Hallo Profis, hab' im Netz ein Foto von einer Studioaufnahme der Netrebko gefunden. Drei Mikros für die Diva alleine! Macht 'man' das so? Was ist der Hintergrund dafür? Die Aufnahme scheint bei DG veröffetnlicht zu sein. Welches Studio weiss ich leider nicht. Den Titel des Librettos kann man auch nicht lesen...
Bei einer Produktion einer Stereo-Aufnahme ist es bei Opern üblich, mehrere Mikrofone in einer Reihe aufzustellen, wobei ein Solist nicht dichter als 1,50 Meter an ein Vorzugsmikrofon tritt. Die anderen Mikrofone werden extra auch offengelassen, oder nur leicht zugezogen, um den Bühnenraumklang mit einzufangen. Hier handelt es sich um eine Surround-Sound-Aufnahme, bei der man mit den drei Mikrofonen die gute Möglichkeit hat, allein mit den Pegeln der drei Mikrofone die Richtung der Lokalisation zu verändern. Man möchte das Knüppeln der Panpots auf der vorderen Basis zwischen L (left) C (center) und R (right) vermeiden, weil so etwas den Opernbühnenklang zerstört. Erst die Panpots erzeugen bei mehreren ähnlichen Signalen deutlich hörbare Kammfilter. Johnny
Zum anderen sollte auch bedacht werden, daß bei Operndarbietungen die Künstler ja nicht starr an einem Platz stehen bleiben, sondern auf der Bühne sich bewegen. Guckt mal in dem Buch "Musikaufnahmen" von Jürg Jecklin nach, der beschreibt da Mikrofonanordnungen für Opernaufnahmen.
Hi, der Balance Engineer der uebrigens guten Aufnahme ist Rainer Maillard von den Emil Berliner Studios. Meine Meinung deckt sich nicht mit den vorher geschriebenen. Die Solistenmikrofone nehmen lieber keine Buehnenreflektionen auf, jedenfalls keine sehr praegnanten. Vom Bild her befindet sich Frau Netrebko integriert im Orchester zwischen den Streichern, Reflektionen sind demnach genug vorhanden auf dem Hauptsystem. Der Klangeindruck von der CD bestaetigt dies uebrigens. Da, wie gesagt, die Aufnahme auch eine Surroundaufnahme war, denke ich mir folgendes: die zwei aeusseren Mikros dienen dem Stereo-mix, das mittlere ist fuer den Centerkanal des Surroundmix gedacht. Das zwischen diesen starren Ideen natuerlich eine Grauzone herrscht, ist klar. So kann ich mir vorstellen, dass auch manche Passagen des Stereomix mit dem mittleren Mikro laufen. Da aber hoerbar aktiv gemischt wurde mit den Solistenmikros, nehme ich an, dass vor allem das Paar TLM170 fuer Stereo gebraucht wurde. Gr. Dirk
Hallo, zur Vervollstaendigung: diese Aufnahme ist keine Opernaufnahme als solche, sondern eindeutig konzertant konzipiert. Hat eigentlich jemand von Euch die Aufnahme gehoert? Dirk