AB-Aufnahme mit einem Richtungsmischer bearbeiten?

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Startbeitrag#1
Hallo an alle!
Was passiert eigentlich, wenn man eine AB-Aufnahme mit einem Richtungsmischer nachbearbeiten würde?
Ich habe gerade ein wenig damit herumgespielt, und dabei festgestellt, daß sich mit dem Basisbreitenregler durchaus die Breite verändern lässt. Wiso?
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Antwort#2
Moin...
Ich habe gerade ein wenig damit herumgespielt, und dabei festgestellt, daß
sich mit dem Basisbreitenregler durchaus die Breite verändern lässt. Wiso?
Gegenfrage: Wieso nicht? Auch reine Laufzeitaufnahmen lassen sich nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie XY-Aufnahmen in MS umrechnen und zurück. Wenn ich jetzt den Seitenanteil zu null mache, entspricht das einer Monosummierung (also Basisbreite null). Dazwischen kann ich kontinuierlich mich bewegen, denn die Seiteninformation enthält immer noch die Information über die ursprüngliche Phasenverschiebung - kodiert in der Amplitude des Seitensignals. Wenn ich die jetzt verändere und zurücktransformiere nach LR, dann ändert sich im AB-Signal die Phasenverschiebung, also die Richtungsinformation.
Auch Überbreiten sind so machbar.
Jens
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Antwort#3
In Ergänzung zu Jens' Posting sei noch angemerkt: Grundsätzlich läßt sich jede Stereoaufnahme oder -übertragung in eine Summen- und eine Differenzkomponente zerlegen, ganz gleich ob es sich dabei um eine Laufzeit- oder um eine pegelsterofone handelt. Es hindert uns ja niemand daran, das L/R-Signalpaar zu addieren und zu subtrahieren, es geht dabei ja nichts verloren.
Wäre dem nicht so, würde auch die Stereoübertragung über den terrestrischen UKW-Rundfunk nicht funktionieren, denn hier werden auch ausschließlich M/S-Signale übertragen: Das M-Signal ist das was als Monosignal übertragen wird und das S-Signal wird über den zweiseitenbandmodulierten 38 kHz-Hilfsträger übertragen.
Nur ein wichtiges Kriterium muß dabei beachtet werden: Es dürfen nach der Matrizierung in ein M/S-Signal keine Phasenfehler mehr zwischen M und S entstehen. Diese wirken sich bei der Dematrizierung verheerend aus. Schon wenige Winkelgrad Phasendifferenz zwischen M und S bewirken im resultierenden L/R-Signal ein starkes Übersprechen und eine zusätzliche Quadraturkomponente. Daher ist man von dieser Technik in Mischpulten (man hat ganz früher tatsächlich auch Mischpulte in M/S-Technik aufgebaut) auch abgekommen.
Der Richtungsmischer erzeugt keine Phasendifferenzen sondern arbeitet ausschließlich mit Pegelveränderungen.

MfG
Rainer
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