wenn ich wieder einmal vor haben sollte mikros zu kaufen: dank eures forums sollen es dann kleinmembranmikros werden ;-) jedoch: für meine anwendungen (leises zeugs) wäre ein sehr geringes rauschen verbunden mit hoher empfindlichkeit wunderbar. was sind eure empfehlungen? danke für die tips!
wobei die Rauscharmut ja wirklich nicht besonders entscheidend ist. Alle Profi-Kleinmembran-Mics sind da auf vergleichbarem Level. Eher entscheidend die Felxibilität: z.B. modularer AUfbau (Schoeps), wechselbare Grids und Aufsteckkörper (B+K) usw...
MKH-Serie ist Prinzipbedingt (HF) die Rauschärmste. Die HF-Technik begünstigt zudem den Bassbereich, so daß MKH etwas "dunkler" klingen als z.B. Neumann KM. Übrigens können bei HF-Mikros Kapsel und Verstärker noch nicht getrennt werden (das war jedenfalls noch der Stand bei Markteinführung der aktuellen MKH-Serie vor 20 Jahren). Vielleicht ändert sich das demnächst mal.
Der Klangunterschied beruht nicht auf dem HF-Wandler, sondern auf der Konstruktion der Kapsel. Zum anderen müssen bei der MKH-Serie die Kapseln individuell im Vorverstärker entzerrt werden. Deshalb ist hier ein Modulsystem nicht möglich. Ich sehe sonst keinen Grund, weshalb die Kapseln bei HF-Mikros nicht austauschbar sein sollten.
z.B.: Wolfgang Eller im "DB" Magazin für Studiotechnik Sept./Okt. 1986. Interessanter Vergleichstest von MKH-AKG-Schoeps-Neumann-Beyer-MB-Sony KM-Mikros.
Hallo Juppy, Genauso ist es: "Deshalb ist hier ein Modulsystem nicht möglich. Ich sehe sonst keinen Grund, weshalb die Kapseln bei HF-Mikros nicht austauschbar sein sollten." Siehe die Abbildung der Kapsel-Entzerrung beim Nierenmikrofon Sennheiser MKH 40. So kann es kein allgemeines Mikrofon-Verstärker-Modul für mehrere Richtcharakteristiken geben. viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www:sengpielaudio.com
Erschwerend hinzu kommt noch der HF-Oszilator, der mit Kapsel und Preamp bisher eine Einheit bildet. In der Theorie ginge bestimmt eine Modulbauweise, aber in der Praxis baut das keiner, obwohl da doch eine Nachfrage wäre. Wahrscheinlich ist Sennheiser dieses Marktsegment nicht mehr wichtig genug.
Ja, schade das hier vermutlich eine innovative Entwicklung der Firmenpolitik geopfert wird. Wobei die KM 100-Serie ja schon durch Schoeps von "oben" und durch das gleichwertige aber günstigere KM 184 von "unten" nicht gerade ein Verkaufsschlager sein wird...?
Die Aussage, daß ein HF-Mikrofon die Bässe besser übertragen soll, ist Unsinn. Wie soll denn das physikalisch zu begründen sein? Einen Druckempfänger als Kondensatormikrofon kann man theoretisch bis 0 Hz herunter bauen, egal ob HF- oder NF-Prinzip. Ein Druckempfänger ist im Prinzip ein "Barometer". Und wieweit der Verstärker herunter geht, ist eine Frage der Zeitkonstante aus Ladewiderstand und Kapselkapazität.
Wobei, da fällt mir gerade eine Anekdote aus meiner Anfangszeit ein. Ein mittelalterlicher und schon etablierter Herbert von K. sollte mit uns eine Aufnahme im Wiener Musikverein machen (ich war damals von einem deutschen Musikverlag angeheuert). Wie ich es damals gewohnt war - zu dieser Zeit war es üblich ausschliesslich österreichische Mikrofone zu verwenden - hatten wir mit C12 und C451 mikrofoniert. Als Herbert von K. vor der Aufnahme den Raum betrat, geriet er plötzlich ausser sich vor Wut und schrie - Was wollen Sie mit diesem Spielzeug - haben Sie denn keine Schoeps?! - und weigerte sich aufs Podium zu treten. Der Aufnahmeleiter, der dank K-Erfahrung das vorausgesehen hatte, klopfte mir auf die Schulter und drückte mir eine Schachtel Schoeps in die Hand, die wir in Windeseile aufbauten.... Man kann sagen das dieses Ereignis der Einzug der Marke in den österreichischen Rundfunk war. Und wenn wir nicht gestorben sind, so mischen wir noch heute...oder sind in Pension...
Es ging hier nicht um das MKH20 sondern um das MKH40, welches im Hörtest gegen ein KM84 eine "kräftigere" Basswiedergabe gehabt haben soll (ohne Bewertung, nur tendenziell). Ob das an der HF-Technik oder an der Sennheiser-Entzerrung liegt, klärt sich nun: Beim Vorgänger MKH 406 machte Herr Ellers diese Beobachtung nicht.
danke für die tips! für "mitleser": im einzelfalle doch.(die rauscharmut als entscheidungsmerkmla) normalerweise will man in räumen die situation dort relativ gut abbilden. ich brauche das aber eher um so seltsame instrumente wie klangschalen aufzunehmen. das spielt sich im absolut niederamplitudischen bereich ab... ;-) sozusagen ppp-mikros ;-) insofern ist rauscharmut (logischerweise im verhältnis mit der empfindlichkeit) schon ein kriterium. aber das hat eh noch etwas zeit bzw. der geldbeutel muß dazu erstmal wachsen. lg matthias
Ich weiß aus berufenem Munde, daß die neue Sennheiser-Serie eine elektronische Entzerrung eingebaut hat. Ansonsten würde der Gradientenempfänger mit seinem natürlichen Tiefenabfall erscheinen.
Hi zusammen, eine Frage, die mich schon länger beschäftigt (und meines Erachtens ein wenig paradox ist): ein Gradientenempfänger hat immer einen Nahbesprechugnseffekt. Gleichzeitig hat er aber auch einen Tiefenabfall. Wie kommt das zustande? Grüße, tobi
Bei einem Gradientenempfänger wird der Druckgradient zwischen Vorder- und Rückseite der Kapsel zu tiefen Frequenzen kleiner, da sich der Phasenwinkel bei stets gleich zurückgelegter Weglänge zwischen Vorder- und Rückseite verkleinert (die Wellenlänger ist ja größer). Dieser Effekt wird, wie bei einem Lautsprecher ähnlich, durch eine tiefliegende Resonanzfrequenz der Membran am unteren Ende des Übertragungsbereiches kompensiert, da sich die Amplitudie bis zu dieser Frequenz erhöht - spätestens an diesem Punkt kann die (relative) Amplitude nicht weiter ansteigen, so daß diese bei noch tieferen Frequenzen nur noch proportional zum Schalldruckgradienten ist und dieser wird eben, wie oben erwähnt, kleiner - es stellt sich ein Tiefenabfall ein. Der Nahebesprechungseffekt stellt sich deshalb ein, weil der Durckgradient bei einem radialsysmmetrischen Schallfeld immer größer ist, je näher man an der Schallquelle mißt und so den frequenzabhängigen Druckabfall überdeckt. Da Druckempfänger quasi punktförmig messen und die Räumliche Verteilung des Druckes keine Rolle spielt, gibt es den Effekt dort nicht. Gruß Erdie
Hallo Tobi, das ist nicht paradox. Der Gradient steigt mit abnehmender Entfernung zum Mikrofon quadratisch an, während der Druck mit 1/x ansteigt. Daher der Naheffekt. Da der Gradient aber auch frequenzabhängig ist und zwar linear mit der Frequenz ansteigend, wird er bei tiefen Frequenzen immer geringer, daher der Baßabfall.
MfG Rainer
P.S.: Hast Du wiedermal in das "Elektrosmog-Forum" geschaut? In letzer Zeit wurde viel Nonsens geschrieben.
Danke an Erdie und Rainer - ich glaube, ich habe es jetzt verstanden! @Rainer: für's E-Smog-Forum hab ich gerade überhaupt keinen Kopf. Hier in Tübingen ist noch Klausurenzeit... :-(