Aus Interesse an der Meinung anderer die kurze Frage: Wie steuert Ihr bei unterschiedlichen CD-Produktionen aus? Ein Orchester erreicht natürlich andere Pegel als ein Cembalo. Soll man dies bei CD-Produktionen berücksichtigen, d.h. eine Cembaloaufnahme geringer aussteuern als eine Orchesterproduktion? Natürlich ist es eigenartig, wenn jemand erst eine CD hört, die mit einem Orchester-Tutti aufhört, und danach eine Cembalo-Aufnahme einlegt, wo das Cembalo ähnlich laut ist wie ein riesen Klangkörper. Andererseits verschenkt man Auflösung, wenn man die Cembalo- Aufnahme im Pegel geringer aussteuert. Der Dickreiter geht natürlich bei der Aufnahmeaussteuerung von von 0 dB - sprich Vollaussteuerung - aus. Wie handhabt Ihr dieses Problem?
Ein Orchester erreicht natürlich andere Pegel als ein Cembalo. Soll man dies bei CD-Produktionen berücksichtigen, d.h. eine Cembaloaufnahme geringer aussteuern als eine Orchesterproduktion?
Keine Frage, unbedingt muss man den Lautstärkeunterschied in der Aussteuerung berücksichtigen. Cembalo-Spitzenpegel mindestens 10 dB leiser als das Orchester, wenn nicht noch mehr. Da hilft keine Aussteuerautomatik. So etwas muss man schon mit den Ohren beurteilen.
Hallo Juppy, wenn es unterschiedliche CD's sind hanhabe ich es so, dass jede in ihrer Spitze bis 0 ausgesteuert wird. Wenn auf einer CD, z.b. Liveaufnahme eines kompletten Konzertes, zu Pegelbrüchen kommt, versuche ich die natürlichen Unterschiede beizubehalten oder nur sehr geringfügig zu verändern wenn manche Passagen dann unterzugehen drohen. Applaus, so er auf Liveaufnahmen zu hören ist, beziehe ich übrigens nicht beim Normalisieren ein, sondern beziehe mich rein auf den "Musikinhalt" Ich habe jedoch schon CD's gehört wo eine Bläserserenade mit 10 Leuten besetzt genauso laut war wie die darauf folgende 7. von Beethoven - das finde ich nicht gut. Georg P.S: Man möge mir meinen nicht präzisen Umgang mit dem Wort "laut" verzeihen.
Ich plädiere auch dafür jeweils voll auszusteuern. Solange wir keinen Normlautstärkepegel für 0dBfs und 24 Bit haben, wird es dabei bleiben. Wie wir aber schon im Rahmen der SACD diskutiert haben werden auch bei vorhandener 24Bit-Dynamik wohl alle CDs auf 0dB hochgezogen - sei es Beethoven oder das Schnappikrokodil. Was man auch bedenken muss, ist das eine Orchesterkonzert kaum auf CD zu bringen ist, ohne Dynamik wegzunehmen. Damit hängt das soweiso alles in der Luft. Georgs Bemerkung zum Applaus ist hierbei erwähnenswert: Der ist je nach Mikroposition teilweise um Etliches höher, als die Musikspitze bei einem Kleinorchester. Richtig ist es in jedem Falle, innerhalb einer CD halbwegs für Konsistenz sorgen sollte.
Wie wir aber schon im Rahmen der SACD diskutiert haben werden auch bei vorhandener 24Bit-Dynamik wohl alle CDs auf 0dB hochgezogen - sei es Beethoven oder das Schnappikrokodil.
Wer auf dem Mastertape zur CD oder zur SACD beispielsweise eine Cembalo-Solo-Aufnahme bis zu 0 dBFS aussteuert, handelt falsch. Dem Tontechniker gehört der Kopf ab. :-) Lege mal nach einer Symphonie-CD hinterher eine vollpegelige Cembalo-Aufnahme auf, dann wirst du merken, warum das "Sünde" ist.
ich dachte eigentlich, daß jeder verstärker (mit dem man dann cds anhört) zumindest einen volume-regler hat ;-)... solange 0db die bessere auflösung bietet und damit das "reichhaltigere" akustische material wäre es doch verschenkte qualität. dazu kommt, daß im allgemeinen in normalen wohnzimmer eine größere grundlautstärke der störgeräusche, als wie im konzertsaal herrscht. da bin ich zumindest dankbar, wenn filigrane instrumente "satt" aufgenommen sind, damit ich was verstehe. umgedreht finde ich, daß ein orchester so oder so einfach für ein wohnzimmer überdimensioniert ist. die möglichkeit der aufnahmetechnik quasi sein "ohr" viel dichter am instrument zu haben, als im konzert, finde ich übrigens auch eher gut und spannend, als störend. also gerade bei cembalo oder blockflöte, maultrommel und tabla z.b.. da macht die CD z.t. für mich richtig sinn, da man oft nicht die gelegeneit hat im konzert so dicht, wie eigentlich nötig an den instrumenten zu sitzen. lg matthias
Mir ist vollkommen klar, was Du meinst aber ich hate eben schon den Fall, daß man mir vorwarf, daß meine Klavier-CD zu leise war. (Sie war unkomprimier und hatte an einigen wenigen Stellen sehr hohe Peaks aufgrund eines Diskantmikros). Im Vergleich zeigte mir der Kunde eine CD desselben Werkes aus dem Laden, die bei gleicher Lautstärkeeinstellung an der Anlage um geschätzte 6dB lauter war. Ich habe daraufhin etwas limitiert und wegkomprimiert und gut war es. Die folgende Cembaloaufnahme beim selben Kunden habe ich genauso laut gestellt, wie den Flügel und bin musste auch an einer Stelle etwas limitieren (wennauch unhörbar). Beide CDs sind im Vergleich zu Orchester CDs deutlich zu laut- aber was will man machen? Bei meinen gekauften CDs im Schrank ist es allerdings auch nicht anders.
""Wer auf dem Mastertape zur CD oder zur SACD beispielsweise eine Cembalo-Solo-Aufnahme bis zu 0 dBFS aussteuert, handelt falsch."" Eine Austeuerung bis ca. 0 dBFS ist nicht falsch sondern richtig denn sie sagt wenig bis gar nichts über die Lautheit (RMS-Durchschnittspegel) aus. Eine solche CD ohne Vollausteuerung bis wenigstens -1 dBFS (wer bis 0 dBFS austeuert macht es generell falsch!!) ist technisch ein Unding denn sie verschenkt unnötig Dynamik. Anscheinend haben sich immer noch nicht die Grundlagen zwischen Peak & RMS-Pegel und der daraus resultierenden Logik in den Köpfen festgesetzt!?
Wer ein Cembalo bis 0 dBFS aussteuert, weiß nicht was er tut. Erstaunlich, hier scheinen einige nicht zu wissen, was ein Cembalo ist oder haben noch nie eins aufgenommen, geschweige denn gehört. :-) Hirn einschalten und nachdenken. Gefährdung der Lautsprecher und des Gehörs.
"Erstaunlich, hier scheinen einige nicht zu wissen, was ein Cembalo ist oder haben noch nie eins aufgenommen, geschweige denn gehört. :-) Hirn einschalten und nachdenken. Gefährdung der Lautsprecher und des Gehörs. " Aus welchem Grund sollte ich ein Cembalo nicht bis zur VOllaussteuerung aussteuern? Wenns jemanden zu "laut" ist, kann er den Lautstärkenregler seiner Abhöranlage betätigen - dazu ist er ja da. Dass sich gerade beim Cembalo durch seine - systembedingte - geringe Dynamik ein hoher RMS Pegel entsteht, ist doch kein Nachteil? Oder sollen nun auch alle totkomprimierten Rock und Pop CD's nur noch mit -20dBfs ausgesteuert werden dürfen, weils sonst "zu laut" wird? Wer zu laut aufdreht ist selber schuld!
""Erstaunlich, hier scheinen einige nicht zu wissen, was ein Cembalo ist oder haben noch nie eins aufgenommen, geschweige denn gehört. :-) Hirn einschalten und nachdenken. Gefährdung der Lautsprecher und des Gehörs."" Dann geh mal mit gutem Beispiel voran bevor Du solchen Unfug* postet und mich obendrein auch noch falsch zitierst. Danke im vorraus! *Lächerlich: Austeuern bis 0dBFS schädigt Lautsprecher und Gehör... Ne, iss klar :-)
Geht jetzt das Rennen auch um das in den Begrenzer auf 0 dBFS gefahrene lauteste Cembalo los? Ist eigentlich bekannt, um wieviel dB anders ein mit fast voller Dynamik spielende 100 Personen-Orchester gegen ein wenig dynamisches Cembalo zu sein hat? Man muss sich schon Gedanken machen, wenn Orchestertitel und Cembalo-Solotitel sich abwechseln. Niemand wird dabei das Cembalo auf 0 dBFS fahren.
Es ist auch interessant, die Dynamik von "kleinen" Instrumenten zu vergleichen. Vor Jahren hatte ich eine Aufnahme zeitgenössischer Gitarrenmusik, die eine Dynamik von mehr als 60 dB zwischen ppp und fff aufwies.
"Man muss sich schon Gedanken machen, wenn Orchestertitel und Cembalo-Solotitel sich abwechseln." Dann ja. Selbstverständlich. Aber nicht, wenn auf der CD ausschließlich Cembalo zu hören ist. Wenn der geneigte Hörer nämlich vorher zufällig kein Orchester im CD-Player hatte, sondern eine (voll ausgesteuerte) CD mit klassicher Gitarrenmusik, wird ein mit -20dBFS ausgsteuertes Cembalo auch etwas seltsam anmuten. Wie schon gesagt: Eine Stereoanlage hat einen Lautstärkeregler. Den zu bedienen ist Aufgabe des Zuhörers, nicht des Toningenieurs. Zumal der Weg dorthin nun ausgerechnet beim Wechseln der CD nicht wirklich weit ist. Die Forderung, den Peak(!)-Pegel einer Aufnahme an die mutmaßlich zuvor und danach gehörte CD anzupassen, ist ähnlich absurd wie der Gedanke, beim Abstellen eines Mietwagens schon für den nächsten Fahrer den ersten Gang einzulegen, die Lenkung einzuschlagen und den Blinker und das Licht einzuschalten. Oder der Kassiererin das Geld so zu geben, dass sie für das Wechselgeld des nächsten Kunden alles gleich passend in der Hand hat. Jens
Nein. Die Aufnahme zu "TAQSIM (für Gitarre)" wurde in der historischen Doppelkapelle St. Klemens in Bonn / Schwarzrheindorf gemacht. Eigentlich ist dieser Raum wegen seiner Überhalligkeit für Aufnahmen nicht geeignet. Trotzdem oder deshalb kam dieser Raum den Vorstellungen des Interpreten entgegen: "Eine Kirche mit einer Gitarre darin". Inspiriert wurde diese Klangvorstellung von den Felsenkirchen, wie man sie in der Türkei findet. Mikrofoniert wurde ausschließlich mit der SCHOEPS Kugelfläche KFM6, die mit nur etwa einem Meter Abstand direkt vor der Gitarre stand. Das Ergebnis ist natürlich "ein wenig speziell" und nicht unbedingt das, was man gewöhnlich von einer Gitarrenaufnahme erwartet, entspricht aber völlig den Vorstellungen des Interpreten. Wer es sich unbedingt anhören möchte, findet unten einen Link, von wo man sich die CD als RM-Files anhören kann. Die Qualität habe ich jedoch nicht überprüft, da ich den entsprechenden Player nicht installiert habe - wozu auch, hier liegt das Original.
Die Datenrate dieser herunterladbaren Files erlaubt keine Beurteilung der Qualität. Von der Aufnahme bekommt man aber so ungefähr mit, in welche Richtung das geht... wirklich sehr speziell! Ich bin Fan von so einer Musik, die ja auf besondere Art am Mainstream vorbeigeht, jedoch hätte ich Probleme, eine Tonkonserve daraus herzustellen, denn den 'Kunstmoment' während der Performance vermag man nicht so ohne weiteres durch eine Schallaufzeichnug einzufangen, besonders gilt das oft für zeitgenössischer Musik. Wenn es einem gelingt, dass dem Künstler das Ergebnis gefällt und es seiner Klangvorstellung entspricht, kann man sich freuen. Auf mich persönlich bezogen bedeutet das: ich würde mich in dem Konzert wohlfühlen, jedoch nicht beim Anhören dieser CD in meinem Wohnzimmer. (...das war jetzt meine subjektive Meinung, die nichts mit der Qualität der Aufnahme zu tun hat, vielmehr mit der Begrenztheit des Audiomediums)