Servus, beim Institut für Wiener Klangstil hat Hartwig Hochmair im Rahmen einer Diplomarbeit einen Tongerator programmiert. Damit läßt sich (nicht nur) dieser Residualeffekt erzeugen. redi
Begriffsdefinition Der "Residualton" ist ein Begriff, der von J.F. Schouten (1940, 290) für einen "virtuellen" Grundton eingeführt wurde, das heißt für eine Tonhöhenwahrnehmung, die der Frequenz des Grundtons einer periodischen Schallschwingung entspricht. Das ist unabhängig davon, ob die Grundfrequenz tatsächlich im Spektrum enthalten ist oder nicht. Wenn er also physikalisch nicht nachweisbar ist und gewissermaßen von unserem Gehör (!) gebildet oder rekonstruiert wird, stellt sich die Frage, warum er von jedem gleich wahrgenommen wird, und woraus sich die jeweilige Tonhöhe ergibt. Man muss den Residualton vom Differenzton unterscheiden, da sich in der Vergangenheit hier oft Verwechslungen ergeben haben: Nach Meyer-Eppler (1959, 71ff) kann man den Residualton, im Gegensatz zum Differenzton, der sich aus der Differenz zweier Teilfrequenzen ergibt, als Quotiententon bezeichnen. Die Frequenz seiner Tonhöhe ergibt sich in den meisten Fällen aus dem größten gemeinsamen Teiler der an der Entstehung beteiligten Teilfrequenzen. Meyer-Eppler, W. (1959, 21969): "Grundlagen und Anwendungen der Informationstheorie", Berlin, Heidelberg, New York: Springer.
Zwei Bruchzahlen (oder zwei reelle Zahlen) besitzen keinen groessten gemeinsamen Teiler, weil _jede_ solche Zahl _jede_ andere teilt, aber die Zahlen beliebig gross werden koennen. Mehrere natuerliche Zahlen besitzen hingegen immer einen groessten gemeinsamen Teiler. Allerdings sind Frequenzen reell (oder zumindest Bruchzahlen). Damit wird die ganze Definition "schwammig", denn wenn ich statt 440 Hz & 550 Hz beispielsweise 440,003 Hz & 550 Hz habe, hoere ich ebenfalls "Residualtoene", kann aber nicht von einem groessten gemeinsamen Teiler sprechen. Das Phaenomen muss realiter also um eine Kleinigkeit anders funktionieren, als geschildert, wenn auch der groesste gemeinsame Teiler einen ersten Anhaltspunkt bietet.
Wenn er also physikalisch nicht nachweisbar ist und gewissermaßen von unserem Gehör (!) gebildet oder rekonstruiert wird, stellt sich die Frage, warum er von jedem gleich wahrgenommen wird Meyer-Eppler, W. (1959, 21969)
Es ist keineswegs so, dass der Residualton in jedem Fall von jeder Person wahrgenommen wird. Wissen(schaft) entwickelt sich ständig weiter (und zwar viel schneller als wir uns gemeinhin glauben). Es empfiehlt sich deshalb vielleicht auch mal ein Buch neueren Datums zu konsultieren.
habe mal schnell differenztöne gemessen! hoffe das funktioniert mit dem bildlink ;-) ich habe auf der violine a" und dann f" gespielt. da das ja keine reinen töne, sondern schon spektren sind, ergibt sich quasi auch ein differenztonspektrum, bzw. es sind dann nicht nur das f da, sondern auch gleich alle obertöne vom differenzton. die frequenzzahlen habe ich dazu geschrieben und wurden so nicht gemessen(ungenauigkeit war glaub ich 10 hz), aber das prinzip kommt rüber. und? hab ich da jetzt was neuronales gemessen? oder haben sich die töne "neuronengleich" auch erst im mikro gebildet? lg matthias
Du musst die URL, wo du dein Bild als gif oder jpg gespeichert hast, in das Feld URL eines Bildes (freiwillig): eingeben. Es darf nicht die URL von deinem "bilderspeicher.de" sein, denn diese Firma speichert dein Bild nur als html, um ihre Werbung mitzugeben. html ist eben nicht gif oder jpg! Mit Vorschau kannst du immer selber testen, ob das Bild auch hier ankommt.
das bild ist doch aber auf meinem PC gespeichert. deshalb doch der umweg über bilderspeicher. oder habe ich jetzt nen groben denkfehler? (URL=webadresse?) lg matthias
"Das Bild ist doch aber auf meinem PC gespeichert. URL = Webadresse?" Das sagt Google nach Eingabe von "URL glossary": URL = uniform resource locator URLs are the Internet equivalent of addresses. Take this URL, for example: http://www.cnet.com/Resources/index.html Sicher kannst du dein Bild nicht direkt von deinem Computer zur Ansicht ins Forum stellen. Das geht nur über eine URL eines Servers in der dein Bild als .gif oder .jpg gespeichert erscheinen muss. Dieses .html von deiner URL http://bilder-speicher.de/Hengameh236896.gratis-foto-hosting-page.html geht eben nicht.
Hat eigentlich mal jemand bei einer seiner "wumm-wumm"-Techno-Produktionen diesen Effekt bei base-drum oder E-Bass ausgenutzt um so die Notwendigkeit eines Subwoofers zu umgehen und den Bass bzw. die base-drum kuenstlich eine Oktave tiefer zu legen? Oder geht es da nur um die mechanische Schwingungsenergie, die die Eingeweide in der Beckengegend anregen soll, also weniger ums "Hoeren"?
Eine Bass-Drum hat im Gegensatz zum E-Bass keine bestimmte notenmäßig festlegbare und erkennbare Tonhöhe. Man kann keine "Harmonie" mit Basston und Bassbums herstellen.
"Eine Bass-Drum hat im Gegensatz zum E-Bass keine bestimmte notenmäßig festlegbare und erkennbare Tonhöhe." Hm, geteilte Zustimmung. Eine Art Grundfrequenz hat der Klang schon, wenn auch diese nach dem kick ziemlich herumlaeuft und meines Wissens nach im Spektrum nicht eng begrenzt ist. Das sollte aber nicht davon abhalten, das Spektrum digital um eine Quint nach oben zu vervielfachen und (im zeitlichen Verlafu korrigiert) darueberzukopieren. Erzeugt das dann via Residualtonhoeren eine tiefere Bass-Drum? Oder sind fuer das Residualtonhoeren klare spektrale "peaks" unerlaesslich?
Während der E-Bass auch bei tiefen Tönen richtigen Tonhöhencharakter hat, der auch durch höhere Frequenzen des Bassklangs unterstützt wird, hat die Bassdrum keinen Tonhöhencharakter, der mit dem Bassinstrument ein Intevall hörmäßig bilden könnte. Um musikalisch wichtige Basslinien auch auf dem Ghetto-Blaster hörbar zu machen, gibt es den bekannten Trick, die Basslinie mit einer Gitarre eine Oktave höher zu doppeln. Dadurch entsteht kein Residuum, sondern die Basslinie kommt als musikalische Idee auch noch in der kleinsten Quäke durch.
Ich dachte, du würdest verstehen, dass eine Bassdrum die keine identifizierbaren Frequenzen abgibt, zusammen mit dem E-Bass keine virtuellen Subtöne erzeugen kann.
wenn du das baßdrumspektrum genau um ne quinte drübersetzt, müßte das klappen. ob es musikalisch sinnvoll ist...? denn das originalspektrum einer dicken fetten baßdrum setzt sich nicht aus 1.-3.teilton zusammen.... was allerdings wunderbar geht: 2 basstoms ungefähr auf ne quinte einstimmen. zusammen angeschlagen mit filzschlägeln ergibt das schon was schön tiefes... lg matthias