Frequenzwahl bei Sendern

Erstellt 14 Antworten15 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
ich hatte gerade wieder folgendes Problem:
Bei einer Produktion waren in zwei Räumen 20 Funkstrecken verteilt.
Es wurde ausschließlich mit Sennheiser Evolution gearbeitet.
Obwohl keine Frequenzen doppelt belegt war, haben sich die Räüme gegenseitig gestört. Das passierte vermutlich dann, wenn die Frequenzen zu dicht nebeneinander lagen. Das dürfte aber doch eigentlich nicht passieren, oder gibt es einen "mindestabstand" den man nicht belegen darf ?
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Antwort#2
Hallo!
Du mußt nicht nur aufpassen, daß keine Frequenzen doppelt belegt werden, sondern auch, daß keine Intermodulationsprodukte mit Funkfrequenzen zusammenfallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Intermodulation
Die Intermodulationsprodukte 3. und 5. Ordnung dürften am meisten störend sein, sie errechnen sich folgerndermaßen:
f= 2*f1-f2 und f=2*f2-f1 für die 3.Ordnung und
f= 3*f1-2*f2 und f=3*f2-2*f1 für die 5.Ordnung.
Für f1 und f2 mußt du dann sämtliche Kombinationen deiner verwendeten Frequenzen einsetzen. Du siehst, daß ist kein Pappenstiel...
Vielleicht rufst du mal bei Sennheiser an und klärst das. Die können dir bestimmt auch einen passenden Satz Frequenzen ausrechnen, vorausgesetzt das ist mit der ew-Serie überhaupt möglich bei sovielen Strecken.
Gruß
Markus
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Antwort#3
Wie MarkusW schon sagte: Sennheiser anrufen.
Wende Dich dabei an Herrn Peter Arasin, der ist Schulungsmitarbeiter und hat dieses Thema voll im Griff.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Hallo,
Da man die Nutzung drahtloser Mikrofone sowieso bei der Regulierungsbehörde anmelden muss, bekommt man von denen freundlicherweise gleich zueinander kompatible Frequenzen zugeteilt. Um Stress auf Tour zu vermeiden, sollte man sich immer 2-3 Frequenzen mehr genehmigen lassen. Die neuen EWs haben auch einen Scanner, der nach einer passenden noch freien Frequenz sucht...
sinnvoll ist bei Mehrkanalanlagen nur jeweils 1 gerichtetes Antennenpaar über Splitter zu benutzen, wobei dann i.d.R. auch entsprechende Booster notwendig werden. Ein 20-Kanal Setup dürfte dann selbst mit EW-Serie problemlos möglich sein.
Grüße
Martin
P.S.
Ich kann wirklich nur jedem, der Funkstrecken benutzt, empfehlen, diese ordnungsgemäß anzumelden. Die Strafen für dieses "Kavaliersdelikt" sind relativ drakonisch und die Funkstrecken sind dann auch weg...
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Antwort#5
wie ist das genau geregelt(mit der anmeldepflicht)?
in meinem hinterkopf schwirrt da die 300m-variante rum...also anmeldefrei, soweit die sender nur bis 300 m weit reichen. wie bei schnurlosen telefonen.
danke für genaue infos-matthias
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Antwort#6
Hallo Matthias,
anmeldefrei sind leider nur die Frequenzen 863 bis 865 Mhz. Diese Frequenzen werden eben auch für Telefon, Funkkopfhörer usw. verwendet.
Alle anderen Funkstrecken sind anmelde- und gebührenpflichtig. Die Sendeleistung muss je nach Land nach oben begrenzt sein. In D sind dies meines Wissens 50mW für UHF.

Grüße
Martin
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Antwort#8
Liebe Leute,
vielen Danke für die schnelle Hilfe.
Indermodulationsprodukte hatte ich noch nie berechnet, ist ja auch nicht mal eben gemacht. Gibts dafür nicht vielleicht ein Programm, daß einem die Arbeit abnimmt ?
Mit der Anmeldung und dem Antennensplitter etc. ist es ja so eine Sache.
Man kommt zum Job und arbeitet halt mit dem Material, was dort steht. Daher habe ich auf derlei Dinge leider keinen Einfluß.
Gruß, caze
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Antwort#9
Intermiodulationsprodukte:
Das Prinzip nach dem diese sich bilden ist das Pascal'sche Dreieck.

MfG
Rainer
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Antwort#10
Sender und ihre "Intermodulationsprodukte": Defekte oder schlecht abgestimmte Sender strahlen "Intermodulationsprodukte", sogenannte "Nebenwellen" aus, die sogar die Stärke des Nutzsignals erreichen können. Häufig gehen Sender auch mit zwei "benachbarten" Frequenzen auf die gleiche Sendeantenne. Dort mischen sich dann die beiden Frequenzen. Die Rechenformel dieser "Intermodulationsprodukte" soll an diesem Beispiel gezeigt werden:
Immer wieder wird der Sender Riadh auf der 15-m-Band-Frequenz 21285 kHz mit gleichzeitig zwei störenden Programmen gehört.
Durch Suchen wurde ein Programm auf 21495 kHz, das andere auf 21705 kHz gefunden.
Rechenformel: 21495 kHz x 2 - 21705 kHz = 21285 kHz.
Die Mischung entsteht bereits beim Sender und nicht im Empfänger.
Wo bleibt denn das Pascalsche Dreieck als Prinzip?
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Antwort#11
Hier ist ein schönes Pascalsches Dreieck.
Hm... ?


Pascalsches Dreieck
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Antwort#12
Wo die Mischung entsteht, ist vom Prinzip her unerheblich.
Du mußt bei dieser Betrachtung die Potenzen der Terme im pascalschen Dreick nehmen. Z.B. bei (a+b)³ = a³b⁰ ± 3·a²·b¹ + 3·a¹·b² ± a⁰b³.
Setze für a die Frequenz f1 ein und für b die Frequenz f2. Dann ist bei einer Intermodulation folgendes Frequenzspektrum vorhanden:
3f1 (also 3-fache Frequenz von f1,
3f2
2f1+f2
f1+2f2,
und auch die Differenzen:
2f1-f2 und 2f2-f1.
Die Koeffizenten des P.D. würden dann den Amplitudenfaktoren entsprechen.
Ich habe an unserer Hochschule einen solchen Versuch im HF-Labor zu betreuen, wo man das den Studies sehr gut klar machen kann, wenn die Kennlinie eines Mischers eine höhere Ordnung aufweist als 2, also höher als quadratisch.

MfG
Rainer
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Antwort#13
"21495 kHz x 2 - 21705 kHz = 21285 kHz."
Hier hast Du genau den Fall mit 2f1-f2, also dem 2 Glied des kubischen Polynoms im Pascalschen Dreieck entsprechend.

RG
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Antwort#14
Hallo!
Also wären für den praktischen Anwendungsfall ja nur diese beiden Intermodulationsprodukte wirklich interessant:
2f1-f2 und 2f2-f1
Alle anderen (z.B. 3*f1, also 3*800MHz=2,4GHz) liegen ja dann deutlich außerhalb des Emfangsbereichs üblicher Funkstrecken.
Gruß
Markus
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