War: Residualtonhören - Rainer - Kultursoziologie

Erstellt 3 Antworten4 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Rainer!
Bis jetzt habe ich Dich als sehr aufgeschlossenen Menschen kennengelernt. Vielleicht überdenkst Du ja Deine Zeilen nochmal:
"Könnte man daraus den Schluß ziehen, daß Menschen die völlig ohne musikalische Erfahrung sind (z.B. Eingeborene im Urwald) diesen Differenzton nicht wahrnehmen?"
Vielleicht hast Du sie auch nur "schnell-schnell" geschrieben.
Das ist eine kultursoziologische Einstellung aus den 20er Jahren...
Es gibt keine Menschen, die ohne Musik auskommen. Jeder Mensch hat die Disposition zum Musikmachen. Musik sind nicht nur Konzertgeigen und Orgel, wie Du bestimmt weißt. Musik wird modern als Kommunikative Handlung (vgl. Rainer-Maria Brandl) definiert. Sobald irgendjemand (Erzeuger oder Rezipient) ein Schallereignis als Musik versteht, ist es Musik. Dass "Eingeborene" KEINE musikalische Erfahrung hätten, wie Du schreibst, ist ein Hohn und ich hoffe, das hast Du nicht ernst gemeint.
Wie siehst Du das?
Grüße,
Hermann
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Antwort#2
listigerweise könnte man jetzt noch anmerken, daß gerade die "differenztonkultur" und das benützen von aller art ober- und untertonerscheinung PRÄGENDES merkmal archaischer musikkulturen sind .
beispiel: didgeridoo der aborigines und untertongesang der zentralasiatischen reitervölker!
lg matthias
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Antwort#3
Hallo Hermann,

Zunächst eine Vorabbemerkung: Ich will auf keinen Fall mein Posting als rassistisch oder mit Rassenhaß belegt verstanden wissen! Davon bin ich weit entfernt.
Wir haben ja in den letzten Tagen alle die Meldungen in den Medien gehört und gelesen, daß es in den Katastrophengebieten in Südostasien noch eine Inselgruppe gibt, wo die Eingeborenen keinen Fremden hereinlassen und sofort sich wehren wenn dies versucht wird. Es ist klar, daß ein solcher Volksstamm keine Beziehung zur westlichen Musikkultur haben kann und auch bestimmt nicht zu einer anderen Musikkultur. Von diesem Aspekt aus war meine Frage zu verstehen.
Die Antwort scheint aber weiter unten schon Hans Joachim gegeben zu haben indem er schreibt:
""Übrigens: Der physikalisch nicht nachweisbare Schlagton der Glocken liegt neben der Prime, die man physikalisch auf dem Glockenkörper belegen kann. Nachdem insbesondere frühe Glockenformen Primen besitzen, die recht weit vom Schlagton entfernt liegen, dürften Residualerfahrungen auch in anderen Kulturkreisen vorliegen, also nicht zum erlernten, sondern zum Eigenschaftsbestand unseres Gehöres zählen.""

Grüße
Rainer
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Antwort#4
Hallo Rainer,
alles klar - habe ich mir ja gedacht.
Grüße,
Hermann
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