CD-Lüge?

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Der Gießener Konstrukteur, Entwickler und Querdenker Manfred Baier kommt hier mit der Aussage:
"Die CD kann, oberflächlich betrachtet, Signale bis 20 Kilohertz ohne nennenswerte Störungen speichern.
Tatsächlich versagt sie aber bereits ab 7 Kilohertz".
Aus dem lp-Magazin 1/2005:
Über 20 Jahre nach Markteinführung der CD sei die Frage gestattet, ob nicht der eine oder andere damals
am CD-Marketing Beteiligte wegen der Lüge (wie Pinocchio) mit einer langen Nase herumlaufen müsste.
Ich weiß nicht, ob auf dieser reißerische Aufsatz hier bekannt ist.



http://www.clearaudio.de/res1/aktuelles/news/cd_luege.pdf
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Antwort#2
Lieber Jonathan,
die Anliegen unseres nominellen Beute-Bajuwaren waren hier im Forum schon mehrfach Gegenstand gewisser Debatten. Im Gegensatz zu Herrn Baier höre ich nicht unbedingt mit dem Oszilloskop und dem Fast-Fourier-Analysator und pflege für die Musikwiedergabe auch nicht die Rekonstruktionsfilter eines CD-Players zu überbrücken.
Weiterhin ist mir sehr genau bekannt, was meine Ohren wie können und vor allem was nicht, denn das ist allerlei; außerdem sieht sich unsereins schon seit einigen Jahrzehnten sehr genau und mit Liebe an, was Musikinstrumente aus einer Zeit tun, in der das Hören von Musik noch nicht ein technisches, sondern ein menschliches Anliegen war, die Musiker jener Tage sich also nicht durch etwas schräg verstandene physikalische Zusammenhänge korrumpieren ließen und deshalb auch so intrumentierten, wie sie das taten.
Da sieht man dann recht genau, dass die Kollegen Joop Sinjou, Lou Ottens und Joop van Tilburg mit ihren -übrigens auf Reihenuntersuchungen basierenden- Festlegungen der CD-Spezifikation nicht so ganz daneben lagen.
Ich empfehle deshalb Leuten vom Schlage Baiers ("CD versagt ab 7 kHz"), anderen Zeitgenossen täte die nachfolgende Empfehlung allerdings auch durchaus nicht ungut, neben ein wenig Studium der Musik, Musikinstrumenten- und Instrumentationskunde (durchaus auch unter physikalisch-akustischen Prämissen) die Lektüre des so betagten wie schmalen Opus der Kollegen Feldtkeller & Zwicker, Das Ohr als Nachrichtenempfänger, Stuttgart 1967.
Man sieht dann durchaus gerader auf das, was bei Baier in den Bereich der musikalischen Apokalypse gerückt wird.
Ansonsten gilt immer noch Matth. 11,15 (und sechs weitere Stellen...).
Hans-Joachim
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Antwort#3
na dann- zurück zum kasettenrecorder. der ging doch immerhin bis 10-15khz (je nach band).... ;-)
trotzdem finde ich den artikel interessant und läßt wieder etwas die frage nach höheren abtastraten "aufkeimen" (die hier ja immer wieer gern diskutiert wird).
summa sumarum: das ohr(also die neuronale signalverarbeitung im gehirn....) macht die musik. ;-)
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Antwort#4
Ich bin mir ziemlich sicher, daß in dem Artikel ein Denkfehler steckt, Zugegebenermaßen habe ich mich noch nicht lange damit beschäftigt und ihn deshalb noch nicht gefunden. Ich werde mal meinen Chef fragen, der hat seine Promotion in digitaler Signalverarbeitung (schnelle Algorithmen) gemacht ;-) Vielleicht klärt sich dann alle auf *g*.
Grüße
Erdie
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Antwort#5
Wenn ich mir den Autor dieses Aufsatzes ansehe (Holger Barske) dann weiß ich was ich von dem Artikel zu halten habe, ohne daß ich ihn ganz lese.
Die Herren Barske und Baier (letzteren kenne ich flüchtig sogar persönlich) mögen mir bitte mal vormachen, ein Rechtecksignal mit 1 kHz (!) über ein analoges Magnetbandgerät auzuzeichnen! Wenn ihnen das gelingt, sehen wir weiter!
ICH weiß wie dieses Signal analog aufgezeichnet aussieht! (Habe es ganz nebenbei bei meiner Diplomarbeit ausprobiert).
Laßt Euch nicht von diesen High-End-Päpsten etwas vormachen.
ICH bin ein MUSIKHÖRENDER und nicht ein in Bit, dB und Abtastfrequenzen Rechnender!

MfG
Rainer
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Antwort#6
Laßt Euch nicht von diesen High-End-Päpsten etwas vormachen.
ICH bin ein MUSIKHÖRENDER
Musikhörende sind die auch. ;->
Vielleicht erinnern sich die älteren im Forum an das AKG P8ES (Schallplattentonabnehmer).
Von einer HiFi-Zeitschrift in Kombination mit einem sehr leichten Tonarm als Testsieger ausgelobt,
wurde dieses System verkauft wie geschnitten Brot.
Allerdings übersah jeder, daß dieses System nur mit sehr leichten Tonarmen "gut klingt".
In der Praxis wurde das System auf jeden Plattenspieler montiert.
Die Problematik, daß Steifigkeit des Nadelträgers mit der Masse des Tonarmes harmonieren
sollte, wurde selbst von "Fachhändlern" übersehen. Wieviele Plattenspieler unnötig rumpelten
oder wummerige Bässe produzierten, nur weil die Resonanzfrequnz der Kombination
Tonarm/
Tonabnehmer nicht passte, möchte ich nicht wissen.
Ich habe die clearaudio-Seite durchgeblättert, einen Hinweis, welcher Arm zu welchem System
passen könnte, findet sich dort nicht.
(HiFi-)Gurus, die sich auf die Verbreitung von Halbwahrheiten verlassen!
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Antwort#7
IMHO gibt es hier einen Denkfehler statistischer Natur. Es wird so gut wie unmöglich sein, daß das aufzunehmenden Signal über längere Zeit mit der Abtastfrequenz synchronisiert wird ..
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Antwort#8
Ich habe mir den Artikel durchgelesen, bis zu dem Punkt, wo "punktweise" abgetastet wird. Dort habe ich zu Lesen aufgehoert. So ein Schwachsinn!!
Einzelne Punkte sind sogenannte "Nullmengen". Auf Nullmengen darf man die Funktion beliebig veraendern, ohne dass sich deren Fourier-Transformierte aendert. Der Grund: Es wird naemlich integriert! Was punktweise geschieht ist voellig ohne Belang. Wichtig sind bloss gewisse Mittelwerte.
Kein AD-Wandler der Welt kann punktweise auswerten. Es wird _immer_ in irgendeiner Form interpoliert, gemittelt, verschmiert etc.
"Punktweise" sind reelle Zahlen. Die sind ein mathematisches Konstrukt, eine Hilfe bei der Beschreibung und Modellierung. Man darf doch das nicht fuer bare Muenze nehmen! Als waere die "Zeit" praezise die reelle Zahlengerade. Tststs.
Mein Eindruck: In diesem Artikel will sich jemand wichtig machen, der allerdings leider etwas Grundlegendes nicht verstanden hat.
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Antwort#9
Lieber Rainer,
generiere mir doch bitte ein exaktes Rechtecksignal...
DAS moechte ich hoeren!
:-)
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