Hallo, ich wurde gebeten, zwei nachtraeglich eingespielte Geigenspuren (...) intonationsmaessig zu korrigieren. Im Grunde war die Geige waehrend den Aufnahmen etwas zu hoch gestimmt. Nun habe ich hier nichts anderes als Autotune zur Verfuegung, habe aber irgendwie das Gefuehl, dass simpeles pitch-shifting wohl doch nicht so simpel ist mit Autotune. Wer kann helfen? Gr. Dirk
mit welchem Programm arbeitest Du? Die meisten Editoren haben doch Pitchshifting mit Zeitkonstante....(Wavelab z.b.) Alternativ Celemony Melodyne.... :)
Hi, ich arbeite mit Pyramix. Da gibt es leider keine Pitch-Shifter, Harmoniser oder sonstiges standard. Verstehe ich denn Autotune richtig, wenn ich meine, dass Pitch-shifting nicht die primaere Anwendung ist? Dirk
Autotune pitcht aber nicht einfach so mit einem konstanten Wert, sondern dynamisch je nach "gemessenem" Ton und angenommenen Idealton.
Wenn das "etwas" kleiner als ein halber Halbton ist, dann sollte es kein Problem sein, es zumindest prinzipiell es mit AT hinzubekommen. Ich weiss aber nicht inwieweit die Arbeitsweise Artefakte produziert. Ansonsten wirds mit AT schwieriger als mit einem konstanten Pitchshifting. (z.B. die exakten Noten per MIDI angeben) Die Geigen sind natürlich auf zwei verschiedenen Spuren ohne gegenseitigem Übersprechen?
Hi, ja, die Geigen sind seperat aufgenommen, es war sogar der selber Musiker. Das Material ist Bachs Doppelkonzert, also mit den MIDI-Noten wird es ein wenig aufwendig werden, fuerchte ich. Was muesste ich denn am schlausten machen, um ein relativ konstantes pitch-shifting zu erreichen? Das dynamische anpassen ist mir nicht unlieb, da wirklich sauber auch nicht gespielt wurde. Gruesse, Dirk
Hängt davon ab wieviel falsch gespielt wurde. Du kannst doch bei Autotune den Pitch genau angeben, da wo du die Töne und Tonleitern auswählst. Wenn du Glück hast fängt AT den richtigen Ton. Wenn viel gespielt wird, nehme ich an dass auch alle Töne der Tonleiter nebst ein paar chromatischen vorkommen. Dann wird es schwieriger. Das Problem was ich maximal sehe ist, dass AT eventuell auf dem falschen Ton einrastet. Beispiel: Deine Geige ist einen halben Halbton zu hoch gestimmt. Die Tonart ist C-moll. D.h. sowohl D als auch Eb kommen vor. Wenn nun deine Geige ein D spielt, könnte AT auch denken, du meinst ein Eb und stimmt einen HT zu hoch anstatt eben tiefer. Solange AT immer auf den korrekten Ton einrastet ist alles kein Problem. Sind die Abweichungen grösster geht es nur mit gebastel.
Mist, es passiert naemlich genau das, was Du schreibst. Das Stueck steht ja in d-moll, bloss moduliert es ja andauernd. Ausserdem wird gerade bei Leittoenen wie z.B. cis -> d andauernd zum d korrigiert etc. Sollte ich mich eher einem "normalen" Pitch-shifter zuwenden? Ich haette die Moeglichkeit, bei Kollegen mit Waves Plug-Ins zu arbeiten. Dirk
Sicher das wäre besser. AT kannst du ja immer noch drüberjagen wenn der grundsätzliche Offset korriert ist. Man kann natürlich in deinem Beispiel das D auch explizit sperren, so dass immer zum C# korrigiert wird...jedoch auch dann wenn wirklich ein D gemeint ist... Es gibt verschiedene Pitchshifter. Einige pitchen alles "dumm" tiefer/höher. Einige andere erhalten die Formanten, so wie AT. D.h. es klingt einmal eher wie mit veränderten Bandgeschwindikeiten, ein andermal eher wir wirklich tiefer/höher gespielt.
ein geiger intoniert immer alles andere als temperiert!!! insofern halte ich das für groben unfug einer geigenintonation (auch wenn sie nicht ganz getroffen ist) künstlich nachzuhelfen.... selbst wenn die geige zu hoch eingestimmt war-sowie der gute mensch dann akustisch die anderen spuren hört, wird er seine intonation angleichen. vielleicht ist es ja deshalb überhaupt erst so unsauber geworden? so oder so: ich würde es nochmal einspielen. und draus lernen, daß eine ordentliche stimmung immer mit den ohren abzugleichen ist!!!!!! erst neulich in meiner letzten theaterproduktion sehe ich wie der gitarrist völlig selbstverständlich seine gitarre mit dem eingebauten stimmgerät stimmt. das das harmonium mit dem ich beglitt auf ca. 443 Hz war (sehr interessant, ein altes amerikanisches teil übrigens!) hat er nicht mitbekommen.... noch kurz zur geigenintonation: doppelgriffe müssen weitestgehend rein sein, terzen und sexten werden immer nach ausdruck und stück bzw. stil mehr oder weniger angeschärft. und ganz wichtig: je schneller das tempo ist, umsomehr muß man leittöne etc. schärfen um "sauber" zu klingen, bzw. einen guten ausdruck zu haben. es ist IMHO gerade bei den ganzen schnellen passagen, die ja durch das d-moll immer sehr angeschärfte leittöne brauchen, völlig unbrauchbar AT anzuwenden. es sei denn man baut sich ein plug in, was die korrektur tempoabhängig vornimmmt. nur dann würde man bei solovioline überhaupt sinnvolle ergebnisse erzielen. genauso schlimm wirds, wenn durch AT die doppelgriffe am anfang nicht rein sind, sondern temperiert werden.... frage an die experten: kann man denn überhaupt eine temperatur in AT angeben??? mich stört schon eine geraume zeit, daß viele popsternchen gleichschwebend temperiert singen ;-) da bleibt einfach viel auf der strecke .
ich glaube man ist schneller, wenn man es einfach noch mal einspielt. lg matthias
Du kannst für jeden Ton die Stimmung getrennt angeben. Dass AT nur gleichmässig temperiert kann, ist falsch. Dass es weder tempoabhängig noch ausdrucksabhängig pitched ist klar.
aha. aber man hat eben dann "nur" eine temperatur. oder kann man auch einstellen: von hier bis hier so und dann von hier bis hier so? sozusagen den track in einzelne intonationsobjekte zerlegen und für die dann das tuning festlegen? btw.: eben weil das ja alles irgendwie nich so einfach ist, plädiere ich immer für einfach nochmal einspielen. ich habe einmal versucht mit solchen samples (von der samplesCD) Musik zu machen-ergebnis: man ist (solange es wirklich um musik geht) mit einspielen wesentlich schneller, als mit dem zurechtrücken irgendwelcher samples. dazu is man ja auch musiker (in meinem falle) :-) andere frage in dem zusammenhang: wie sichert ihr bei hinternandereinspielungen die intonation ab? lg matthias
Es sind beide "tracks" zu hoch? beide gleich? stört das überhaupt? Die Intervalle müssten doch gleich bleiben, egal wie temperiert wurde. Dumm ists für Absoluthörer...gehts darum? Autotune hat ja auch eine Feineinstellung (zumindest v3, die ich kenne). Die Noten kann man alle einzeln auf bypass schalten. Ich denke es wird dann lediglich alles gleich ("dumm" wie es genannt wurde) tiefer geregelt. Das geht 100cent nach oben oder unten - mehr als ein HT wirds doch nicht zu hoch sein?!) Wenn es so und so nur wenig gepitcht werden soll...was ist mit Sampleratekonvertierung? Tempo und Formanten bleiben nicht unangetastet...aber es gibt keine Probleme mit den Artefakten die formanterhaltende Plug-Ins machen. Zur "abschnittsweisen Bearbeitung". Man kann denke ich in jedem der Hostprogramme mehrere AT hintereinander insertieren und nur das jeweilige verwenden. Oder per Automation...ich glaube aber da machen die Antares Plug-Ins Probleme. Sonst auf mehreren Spuren AT mit verschiedenen Einstellungen. Samplitude v8 hat (auf Melodyneart) pitchkorrektur "eingebaut". beste Grüße Andi
mal anders gefragt: hat das denn ein profi gespielt? der das nicht gehört hat mit der stimmtonhöhe oder intonation...? oder hast du irgendwie mist gebaut und mußt deshalb das jetzt gaaanz still ausbügeln? lg matthias
Eine Geige hat am Griffbrett keine Frets. So kann man nicht alle Halbtöne temperiert wie beim Klavier einstimmen. Es kommt schon vor, das ein Künstler nicht seinen besten Tag hat und eben die Töne leicht "unsauber" greift.
Eine Geige hat am Griffbrett keine Frets. So kann man nicht alle Halbtöne temperiert wie beim Klavier einstimmen.
Darin liegt auch ein großer Vorteil der Geige und anderer "frettless" Instrumente. Ein Cis ist eben kein Des. Intonation auf einem Flügel ist auch etwas völlig anderes als Intonation auf einer Geige.
Na komm, jetzt übernimm Dich mal nicht. Ich habe eine normale Frage gestellt und mehr nicht. An diesem Projekt bin ich erst ab dieser Phase beteiligt. Dieses Forum ist nicht dazu da, Deine unbegründete Meinung über ein Projekt von dem Du keine Ahnung hast zu verbreiten. Dirk
Hi Andy, genau das "dumme" verstimmen brauche ich. Es geht um eine Aufnahme eines instrumentalen playbacks, zu dem ein Geiger zwei Parteien eingespielt hat in mehreren Takes. Frage mich nicht warum, aber die Dubs sind halt ein wenig zu hoch, und jetzt muss es geradegebügelt werden. Ich werde das Bypassen aller Noten mal versuchen, danke auf jeden Fall schon mal für den Tipp. Dirk
Ene ketzerische Frage: Kann man aus dem einzelnen Geiger via Chorus und Hall nicht eine Streichergruppe basteln? Koennte vertragswidrig sein, aber als Notbehelf mitunter brauchbar...
Sorry, habe erst jetzt den Anfang des threads gelesen. Bei den Soloviolinen ist es natuerlich nix mit Chorus, und Dein Auftrag war auch explizit die Tonhoehenkorrektur...