Einen schönen Sonntag Abend! Ich habe folgendes (nicht ganz so technisches ? ich bin sowieso eher Musiker;) ) Anliegen und würde mich über ein paar Ratschläge freuen. Ich suche nach einem System für zu Hause, das sowohl für die "Produktion" von kleineren Projekten (Klassik und auch Rock) als Abhöranlage, als auch zum "einfachen" und druckvollen Musikhören in etwas größerer Entfernung geeignet ist. Der z.T. auch etwas größere Hörabstand spricht an sich gegen Nahfeld-Monitore, aber mit der "Leistungsstärke" steigt der Herstellungsaufwand ja exponentiell und damit auch der Preis. Wahrscheinlich wäre man mit etwas wie dem Dynaudio Air 20 mit Air Base Woofer recht glücklich, aber dann auch recht arm. Und da ich hier kein Highend Studio betreibe ist das möglicherweise auch überzogen. Also wäre die Überlegung, was es für (etwas preiswertere) Alternativen gibt, die angemessen neutral wiedergeben aber auch für ein geräumiges Wohnzimmer geeignet sind (Wohnzimmer = "Studio mit Bücherregal" in dem ich wohne. ;) ) Sollte man eher auf Studio-Monitore setzen oder gibt es andere Optionen die Sinn machen? Vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Vielen Dank schon im Voraus.
Wenn Du mit den Monitoren Produktionen machen willst - auch bei kleinen Produktionen - solltest Du in jedem Fall Studiomonitore nehmen. Daß sich Studiomonitore nicht für zu Hause eignen sollen, ist ein Märchen, das sich hartnäckig bei so einigen "Audiophilen" hält und ohne jegliche Grundlage ist. Ich benutze meine Studiomonitore auch für's normale Musikhören zu Hause und möchte keine anderen verwenden. Ich sehe keinen Grund, für zu Hause Lautsprecher zu verwenden, die ein Klangbild abgeben ("gesoundete Lautsprecher")was abweichend von dem der Studiomonitore ist.
hallo huddie, mein favorit in sachen studio- als auch privatgebrauch: http://www.me-geithain.de/index2.html rl 906 du möchtest dich vielleicht wundern, was da 'kommt', angesichts der maße. have a nice day, thomas
Hallo Huddie, Rainers Meinung zustimmend wäre noch eine gute Wahl "alte" B&W Matrix 802 (Serie 2 od. 3). Eine Verstärkerproblematik konnte ich bisher nicht ausmachen - ein "ordentlicher" sollte es aber sein ! Auf Grund der Größe der 801 - und des vermeintlichen zu starken Basses für ca. 25m² - hatte ich mich für die 802 entschieden, welche den gleichen Mittel-Hochtonaufbau hat. Die Qualitäten in diesem Bereich überzeugen mich immer wieder. Die 801 gilt/galt in vielen Studios (besonders Klassik, EMI, Berliner Philharmonie usw.) als Standard. Die machen aber auch bei härtestem R&R und jeder Lautstärke richtig Spaß, also keine Festlegung - was sich für einen Monitor auch nicht gehört. Gebraucht kann man das Paar 802 für 1000-2000? ergattern. Die aktuellen Nautilusvarianten (auch in vielen Studios dieser Welt zu Hause) kosten einfach zu viel. Parallel läuft bei mir ein Surroundset Dynaudio BM6A plus Sub, welche im Moment sehr günstig (ausverkauft??) werden. Ein Aktivautsprecher, der exzellente Langzeithörqualitäten hat und ebenso nirgendwo Spaß am Hören vermissen läßt. Viel Spaß beim Grübeln - oder besser Suchen & Testhören - Bluesound
Danke für die Antworten. Der Geithain Monitor "hört" sich ganz interessant an, obwohl die Rl 906 im Paar dann auch schon etwa 2400? kosten. Für den gleichen Betrag dann noch den Basis 1 Subwoofer dazu - nun, muss natürlich nicht sein. Vielleicht werde ich den trotzdem mal testen. Ich habe übrigens noch nie so ein koaxiales System gehört. Es ist eigentlich schon klar, das Monitore auch bestens zu Hause funktionieren. Das ist aber natürlich schon eine Investition. Hat noch jemand Vorschläge für möglicherweise geeignete Monitore? Was ist so die Meinung zu den (ja im Vergleich sehr billigen) Behringer B2031A Truth und kleineren Dynaudio der Bm Serie und z.B. Air 6?
Ich teile Rainers Meinung. Wenn man "Klangverschoenerung" betreiben will, kann man immer noch einen EQ davorschalten. Ein Zusatz-EQ faellt finanziell gegenueber einem guten Monitor kaum ins Gewicht.
Die Behringer 2031 klingen zwar druckvoll und gut, gehen aber deutlich in Richtung Schönfärberei , d.h. objektives Beurteilen fällt schwer. Du solltest unbedingt die Behringer 2030A ( die kleineren )probieren. Die haben eine wesentlich neutralere Auflösung und immer noch erstaunlich viel Druck. Für mich das Beste was Behringer je gebaut hat ;-) normalerweise ist bei mir auch "Behringer-freie Zone" . Aber die 2030A habens verdient gehört zu werden. Und falls Du´s tust würde mich ein kurzes Feedback Deinerseits darüber interessieren - kann ich übrigens auch allen Anderen Mitlesern empfehlen !
Ich bin gerade auf den Mackie Hr 824 gestoßen, hat den mal jemand gehört? -Hier ein recht positiv bewertender Test: http://www.prorec.com/prorec/articles.nsf/3fbdd95be86013f1862567f30025b305/1f51e9bec181e26f86256ae100131216?OpenDocument Was ist eigentlich die allgemeine Meinung zu Subwoofern? Optional eine gute Idee, wenn man genau hören will, was sich in der unteren Oktave abspielt? Oder eher überflüssig oder störend, weil zu dumpf/schwammig (z.B. die Sw von Dynaudio oder auch der Mackie Sw zu dem Hr 824)? Ich hoffe nur, dass sich überhaupt eine Möglichkeit finden lässt, alle Monitore zu testen.
... außer der kleinen M200 bzw. M50. Die taugt nur als Kommandolautprecher oder zur Überprüfung, ob ein Signal auf der Leitung ist. Um aus dem kleinen Gehäusevolumen etwas baßähnliches zu erhalten, hat der Lautprecher eine recht starke Frequenzanhebung bei 200 Hz. Zum "Musik hören" oder gar zum Beurteilen von Aufnahmen kaum zu gebrauchen. Zweifelhabt auch die Befestigung der Verstärkerplatine im Gehäuse ...
Hallo, wenn Du das System als Abhörlautsprecher und zum normalen Musikhören nutzen willst, mußt Du auch die Raumakustik im Hinterkopf behalten. Subwoofer sind oft problematisch zu implementieren, da: (1) Subwoofer einen anderen Aufstellort haben, als die Hauptlautsprecher und daher die Raumeigentöne anders anregen. Das ist hörbar. Ungünstig ist z.B. die Aufstellung auf dem Fußboden. (2) Meist nur ein Subwoofer (Kugelstrahler 0. Ordnung) verwendet wird, was die schlechteste Lösung überhaupt bezüglich der Anregung von Eigenfrequenzen des Raumes ist. Wenn Subwoofer, dann mehrere. Zwei Hauptlautsprecher sind besser, als ein Subwoofer. (3) Die erforderliche Trennung um 90Hz / 4. Ordnung Gruppenlaufzeitverzerrungen erzeugt, die hörbar sein können. Gerade bei elektronisch erzeugten Bässen "kickt" es nicht so ganz. Die Zweiwegesysteme von Dynaudio sind nicht empfehlenswert, da die Sprungstelle im Abstrahlverhalten zwischen Tiefmitteltöner und Hochtöner deutlich hörbar ist. Die Dispersion der verwendeten Hochtöner in der höchsten Oktave ist zudem schlecht, was der Box einen zu "sanften" Klangeindruck verleiht. Zweiwegesysteme sind bezüglich des Maximalpegels naturgemäß limitiert, einige Modelle mit einer Hornschallführung zur Anpassung der Richtcharakteristik des Hochtöners an den Tiefmitteltöner sind mehr oder weniger brauchbar (Genelec 1031A, Mackie HR 824, Yamaha MSP 10, Behringer 2031 usw.). In der unteren Preisklasse sollte man zumindest die Paargleichheit prüfen oder prüfen lassen. Wenn ich Dein Anforderungsprofil sehe, würde ich dennoch an Deiner Stelle ein gebrauchtes aktives Dreiwegesystem suchen. Günstig, universell verwendbar und ohne ausgeprägte Schwächen sind auch die passiven JBL LSR 32 (12"/5"/1") für ca. 1000? pro Stück. Gruß Andreas
... ich habe nichts gegen die O-Serie gesagt. Ich wollte nur den Warnhinweis in Bezug auf die kleinen M50/M200 abgeben. Denn nicht einmal in einem Satellitensystem mit Subwoofer würde ich sie einsetzen. Als Kommandolautsprecher vor einem kleinen Kammerensemble sind sie ok - wenn auch neu für diesen Zweck ein wenig teuer. Auch wenn die Dinger tierisch laut sind - durch die Anhebung bei 200 Hz (zur "Linearisierung") kann sogar Sprache problematisch werden.
Subwoofer sind oft problematisch zu implementieren, da: ...
Bei der Aufstellung von Subwoofern sollte man auch die Raumgröße beachten: Um ein Frequenzspektrum ab 50 Hz "sinnvoll" wiedergeben zu können, sollte der Raum eine Diagonale von Lambda = 7 Meter aufweisen. Einen kleinen Raum mit Subwoofer zu bestücken kann man als "Geld rausschmeißen", unterhalb von lambda/4 ist eine Wiedergabe im Raum nicht möglich. Allenfalls die Nachbarn freuen sich (noch nie einen Golf mit aufgedrehtem Soundsystem gehört? >:-> )
Hallo Huddie, den empf. VK kann man mit etwas Geschick bestimmt noch herunterhandeln, nur mal als kleiner Hinweis. Hör Dir die Boxen erst einmal an bevor Du entscheidest, ob Du einen Sub dazu tatsächlich brauchst... Die Dynaudio haben mir persönlich nicht so gut gefallen; Sie arbeiten Programmabhängig für meinen Geschmack zu unterschiedlich. Die Behringer kenne ich nicht. Grüße, Thomas
Nicht die Diagonale, sondern die Horizontale/Vertikale ist für die Bestimmung der tiefsten Frequenz maßgebend, weil sich nur zwischen Parallelwänden Stehende Wellen ausbilden können.
Vielen Dank, sehr interessant, das bringt neue Aspekte in meine Überlegungen ein. Die Jbl scheinen durchaus eine genauere Betrachtung Wert zu sein. Man findet jedoch nicht allzuviel über die Lsr 32. Welche Endstufen eignen sich denn für diese Boxen, was muss man beachten? Grüße Huddie
Hallo, der Kennschalldruck ist ganz ordentlich (90dB/W @ 1m), somit brauchen die Endstufen nicht viel Leistung. Hängt davon ab, wie laut Du hören willst. Die LSR 32 schaffen nach Messungen in der Production Partner durchgängig gut 110dB/SPL @ 1m bei 3% THD oberhalb 100Hz, d.h. Du brauchst ca. 128W zur Vollaussteuerung. Überhaupt war die meßtechnische Performence der LSR32 makellos. Die LS haben meiner Erinnerung nach ein ziemlich niedriges Impedanzminimum irgendwo bei 2kHz um 2 Ohm, d.h. der Verstärker sollte die 128W auch bei 2 Ohm abgeben können. Wenn Du die gut 110dB/SPL Maximalpegel nicht brauchst, reicht ein Verstärker mit entsprechend geringerer Leistung. Große aktive Dreiwegesysteme von K+H, ME Geithain, Genelec etc. sind zwar noch etwas besser, aber eben auch viel teurer. Gruß Andreas