hallo allerseits, ich möchte mir in naher zukunft ein passables mircro für sprach- (off-text evtl. gesang) und instrumentalaufnahmen zulegen. bei meiner recherche im www bin ich auf das AKG C 4000 B gestoßen. da ich mir die 444,00 ? nicht gerade aus dem ärmel schüttle und ich das geld gut investieren möchte, würde mich eure meinung zum eben genannten modell interessieren. ich habe mir auch noch das AKG C 414 B-XL II (1128.00 ?) angesehen und frage mich inwieweit sich der doch recht große preisunterschied zum AKG C 4000 B auch klanglich bemerkbar macht. Gibt es tatsächlich einen so großen unterschied oder handelt es sich hier eher um eine prestige geschichte. meine zweite frage, gibt es hersteller die vollständige adapter-sets (xlr, speakon, mono/stereo klinken 3,5/6,3mm, cinch, ... alle in male- und femaleausführung) zum kauf anbieten? ein beispiel: 3,5 mm stereo klinke auf xlr und umgekehrt usw., echt vollstänig halt mit winkelsteckern bla bla bla. dank & schöne grüße, bernhard
Die Gesangstauglichkeit des 4000ers wird unterschiedlich eingestuft: Ich kenne einen recht bekannten Tenor aus dem südlichen Raum und einen recht bekannten Studiobetreiber, die beide die Tauglichkeit als sher hoch einstufen. Es gibt aber auch andere Meinungen, wobei ein 4000 um Klassen besser klingt, als ein 3000er! Den Preisunterschied 4000 zu 414 wirst Du wohl kaum hören! Ich habe beide Mikros, wobei die C414er, die ich habe, älterer Bauerat sind (um 1998 herum angeschafft) und nicht dem aktuellen entsprechen. Das Neueste hat eine dynamische Fernumschaltung für die Pattern, was objektiv kaum ein ein Tontechiker benötig! Ich würde zu einem älteren Modell raten, zumal die Kapseln sowieso von 1970 sind. Kauf Dir bei ebay ein gebrauchtes 414 - wenn Du eines haben willst. Die alte Version hatte einen Neuwert von 899,-! Meine Meinung: Ich benutze beide kaum noch für Gesang, sondern vorwiegend für Instrumente. Das 4000er benutzen machmal meine Karokesänger und das 414er die Solo-Instrumentalisten. Ferner mache ich ab und an noch Stereoaufnahmen mit zwei 414er - wenn es reine Zweimikroaufnahmen sind. Vereinzelt nutze ich das 414er als Sprechermikro - wobei es NICHT die "Sprecherversion" des 414ers ist. Laut meiner EBAY-Liste liegt ein 414 um die 400-450 Euro, während ein 4000er weniger als die Hälfte kostet. Zuletzt ging eines um 211,- weg. Ein 3000er liegt bei 170,- - vor einem Jahr bei unter 160,- Derzeit steigen die Musikinstrumentenpreise bei EBAY- wieso auch immer. Gfs liegt es an den Preiserhöhungen der Neugeräte: Ein 3000er war vor einem Jahr mit Koffer und Spinne zu 249,- zu haben, derzeit legt man 279,- hin. Vorsicht bei den Mikroauktionen: Lies bitte mal dies hier:
Hallo Bernhard, es gibt zwei aktuelle Versionen des C414, das ULS und das B-TL. Letzteres wird schon mal als die Sprecher/Vocal-Version bezeichnet, das hat aber wenig Aussagekraft. Es sind zwei völlig unterschiedliche Mikros, andere Kapseln, das ULS hat Trafo, das andere nicht. Speziell das etwas günstigere ULS ist ein echtes Arbeitspferd und steht in jedem besseren Studio, wenngleich selten für Gesang eingesetzt - ich verwende es auch für Gesang. Aber pauschale Aussagen lassen sich nicht treffen, egal welches Mikro, es gibt nicht DAS Vocal-Mikro, auch ein U47 oder C12 muß nicht für jede Stimme passen. Daher hilft nur eins: Ausprobieren!! Beide C414 und das C4000 sind gute Mikros, als Alternative wäre noch das AT4050 zu nennen, welches ein wenig in Richtung "U87" geht und vor allem das MG M930, vielleicht der heißeste Tip schlechthin, hat aber nur Niere (bzw. Hyperniere als M940). Die Einschätzung, Richtcharakterristik-Umschaltung brauche man nicht kann ich widersprechen - wer sie hat benutzt sie auch, es sei denn man macht immer genau das selbe. Für ein "erstes gutes" Mikro im anspruchsvollem Homerecording halte ich das C4000 für eine gute Wahl, es ist sehr rauscharm und hat immerhin eine Niere/Hyperniere/Kugel-Umschaltung. Falls Dir aber Neutralität sehr wichtig ist solltest Du generell bei den Kleinmembranern gucken, auch für Gesang. Gruß, Christopher
"zumal die Kapseln sowieso von 1970 sind" muss ich leider wiedersprechen. Die Kapseln des C414 BC sind mit denen des C12 ident und haben eine Nickelmembran. Die Kapseln des C414 B-ULS und B-TL stammen aus mitte der 80iger und haben einen Teflonring und eine Kunststoffmembran. Die kapsel des B-TLII ist wieder eine ganz eigene Sache mit einer gezielten Verbigung des Frequenzganges. Die aktuellen Kapseln sind wiederum eine Neuentwicklung. Also doch einige Unterschiede und Registerbrüche :)
Ich verneige mich vor Georgs Fachwissen, aber er kommt ja auch insidermässig aus dem Herstellerlande. Mein "1970" war zudem eher als ungefähr gemeint - habe gerade die 70er-Sendung auf Video gesehen :-) "Die aktuellen Kapseln sind wiederum eine Neuentwicklung" Dies war mir nicht bewusst und würde dann den deutlich höheren Preis gfs auch rechtfertigen. Allerdings sollte man diesen Umstand auch den Repräsentanten von AKG mitteilen, denn von dem Umstand, daß neu entwickelte Kapseln verwendet werden, hat mir der AKG-Mann auf der Messe nichts erzählt. Der hat sich einzig auf die Betonung der automatischen Umschaltung der unzähligen Pattern konzentriert. Vielleicht ging die Info aber auch nur im Messelärm unter. Was nun natürlich intressiert, ist die Frage, was die neuen Kapseln leisten?
"Was nun natürlich intressiert, ist die Frage, was die neuen Kapseln leisten" das ist (leider) schwer zu sagen, da Frequenzgang und Empfindlichkeit micorporzessorgesteuert auf das Soll hingebogen werden (was auch die vergleichsweise geringe Streuung in der neuen Serie erklärt). Was also EQ und was Kapsel ist ist leider nicht mehr leicht zu trennen. Was mir einer der Entwickler erzählt hat, hat man sich bemhüht möglichst nah an die Vorgängerkapseln heranzukommen, da sich diese vor allem auch in Amerika größter Beliebtheit erfreuen. Dafür wurde eine große Zahl im Betrieb befindlicher C414 vermessen und - um die Ausreisser bereinigt - gemittelt und diese Kurve als Ausgangsbasis verwendet. Wichtigster Unterschied zum "alten" C414 ist sicherlich die praktische und effiziente schwingende Lagerung der Kapsel - ein Gummi fasst die Kapsel ein und ist an 4 Punkten aufgehängt. Allein der durch den Gummi vergrößerte Durchmesser bringt schon akustische Einflüsse, die berücksichtig werden mussten. Bezüglich der Fernumschaltbarkeit - meiner persönlicher Meinung nach ist das ein zweischneidiges Schwert. Obwohl durchaus praktisch, ist es mit den elektronischen Wippschaltern natürlich nicht möglich, Richtcharakteristik, Bass- und Pegelabsenkung "im trockenen", d.h. ohne das Micro phantomgespeist zu haben, einzustellen. Zwar merkt sich das Mikrophon seinen letzten Betriebszustand, dennoch ist es meines Erachtens unpraktisch wenn ich zuerst das Mic irgendwo einstecken und einstellen muss bevor ich es z.b. abhänge und voll verkabelt habe. Hier wäre die Fernumschaltung praktisch, wobei ich befürchte dass es das dazu notwendige Gerät noch nicht im Handel gibt. Aber auch hier ist es ein zusätzlicher Arbeitsschritt, und jeder der den Livebetrieb kennt..... Weiterer Nachteil - diese grün leuchtenden LEDs (1 vorne, 2 hinten) sind nicht sonderlich attraktiv in einer Konzertumgebung.... Noch ein Unterschied - es gibt das Mikro nicht mehr trafosymmetriert, sondern nur noch elektronisch. In 99% der Anwendungen kein Problem, aber... Nicht desto trotz bin ich der Meinung dass das Mikrofon eine interessante, dem Zeitgeist entsprechende Fortsetzung eines "Dauerbrenners" ist, und ich kann es nur jedem empfehlen, es auszuprobieren! Liebe Grüße Georg
Gehen wir mal davon aus, daß es AKG gelungen ist, die alte Kurve nachzubauen, dann hätten wir also keinen Fortschritt. (?) Irgendwie mutet das seltsam an: Warum baut man nicht einfach die alte Type weiter und kommt in preislich interessante Regionen- während man die Forschung darauf konzertriert. noch besser zu werden: Meines Erachtens wäre ein gangbarer Weg der, durch empirisches Design einerseits und Simulation+Berechnung andererseits sich einer idealen, linear(er)en Kapsel zu nähern, wobei die Frage ist, was eine optimale Kapsel ist. Nun weiss ich dies ja nun auch nicht, und da bekannt ist, daß GM gerade wegen ihres Eigenklangs eingesetzt werden, ist "linear" hier gfs garnicht "optimal". Was ich mir aber denke: Das Design, das vor 25 Jahren (?) eingesetzt und entwickelt wurde, muss nicht unbedingt das Optimum gewesen sein. Man lehnt sich also an das an, was "etabliert" ist und da offenbar das 414 laut Georg in Amerkia sehr gut etabliert und AKG ja seit über 10 Jahren zu Harman Kardon gehört, düfte klar sein woher die Idee stammt, auf ein neues (altes) 414 zu setzen. Ich persönlich hätte mal ein paar ganz divergente, innovative (und von mir aus auch extravagnte) Kapselideen umgesetzt und ausprobiert, und den einen oder anderen spezifischen Eigenklang geschaffen - z.B. für ein dezidiertes Gesangsmikrofon. (Ein Sprachmikro hatman ja auch definiert). Diese neuen Designs hätte man matrixartig an Instrumenten und/oder typischen Aufnahmeszenen testen - und dies dann den Musikern vorlegen können. Dann hätte man vielleicht DIE Superkapseln gefunden, die für Gesang, Geige oder was wiss ich was passen.
Konkret leuchtet mir das "mikroprozessorgesteuert" nicht so ganz ein: Wird da der Freuqenzgang per EQ getrimmt- war das gemeint? Klar ist ja, daß der EQ nur global (die Hauptkennlinie biegt) also muss die Kapsel schon alles mitbringen.
wie genau das technisch realisiert ist weiss ich leider nicht, aber ich bin sicher unter [E-Mail-Adresse entfernt] oder [E-Mail-Adresse entfernt] weiss man mehr! Liebe Grüße Georg
Hallo. ""Gehen wir mal davon aus, daß es AKG gelungen ist, die alte Kurve nachzubauen, dann hätten wir also keinen Fortschritt. (?) )(...) Diese neuen Designs hätte man matrixartig an Instrumenten und/oder typischen Aufnahmeszenen testen - und dies dann den Musikern vorlegen können. Dann hätte man vielleicht DIE Superkapseln gefunden, die für Gesang, Geige oder was wiss ich was passen."" Ich wundere ich über Deine Auffassung. AKG hat das 414 technisch überholt, ob das sinnvoll war kann jeder für sich entscheiden, ich jedenfalls brauch es nicht. Das das ULS jetzt keinen Trafo mehr besitzt ist mir neu und finde ich sehr befremdlich. Aber was soll das mit dem technischen Fortschritt?? Es gibt seit 50 Jahren kaum echte Verbesserungen im Kapseldesign. Verbesserungen bei den Verstärkern sind machbar und ich gehe davon aus das die neuen 414er jetzt auf dem letzten Stand der Technik sind (Wie C4000 oder TLMs). Aber die Optimierung der Kapsel zur "Superkapsel" ist doch ein Hirngespinnst. Die Superkapsel, die zu allem passt heißt Kleinmembran und gibt es schon lange, alles andere ist reine Geschmackssache, oder warum Favorisieren weltweit die meisten Engineers U47, M49/50,U67, Elam 251 oder C12 wenn es um "Charakter" geht? Das C414 derweil ist ein Arbeitstier, es ist für alles OK, aber selten für irgendwas die beste Wahl. In den USA ist das C414 übrigens gar nicht soo beliebt, aber es hat sich Weltweit zu einem Standartmikro entwickelt (neben dem U87). Da finde ich es gut, das AKG auch dieses 20 Jahre alte C414ULS (die Vorgänger "EB" usw. sind mittlerweile Sammlerstücke) weiterentwickelt und trotzdem ohne Soundänderung anbietet. Das hat die Welt nötiger als noch irgendein neues "Supermikro" (z.B. das TLM127 - noch ein U87 "für Arme"?? - Neumann hat seine große Zeit laaannge hinter sich und kopiert sich nur noch selbst, ohne klanglichen Erfolg - Danke, Sennheiser!!) Gruß, Christopher
"Neumann hat seine große Zeit laaannge hinter sich und kopiert sich nur noch selbst, ohne klanglichen Erfolg - Danke, Sennheiser!!)" Aber das ist doch genau das, was ich meine: Im Grunde nix Neues und nur altes kopiert (Danke Harman). Du schreibst ja selber etwas widersprüchlich: "überarbeitete, Kapseln auf dem neuesten Stand ohne Klangveränderung" (was ich im Übrigen bezweifle) aber das ist wohl das Mystische in der Mikrofontehnik. Nochmal im Ganzen besehen, weiss ich nun immer noch nicht, wieso ich ein neues 414er kaufen soll, solange es noch Neuware älteren Types im Laden gibt, die aufgrund des Auftauchens der neuen Typen billig vertickt werden (müssen). Vielleicht leihe ich mir mal ein aktuelles 414, teste es gegen meine 7Jahre alten gegen, um dann festzustellen, daß die alten genauso besser klingen, wie die alten KM84 gegen die neuen KM184 bei Neumann. Blinkt die grüne LED an den neuen 414 eigentlich beim Umschalten? Ich bin sicher, daß einige Neuerwerber dieses Types das Mikro aufgeschraubt und die LED abgeklemmt haben, bevor sie das Mikro einsetzen.
Blinkt die grüne LED an den neuen 414 eigentlich beim Umschalten? Ich bin sicher, daß einige Neuerwerber dieses Types das Mikro aufgeschraubt und die LED abgeklemmt haben, ...
VORSICHT! Man sollte wissen, was man tut, und die Schaltung (Schaltplan) kennen. Nicht immer ist eine LED nur eine Betriebsanzeige, mitunter kann sie auch zur Stabilisierung von Betriebszuständen dienen und wäre dann durch Dioden zu ersetzen.
AKG schreibt/schrieb irgendwo auf der Webseite wörtlich, daß das TL II u.a. für (deutsche) Sprache und Gesang besser sei.
Heißt das nun, das der englisch/amerikanische und der japanische Markt die Finger davon lassen sollte, weil für diese Sprache und den Gesang ja nur ein extra dafür optimiertes Shure SM57 gut sein kann? Also besonders gut für Nashville County-Gesang mit "Kartoffel im Mund"?
Also DAS sollte aber nicht der Fall sein. LEDs streuen derart massiv, daß sie kaum als REF ö.ä. taugen können. Ich speise meine LEDs z.B: immer aus dem Spannungsüberhub, der infolge der Gleichrichtung von AC entsteht und an dem Spannungsregler abfallen würde. Lötet man die aus, so läuft alles prima weiter.
:-) !!! Nein, es war dort nur zu lesen (so meine Errinnerung) daß aufgrund der Tatsache, daß Explosivlaute besser abgebildet werden, daß Mikro a) für Sprache und b) bei deutscher Musik Vorteil habe. Mithin müsste die auch für Japanisch gelten, da auch dort viele spitze "S-Laute" vorkommen.
Hallo Bernhard, das C 4000 durfte ich mal einem Verleichstest in tools 4 music unterziehen. Den Text hiervon gibt es noch im Archiv: http://www.t4m-online.de/archiv/vgl_grossmembranen.doc Messdaten und Soundbeispiele findest Du unter "Mehrwert" bei: http://www.t4m-online.de Wenn Du mehr Infos brauchst, schreib mir einfach eine Mail. Gruß Martin
hello again! vielen dank (martin, christopher & studio) für die prompten und sehr ausführlich, informativen bewertungen. hab mich nun für das C 4000 B entschieden und schätze mal, dass es für meine zwecke gut geeignet sein dürfte. thanx nochmals und schönen abend, bernhard