmal im Zusammenhang mit Chormikros: Es gibt Spezialisten, die auch die 4(?) Stützmikros vorne nach 3:1 aufstellen wollen und dabei nicht beachten, daß die Mikros garnicht mit demselben Pegel in den jeweiligen Kanal fliessen. Zudem muss hier eine flächige Aufnahme der Mikros erfolgen und KF in Kauf genommen werden. Aber selbst, wenn es um die Aufzeichnung von Einzelstimmen geht - z.B. mehrere Personen A Capella - muss eine differenzierte Betrachtung angewandt werden, also stump 3:1, da auch hier die Mikros gepanned werden und rechts liegende Stimmen mit dem linken Kanal nichts zu tun haben, auch wenn sie noch so viel kammfilterfähigen Schall einfangen würden. Bereits das Mikro 2 von links wird bei 4 Mikrso insgesamt rein pegelmässig nur noch etwa zu 70% im linken Kanal stehen, was bereits 3dB am Ort des Mikros ausmacht.
Dazu moechte ich nun doch noch etwas schreiben, weil anscheinend ein Missverstaendnis der 3:1-Regel vorliegen duerfte. Die 3:1-Regel ist eigentlich eine Faustregel aus der Praxis. Physikalisch ist es so, dass saemtliche Reflexionen des Signals einer Schallquelle (wie auch immer aufgenommen) bei einer Ueberlagerung mit dem Originalsignal interferieren. Seien es 2 verschiedene Mikrophone, deren Signale ueberlagert werden (zB. Stuetze plus ein Mikro eines Hauptsystems) oder seien es Reflexionen von einer Wand, insbesondere wenn die Daempfung bei der Reflexion und der Leistungsabfall zu gering sind. (Da die Wand kein Punkt sondern ausgedehnt ist, kommt es eigentlich zu einer mehrfachen Ueberlagerung verschiedener Reflexionen an verschiedenen Wandpunkten. Das sorgt fuer eine gewisse Diffusivitaet. Es aendert aber nichts an der prinzipiellen Ueberlegung bzgl. Interferenz, schwaecht allerdings die Effekte etwas ab.) Jens hat erlaeutert, auf welchen Ueberlegungen die 3:1-Regel basiert: Man versucht, die Interferenzerscheinungen auf einem vergleichsweise niedrigem Pegel zu halten (bzw. auch oft, ihre Auswirkungen in einen "weniger stoerenden Frequenzbereich" zu verlagern) Physikalisch kannst Du Dir jeden Reflexionsort an einer Wand als eine neue Schallquelle mit kugelfoermiger Abstrahlung vorstellen, mit dem gleichen Signal, das zusaetzlich etwas gedaempft ist (und dies in verschiedenen Spektralbereichen im Allgemeinen unterschiedlich) und etwas verzoegert. Ob Du nun mit einem einzigen Mikrophon diese beiden Signale (Original + 1. starke Reflexion) aufzeichnest und dadurch ueberlagerst, oder mit zwei verschiedenen Mikros ein und dasselbe Signal an verschiedenen Orten und dann ueberlagerst: Das Ergebnis ist aehnlich. Naemlich: Zwei sehr aehnliche Signale werden ueberlagert. Dabei entstehen nun mal jene Interferenzerscheinungen, die landlaeufig als Kammfiltereffekt beschrieben werden. Das laesst sich simpelst ausrechnen. Und fuer diejenigen, die nicht rechnen wollen: Probiere es doch einfach aus! Nimm Dir ein einziges Mic, lasse einen Lautsprecher gegen eine schallharte Wand strahlen, stelle ein Mikro dazwischen, experimentiere mit der Mikrodistanz zur Wand und mache eine Spektralanalyse des Signals! Dass sich die 3:1-Regel nicht auf Hauptsysteme bezieht, heisst schlicht, dass man bei den 2 Mikros bei einem ORTF oder AB nicht deren Abstand untereinander zum Abstand der Schallquelle in Relation 1:3 setzen muss. Weil die Signale nicht ueberlagert werden, sondern auf zwei Kanaele getrennt aufgezeichnet werden!
Wuerde man hingegen mit AB eine Monokompatibilitaet haben wollen, muesstest Du selbst hier die Interferenzen wieder beruecksichtigen. Ob nach 3:1 oder anders bleibt Dir ueberlassen. Meist hat man bei AB keine Monokompatibilitaet gerade wegen der Interferenzen, und man verzichtet darauf. Wenn man nun eine schallharte Wand in Mic-Naehe hat, so bekommt man die Interferenzen mitgeliefert, und natuerlich waere die 3:1-Faustregel auch hier zur Orientierung angebracht! (Aber keine Regel ist fix!) Bei DECCA werden uebrigens die Kammfiltereffekte bewusst erzeugt und ausgenuetzt. Sie ergeben eine leichte Verfaerbung des Klanges, wobei diese Verfaerbung als "angenehm" empfunden wird - ein psychoakustisches Phaenomen, kein Physikalisches. Physikalisch wird bloss ueberlagert. Wenn Du nun ein DECCA-System in Wandnaehe aufstellst, bekommst Du nicht nur die Interferenzen der von den einzelnen Mics aufgezeichneten Originalsignale, sondern zusaetzlich auch noch die Reflexionen mit relativ hohem Pegel. Du erhaeltst dann eine ziemlich andere Klangverfaerbung, als beim ueblichen DECCA weg von Waenden. Ob das dann "angenehm klingt" wage ich sehr zu bezweifeln. Beim ueblichen DECCA sind die ersten Reflexionen im Pegel so schwach, dass sie sich nur wenig auswirken (und es gibt dann auch hier noch psychoakustische Phaenomene und die leichte Diffusivitaet durch die Reflexionen). Ich habe mir den ebs-Artikel wegen "3:1 nur bei Stuetzen" (wie hier behauptet) noch nicht durchgelesen. Wenn ebs darlegen wuerde, dass in der Naehe schallharter Waende diese Faustregel prinzipiell nicht anzuwenden waere, haette er physikalisch leider schlicht unrecht - und die Natur haelt sich nicht an Autoritaeten.:-) Physikalisch geht es bei 3:1 bloss um die "Vermeidung unangenehmer Interferenzerscheinungen". Wodurch die Interferenzerscheinungen zustande kommen ist eigentlich keine Voraussetzung fuer die Regel.
Noch ein nettes Experiment faellt mir gerade ein. Man nehme ein AB mit grosser Basis und eine kleine Schallquelle Q. Folgender Aufbau (alles in einer Ebene!): A B Q wobei der Abstand AQ:BQ mindestens 3:1 ist. Dann haette man sogar eine brauchbare "Monokompatibilitaet mit AB", denn in diesem Fall ist das in der Funktion nichts anderes als ein Monomic A plus eine Monostuetze B... Man kann auch dieses probieren: A Q B A Q B A Q B und sich von den Klangveraenderungen in der Monosumme beeindrucken lassen. Waere ein Beispiel fuer die Anwendbarkeit der 3:1-Regel bei einem "Hauptsystem". (Der Begriff "Hauptsystem" kommt hier nur durch den Aufbau AB zustande - in obigen Experimenten wird das Stereo-Signal aber ignoriert, wichtig ist bloss die Mono-Summe.) Wichtig war hier nur, dass man zwei sehr aehnliche Signale summiert. Anderes Experiment: Zwei genau gleiche (!) Schallquellen Q und ein einziges Mic M (Kugel). Q Q M Q Q M Q Q M bzw. Q M Q Q M Q Q M Q
Nun ersetzen wir eine der beiden Quellen Q (sagen wir, die linke) durch die Reflexionen R einer schallharten Wand W: W M Q W M Q W M Q (passt zwar jetzt nicht ganz, denn die Weglaenge von Q zu W muss zusaetzlich beruecksichtigt werden) Ich hoffe, das Prinzip ist klar! Viel Spass beim Experimentieren!
Pardon, das Forum schluckt Leerzeichen. Hier Version 2: Noch ein nettes Experiment faellt mir gerade ein. Man nehme ein AB mit grosser Basis und eine kleine Schallquelle Q. Folgender Aufbau (alles in einer Ebene!): A_________________________B_Q wobei der Abstand AQ:BQ mindestens 3:1 ist. Dann haette man sogar eine brauchbare "Monokompatibilitaet mit AB", denn in diesem Fall ist das in der Funktion nichts anderes als ein Monomic A plus eine Monostuetze B... Man kann auch dieses probieren: A__________________________Q__B A_____________________Q_______B A__________Q__________________B und sich von den Klangveraenderungen in der Monosumme beeindrucken lassen. Waere ein Beispiel fuer die Anwendbarkeit der 3:1-Regel bei einem "Hauptsystem". (Der Begriff "Hauptsystem" kommt hier nur durch den Aufbau AB zustande - in obigen Experimenten wird das Stereo-Signal aber ignoriert, wichtig ist bloss die Mono-Summe.) Wichtig war hier nur, dass man zwei sehr aehnliche Signale summiert. Andere Experimente: Zwei genau gleiche (!) Schallquellen Q und ein einziges Mic M (Kugel). Q_Q______________________________M Q______________Q_________________M Q_______________________Q________M bzw. Q_____________M________________Q Q_______M______________________Q Q_M____________________________Q
Nun ersetzen wir eine der beiden Quellen Q (sagen wir, die linke) durch die Reflexionen R einer schallharten Wand W: W________________________M_____Q W______________M_______________Q W_M____________________________Q (passt zwar jetzt nicht ganz, denn die Weglaenge von Q zu W muss zusaetzlich beruecksichtigt werden) Ich hoffe, das Prinzip ist klar! Viel Spass beim Experimentieren!
Ich verstehe nicht, wieso hier wieder mit Monokompatibiltät arguumentiert wird. Sicher, für entfernte Quellen weit aussen, träfe dies zu: Es gäbe keine Kammfiltereffekte, aber dies sind auch keine Stereosignale mehr, da aufgrund des weitstehenden AB diese Signale voll im rachten Anschlag liegen. Aus meiner Sicht sollte man immer die Signale und Quellen im Auge behalten, die auch real noch im Stereofeld liegen und diese untrliegen IMMER Kammfiltereffekten, wenn man sie zu Mono vermixt. Dies gilt im Übrigen auch für "korrekt gestellte" 3:1-Systeme: Nur im Nahbereich der Mikros funnktioniert das - für alle entfernten Signale hat man automatisch KFE.
Genau! Sobald man summiert (egal wie! eine Quelle, zwei Mics oder zwei gleiche Quellen, ein Mic) muss man die Interferenzen beruecksichtigen. Auch wenn es ein sog. "Hauptsystem" ist (der Name allein aendert ja nichts an der physikalischen Situation).
Ein Hauptmikrofonsystem wird in einem anderen Sinne aufgestellt und benutzt und ist bei der 3 : 1 Regel eben nicht wie eine Polymikrofonie-Aufnahme zu betrachten. Bei der 3 zu 1 Regel geht es um die jeweils einer Schallquelle zugeordneten Mikrofone und den gegenseitigen kurzen Abständen. Es geht nicht um Decken- und Wandreflexionen. Es geht um die selbsterzeugten "Reflexions-Signale" (!) der Mikrofone die aufeinandergemischt werden. Das ist beim Hauptmikrofonsystem ORTF, Decca-Tree, Blumlein oder Groß-AB nicht der Fall. Siehe: http://www.sengpielaudio.com/Die3zu1Regel.pdf und die Lösungen: http://www.sengpielaudio.com/Die3zu1RegelAntworten.pdf
Das ist ja klar. Doch die 3:1-Regel beschreibt einen Loesungsansatz fuer eine viel allgemeinere physikalische Situation: Summierung aehnlicher Signale. _Wie_ die aehnlichen Signale zustande kommen, durch a) 1 Quelle 2 Mics oder b) 2 gleiche (!) Quellen 1 Mic ist dabei eigentlich nebensaechlich. Kein Mensch schreibt mir vor, dass ich die 3:1-Orientierung bloss in Situation a) verwenden darf, zB. weil ebs diese Situation in seinen Unterlagen beschreibt.:-) Ueber die Interferenz mache ich mir genauso in Situation b) Gedanken! Ich sehe den Begriff "3:1" nicht so eng, eben nicht nur als Beschreibung bei Situation a). Nach meiner Auffassung geht es bei "3:1" schlicht um die Zusammenhaenge der Wege des Schalls, dessen Druck und Leistung, und deren Auswirkung. Diese Situation liegt auch bei b) vor, ein adaptierter Loesungsansatz a la "3:1" kann helfen!
Moeglicherweise handelt es sich um ein kommunikatorisches Problem - ich habe jedoch den Eindruck, dass zumindest Jens die Intention meines Hinweises verstanden hat. Ich habe nicht geschrieben, dass man die Abstaende der einzelnen (!) DECCA-Kugeln untereinander mittels 3:1 in Beziehung setzen sollte zu Wandabstand oder Schallquellenabstand. Mir geht es einzig und allein darum, was bei jedem einzelnen (!) Mic des DECCA-Tree passiert, wenn Du mit den Kugeln auch die starken Wandreflektionen aufnimmst. DECCA mit Wand finde ich jedenfalls keine gute Idee und ich rate davon ab.
Ich versuche mich jetzt mal in ASCII-Graphik (bitte font mit fester Zeichenbreite verwenden!), hoffe es ist erkennbar. Szenario: Raum ohne Waende Eine Schallquelle Q strahlt in alle Richtungen gleich ab, zwei Mics 1,2 mit Kugelcharakteristik. Luft: ................ Schall"weg": ---------
################################ ##### # Situation a): Ohne Wand. .......................... ...........Q.............. ........../.\............. ........./...\............ ......../.....\........... ......./.......\.......... ......1.........2......... .......................... Die Signale von Mic 1 und Mic 2 werden ohne jede Phasenkorrektur summiert. Hier ist die 3:1-Regel anzuwenden um Kammfiltereffekte zu minimieren!
######################################### ##### # Situation b): Mit Wand. (1) bezeichnet die fruehere Position von Mic 1. Der Schallweg von der Wand zu Mic (1) ist nur virtuell, um die Vorgaenge zu verdeutlichen (haette ich gerne strich-punktiert). Der ganze Schall wird an der schallharten Wand reflektiert. Wegen Longitudinalwelle _kein_ Phasensprung an der Wand!
Hm, ich habe einen Chor und eine ein Meter-AB-Hauptmikrofonanordnung. Jetzt muss ich den ganzen (!) Chor 30 cm nah an das 1 m AB stellen, damit das dem 3:1 Gesetz genügt? Das geht nicht mit einem Hauptmikrofonsystem. Oder ich will mit einem Hauptmikrofon in Mono den 2 Meter großen Chor aufnehmen. Dann muss ich mit dem Mikrofon auf 70 cm an den ganzen Chor rangehen? Um was damit zu gewinnen? Seltsam. Irgendwie kann ich hier nicht folgen.
Maini, Du hast mich leider immer noch nicht verstanden, vielleicht hilft mein "neuer Erklaerungsversuch" in der anderen Nachricht.
Solange Du AB-Stereo aufnimmst (und sonst gar nix), brauchst Du keine 3:1-Regel. Sobald Du mit AB jedoch eine Monosumme machen wolltest, braeuchtest Du die 3:1-Regel! Mit AB macht aber so gut wie kein Mensch eine Mono-Summe, deshalb denkt bei AB auch kein Mensch an eine 3:1-Regel.
Wenn Du aber 1 Mono-Mic mit einer schallharten Wand und einer Quelle hast, brauchst Du die 3:1-Regel. Weshalb? Durch die schallharte Wand wirkt naemlich das einzelne Mic so, als wuerdest Du pro Mic (!) zwei Signale summieren: Das direkte Signal und die erste Reflektion. (Weitere Reflektionen ignoriere ich mal...). Der Schall legt anschaulich zwei verschiedene Wege zurueck. Wie ich versucht habe, in meiner ASCII-Skizze zu erlaeutern, waere auch hier prinzipiell eine 3:1-Regel anzuwenden. Man denke sich einfach den reflektierten Schall "durch die Wand fortgesetzt" und jenes Mic, das nur den reflektierten Schall aufnimmt, an der entsprechend gespiegelten Position _hinter_ der Wand positioniert. Sofort wird klar (hoffentlich), dass man es eigentlich mit einer 2-Mic-Monosumme zu tun hat, bei der die 3:1-Regel anzuwenden waere. Dh. Mic-zu-Quelle und Mic-zu-Wand-zu-Quelle erfordert eine 3:1-Regel. Erweiterte Situation: Wenn Du nun 2-Mono-Mic mit einer schallharten Wand und einer Quelle hast, musst Du pro Mic (!) obige Ueberlegung durchfuehren, dh. pro Mic (!) hast Du eine Summe zweier Signale, naemlich Direktschall und reflektierter Schall. Daher haettest Du pro Mic (!) eine 3:1-Regel anzuwenden. Denn jedes einzelne real aufgestelle Mikrophon entspricht in obiger Ueberlegung zwei virtuellen Mics (eines fuer Direkt, und eines fuer reflektierten Schall), dh. Du hast es in der Ueberlegung der 3:1-Regel mit 4 Mics zu tun. 2 Mics stehen real dort, aber die vollstaendige Reflektion liefert gedanklich 2 weitere Mics... Das hat noch ueberhaupt nichts damit zu tun, welchen Abstand die 2 real dortstehenden Mics zueinander haben. Wenn ich mit den 2-Mics AB aufnehmen will, ist der Abstand A zu B egal! In die 3:1-Regel gehen allein pro Mic (!) die Wege Mic-zu-Schallquelle und Mic-zu-Wand-zu-Schallquelle ein. Oder nochmals: MicA-zu-Quelle und MicA-zu-Wand-zu-Quelle benoetigt eine 3:1-Regel MicB-zu-Quelle und MicB-zu-Wand-zu-Quelle benoetigt eine 3:1-Regel Solange Du NUR STEREO aufnimmst, benoetigt MicA-zu-MicB KEINE 3:1-Regel! Sobald Du mit MicA und MicB auch eine MONOsumme produzierst, benoetigst Du fuer MicA-zu-MicB eine 3:1-Regel
In Kurzform: Sobald Du von einer Quelle mehrere Signale aufnimmst und auf einem Kanal summierst, benoetigst Du eine 3:1-Regel. Dabei ist unerheblich, _wie_ die mehreren Signale zustande kommen. Beispiele fuer das Zustandekommen zweier gleicher Signale von einer Quelle sind: a) Das Verwenden von zwei Mics und elektronisches Summieren b) Das Verwenden von zwei verschiedenen Schallwegen (zB. direkt und reflektiert) und eines Mics und akustisches Summieren (geschieht automatisch durch das Mic!) c) Zwei exakt gleiche Quellen an unterschiedlichen Positionen und das Verwenden eines Mics
Ich weiss, ich wiederhole mich hier, am Einfachsten waere, die Schallwege "dynamisch" an eine Tafel zu zeichnen, dann ist das sicherlich sofort klar. Ich koennte noch ein animated-GIF herstellen, aber das ist mir jetzt ehrlich gesagt zu viel Arbeit...
In der Praxis ist es nicht ganz so relevant, denn durch die Ausdehnung der Schallquelle, das Abstrahlverhalten der Schallquelle, die Ausdehnung reflektierender Waende, die Absorption an der Wand, das Abstrahlverhalten der Waend etc. sorgen dafuer, dass jeglicher reflektierte Schall wesentlich diffuser ist, als der Direktschall. Daher sind die Kammfiltereffekte weniger deutlich - aber dennoch vorhanden. Je schallhaerter die reflektierende Wand, desto deutlicher der erzeugbare Kammfiltereffekt.