Luftdruck, -feuchtigkeit und Temperatur sind ja ebenfalls nicht zu
vernachlässigende akustische Parameter für den Klang eines Instruments
Vor allem der Luftfeuchtigkeit kommt eine wesentliche Bedeutung zu. Ich gehe zwar in
den folgenden Ausführungen vom Klavier/Flügel aus, vieles läßt sich jedoch auch auf
andere Instrumente übertragen.
Vorwiegende Materialien im Klavierbau sind: Holz, Filz und verschiedene Metalle (Gußrahmen,
Saiten, Stimmwirbel, ...)
In Bezug auf Luftfeuchtigkeit sind zwei Bauteile besonders empfindlich. Insbesondere
bei älteren Instrumenten kann die Stimmhaltung bei zu trockener Umgebung
nachlassen,
weil das Holz austrocknet, sich zusammen zieht und den Stimmwirbeln nicht
mehr den
nötigen Halt gibt.
Beim Resonanzboden sind die Auswirkungen bei allen Instrumenten noch gravierender.
Dem Resonanzboden ist eine Wölbung mitgegeben. In der Herstellung werden die Hölzer
für den Resonanzboden ausgetrocknent, "in Form" gebracht und anschließend wieder
normaler Luffeuchtigkeit ausgesetzt. Hier bekommt der Resoanzboden seine endgültige
Wölbung.
Diese Wölbung ist nicht nur für die Spannung innerhalb des Bodens und damit seinen
Klang vernatwortlich. Auf dem Resonanzboden ist der Steg aufgebracht, über den die Saiten
laufen. at der Boden nicht genügend Spannung - oder Wölbung, weil er sich in zu trockener
Umgebung zusammen zieht, läßt auch der Stegdruck nach. Damit ist die Übertragung der
Saitenschwingung auf den Resonanzboden geringer.
Ein Flügel, der wechselnder Luftfeuchtigkeit ausgesetzt wird, verstimmt sich natürlich
laufend, weil der Druck auf die Saiten - und damit die Spannung - ständig ändert.
Die ideale Luftfeuchtigkeit für einen Flügel liegt konstant bei 60 - 70 % Luftfeuchte.
Ich halte diesen Wert für meinen Flügel mit zwei VENTA-Luftbefeuchtern konstant, die
über einen Hygrostaten geschaltet werden. Schon wenn die Luftfeuchtigkeit für nur einen
Tag von 60 auf 40 % fällt, muß ich eigentlich einen Klavierstimmer bestellen.
Diese Probleme kennen auch andere Instrumentalisten. In jedem bessereen Koffer für Geigen,
Gitarren etc. finden sich ein Hygrometer ...
Im Klavierbnau gab es durchaus Versuche, an verschiedenen Stellen die traditionellen
Baumaterialien Filz und Holz durch Kunststoff zu ersetzen. Nicht einmal das Spielwerk
(Mechanik) ist haltbarer oder klappert weniger, wenn die Lager (aufgebaut aus mit Filz
ausgetuchten Holzkapseln, in denen die Stahlachsen laufen) durch Kunststoffkonstruktionen
ersetzt werden. Auch für resonanzböden wurde mit verschiedenen Materialien experimentiert,
um "tropenfeste" Instrumente zu bauen. Man kommt immer auf die klassischen Materialien zurück.