Wieso DVB Audio-Stream auf -10dBFS

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Startbeitrag#1
Hallo!
Weiß jemand, warum fast alle Sender im DVBs Betrieb (bis auf MTV Central) - bei dem ohnehin schon "schlechten" MPEG1Lay2 auf 192kBit - mit -10dBFS senden?
Offensichtlich wird brickwall-limitiert bei -10dBFS. Da könnte man doch auch auf 0dBFS limitieren, oder?
Ich verstehe das überhaupt nicht... und finde es schade!
Grüße,
Hermann
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Antwort#2
Unter Anderem sind auch die Missverständnisse beim öffentlichen Rundfunk Schuld. So wird seltsamerweise angeordnet, den digitalen Pegel nur bis allerhöchstens -9 dBFS auf den digitalen Medien (Umatic, DAT-Band, Festplatte) auzusteuern, damit der Pegel beim Programmaustausch übereinstimmt und damit das genauer gewährleistet ist. Man verschenkt unsinnigerweise den schönen Pegel von -9 dBFS bis zu 0 dBFS.
Da ich schon von Ko-Produktionen mit Rundfunkanstalten gehört habe, dass die fertige CD 10 dB zu leise war, soll es mich nicht wundern, wenn das bei den DVB Audio-Stream Sendungen gleichermaßen so passiert. Lies mal den Artikel im Link.
Lautstärkeunterschiede bei digitalen Fernsehprogrammen über Satellit:
http://www.for-tune.de/pdf/irt.pdf



Lautstärkeunterschiede bei digitalen Fernsehprogrammen über Satellit
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Antwort#3
... ich hielt es bisher für ein Privileg der Privaten, sich einen Dreck um die Aussteuerung kümmern zu dürfen ...
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Antwort#4
In der Digitaltechnik gibt es nicht wie in der Analogtechnik einen üblichen "Headroom". Das sollte doch schon bekannt sein. 0 dBFS ist die harte oberere Mauer (Brickwall).
Trotzdem können wir im Artikel vom IRT-Spikofski unter http://www.for-tune.de/pdf/irt.pdf lesen:
In Bezug auf die Aussteuerung digitaler Audio-Produktionen und -Übertragungen sind die (identischen) Empfehlungen der FS-Produktionsrichtlinien und der ARD-IRT-Empfehlung 15 ein "Headroom bei digitalen Tonsignalen" maßgebend.
Danach sollen die maximalen Signalpegel QPPM (Quasi Peak Programme Meter) bei digitalen Audioproduktionen -9 dB FS (Full Scale) nicht überschreiten.
Man darf also niemals höher aussteuern als 9 dBFS!!! Das ist verboten???
Wenn ich mein DAT-Band senden lasse, dann ist das richtig laut ohne Headroom.
Ein normgerechtes ARD-DAT-Band mit schönem 9 dB unnütz "freigelassenem" Headrom muss deutlich leiser klingen.
Das ist eben die Strafe :-)
Kein Wunder über die Pegelunterschiede beim Digitalen Rundfunk.
Kopfschüttelnd Urs.
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Antwort#5
Was ist so schlimm daran, 10db headroom zu lassen?
Bei FM-Übertragung hab ich sowieso nur 56dB Dynamik maximum, da reicht auch allemal die verminderte Bitauflösung. Und aus dieser Zeit scheint diese Vorschrift zu stammen.
Wenn Du mal im Rundfunkbetrieb gearbeitet hast, wirst Du erkennen wieso man besser nicht "standardmässig" bis 0 aussteuert um das letzte quentchen an Aflösung rauszuholen. Darum geht es beim Rundfunk nicht, und für Sendung ist es auch irrelevant, ich behaupte sogar dass es auch für den CD-genuss zu Hause irrelevant ist.
Andererseits möchte ich nicht die 10000enden beschwerden hören wenn dann mal der Sendeweg übersteuert (=verzerrt)
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Antwort#6
Der Gedanke schon ist verwerflich:
In die Digitaltechnik gehört einfach nicht das Wort: Headroom"!
Natürlich darf man nicht übersteuern.
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Antwort#7
Hallo Hermann,
wie von anderen Kollegen schon angedeutet, führe ich das darauf zurück, daß die Sendungen ja teilweise noch mit konventionellen Anlagen erstellt wurden mit dem Aussteuerungsmesser nach DIN bzw. IRT-Pflichtenheft 3/6. Dieser hat eine Integrationszeit von 10 msec; bei einem Pegelsprung von -oo bis 0 dBrel muß die Anzeige in 10 msec mindestens auf - 1 dBrel erreicht sein. Da aber auch in 10 msec-Musikprogramm durchaus Pegel auftreten können die wesentlich höher liegen,
"verschluckt" der bisherige Aussteuerungsmesser diese. Würde man das digitale System dann bis 0 dBfs aussteuern, so bestünde höchste Clippinggefahr. Aus diesem Grunde wird dann ein Sicherheitsabstand von 9 dB eingehalten - eben weil es im digitalen Bereich keinen Headroom gibt.
Aber wie an anderer Stelle schon angedeutet: Eine Dynamik von mehr als 50 dB im Wohnzimmer ist ohnehin illusorisch. Würde man wirklich die theoretischen 96 dB Dynamik eines 16-bit-Systems voll ausschöpfen, würden die Hörer nur am Lautstärkenregler hängen!, von den theoretischen 144 dB bei einem 24-bit-System wollen wir gar nicht erst reden.

MfG
Rainer
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Antwort#8
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1. Wer steuert seine Aufnahmen, die er auf ein digitales Medium aufnimmt, mit einem Analog-PPM-Aussteuerungsmesser (Integrationszeit von 10 ms) aus, wenn er weiß, dass digitale Spitzen 8 dB höher liegen können, und er sich darum "Headroom" lassen muss?
2. Wer steuert seinen digialen Aussteuerungsmesser (Integrationszeit kleiner 1 ms) sauber nach IRT-Norm auf maximal -9 dBFS aus?
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Antwort#9
Hallo!
Ich denke, dafür ist doch der t.c. (Multiband)brickwall-Limiter aktiv, damit keine Übersteuerungen auftreten, oder?
Und wenn man da auch dann noch 1mS Lookahead aktiviert, dann kann doch gar nichts mehr passieren. Ich möchte DVB mit FM nicht vergleichen, eben weil man nun endlich eine höhere Dynamik und geringeres Rauschen benutzen kann. Man sollte doch das Medium nicht von Anfang an einschränken, oder? Wenn jemand DVB empfängt, dann vielleicht auch aus dem Grund um einen hochwertigeren Ton zu empfangen.
Dann sollten zumindest die Radiosender auf 0dbFS aussteuern... Denn da geht es nur um den Ton.
Grüße,
Hermann
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Antwort#10
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1. Wer steuert seine Aufnahmen, die er auf ein digitales Medium aufnimmt, ... > und er sich darum "Headroom" lassen muss?
Ich lasse immer ausreichend Headroom, weil die Erfahrung zeigt, daß im Eifer eines Konzertes oder einer Aufnahme immer weit höhere Pegel erreicht werden können als jener, den man auf die freundliche Bitte "nun spielen sie mir ihr
lautestes Fortissimo vor" erhält. Dank 24 Bit Aufzeichnung hat man - unter Berücksichtigung der 50 dB Wiedergabe im Wohnraum - genügend Aussteuerreserve, um 10 dB zu "verschenken".
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