Ich habe das Problem, dass unsere TV Spots im Vergleich zu anderen Spots im fernsehen zu leise sind. Ich arbeite mit ProTools und benutze zum Komprimieren den L1 von Waves. Ich komprimiere in mehreren Schriten: Sprecher und dann naochmal die Summe. Auf die Digi-Beta gehe ich mit -7db, also +2VU. Irgendwie fehlt aber die Präsenz im Vergleich zu den Spots der Konkurrenz im Fernsehen. Was macht der Sendekompressor, wie kann ich dem gegensteuern? Bitte um Tipps!
Ganz einfach: Gib Gummi! Im Sender sollte eigentlich der Pegel der Spots angeglichen werden. Dort wird auch mehrfach komprimiert: Eine Limter-Kompressor Kombination in der Regie, dem folgt der obligatorische orban und vor dem postalischen Sender sitzt mit Sicherheit auch noch ein Limiter. Wenn im Sender Pegel angegelichen werden, dann vermutlich nicht mit sensiblen Ohren, sondern nach "Lampe" - nämlich so, dass der Limiter in der Regie gerade anspricht. 1. Du kannst die Digibeta vollschieben, solange Du sie nicht übersteuerst. vollschieben heißt -0,3 dBfs. Solange sich der Sender nicht beschwert und nix zerrt ist das erlaubt. Hast Du keine Pegelvorgabe bekommen? 2. Wenn es sich um Werbung oder sowas handelt, wird das immer noch nicht reichen. Wenn Du einmal die Meter bei professionellen Musikvideos anguckst, erlebst Du dein blaues Wunder: Am Anfang des Stückes gehen die Zeiger auf 0dB und da bleiben sie bis zum letzten Seufzer bewegungslos stehen, um nach dem Stück erschöpft zurüchzufallen. So klingts denn auch: Da wird alles in Grund und Boden komprimiert - und durchläuft im Sender noch einmal die gleiche Kette. Du musst also viel viel mehr komprimieren. Es klingt paradox, aber je mehr du komprimierst um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kompressor im Sender nicht eingreift. Dein Spot wird als Laut in der Regie auffallen, und niedriger gepegelt, so dass ihm zumindest der Regie-Limiter erspart bleibt. Im Grunde ganz einfach: Hör dir im Fernsehen an. wieviel dB du noch rausholen musst. und diesen Pegel musst du bei gleichem PEAK-Meter(!)-Pegel noch in die Aufnahme drücken. Scheue Dich nicht, bei Einzelspuren auch von Limitern Gebrauch zu machen. Auch C4 macht schön. Die Orbanschen Sendekompressoren arbeiten in mehreren Bändern limitierend und komprimierend mit wechselnden, verschiedenen Regelzeiten. Wie da zuwerke gegangen wird, ist von Sender zu Sender verschieden und oft auch ein gehütetes Geheimnis. Da wird gern auch deutlich färbend gearbeitet. Also: Gib Gummi. Gruß Opi
Genauso wie oben beschrieben. Beim Einspielen ins System sitzt mitunter ein Limiter davor, jedoch nicht immer. Danach geht es einfach ueber den Optimod und das ist es. Auch hier gilt, je staerker komprimiert um so weniger greift der Optimod. Traurig aber wahr. Also vergiss den Klang und mach es einfach laut. Am besten in mehreren Schritten. Gruesse Joerg