Aussteuerung - Philosophische Frage

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Antwort#21
Hallo Stefan!
Die Datenrate dieser herunterladbaren Files erlaubt keine Beurteilung ...
bekommt man ... mit, in welche Richtung das geht - wirklich sehr speziell!
jedoch hätte ich Probleme, eine Tonkonserve daraus herzustellen, denn
den 'Kunstmoment' während der Performance vermag man nicht so ohne
weiteres durch eine Schallaufzeichnug einzufangen ...
... besonders gilt das oft für zeitgenössischer Musik.
Wenn es einem gelingt, dass dem Künstler das Ergebnis gefällt
Das hatte ich befürchtet und liegt nicht in meiner Verantwortung. Aber die
CD soll schließlich nicht 'runtergeladen, sondern gekauft werden.
Ich bin überhaupt erstaunt, alle Tracks als Demo hören zu können. Dieser
Internet-Verkäufer aus dem geposteten Link ist der einzige, der "Hörproben"
von der CD anbietet.
Angesichts des zu beachtenden Copyrights bin ich nicht undankbar, daß der
Händler herunterladbare Dateien anbietet. Damit kann ich als Referenz auch
auf diesen Link verweisen - sollte ich auf einer Internetseite so etwas anbieten
wollen. Selbst bei von den Musikern mir eingeräumten "Verwertungsrechten"
unterliegen die meisten meiner Aufnahmen dem Urheberrecht der Komponisten
oder Bearbeiter.
Ich hatte es angedroht. ;-)
Ab hier kann ich Dir nicht ganz folgen.
Ursprünglich als Improvisation angelegt, entwickelte sich das Werk zu einem
durchkomponierten Stück, das nichts mit einer Performance gemein hat.
Und so wird man das Stück in keinem Konzert hören können, denn kein Saal
bietet die Akustik jener Kirche. Selbst am Aufnahmeort als Konzert gegeben,
wird die "Aura" jener Aufnahme so nicht zu erleben sein. Diese Aufnahme ist
als Produktion (das ist _kein_ Mitschnitt) in ihrer Art als "Gesamtkonzept" zu
betrachten. Es war reiner Zufall, daß wir bei der Suche nach dem geeigneten
Ort für diese Aufnahme auf jene Kirche gestoßen sind.
Performance spielt im Bereich zeitgenössischer Musik zwar eine wichtigere Rolle
als in der "Klassik". Trotzdem möchte ich "Performence" und "zeitgenössische
Musik" nicht in einen Topf geworfen wissen.
Zum Kennenlernen höre ich "Moderne E-Musik" eigentlich lieber von Konserve
als daß ich im Konzert mit mir bis dato unbekannten Stücken konfrontiert werde.
(Dies gilt auch für die "serielle Musik".) Oft eröffnet sich (mir) ein Stück erst nach
mehrmaligem Hören.
Daß ein Tonträger, abgemischt auf zwei Kanäle, manches nicht wiedergeben kann
- es sei an im Raum verteilte Ensemblemitglieder gedacht - liegt in der Natur der
Sache. Aber diese Einschränkungen haben wir schon bei Orchestern, die mittels
Tonträger in ein Wohnzimmer verlagert werden.
Nicht nur dem Interpreten. Ich habe im Rahmen seiner Konzerte Leute kennen
gelernt, die von dieser unorthodoxen Aufnahme begeistert waren.
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Antwort#22
...dann sollte ich am besten doch mal die CD-Aufnahme vom Original hören.
Ich glaube, Du hast schon verstanden, was ich eigentlich sagen wollte, was ich in Bezug auf zeitgenössische Musik meine (und halt selber schon erfahren habe.), auch wenn meine Formulierung da wohl etwas wirr ist :)
Mir ging es da auch eher um die Philosophie, als um den technischen Aspekt und dass mir 2 Audiokanäle oft zu wenig sind, mir das visuelle fehlt und... überhaupt... Wenn mir oft ein Konzert viel lieber ist, als das, was ich an Aufzeichnungen solcher Events kenne, gibt mir das einfach zu denken und ich frage mich immer, ob mein Tun, nämlich eine Konserve davon herzustellen, jemals meinem wirklichen Anspruch genügt.
Aber sehen wir eine CD Aufnahme als eigenständiges Kunstprodukt, selbst, wenn es sich um einen Konzertmitschnitt handelt. Nur dann kann man mit dem Mangel des Mediums leben. Anders gehts nicht.
Um wieder zum ursprünglichen Thema zu kommen: Kaum ein Wohnraum, verfügt über so gute Abhörbedingungen, dass man auf jeden Fall auf eine Dynamikkompression verzichten könnte, die Frage ist immer nur, wieviel vertretbar ist. Was den absoluten Pegel angeht, habe ich nichts dagegen, als Muskikkonsument, mir manuell die Lautstärke einzustellen, die mir grad passt. Das sollte dann innerhalb einer CD konsistent sein, mehr erwarte ich nicht. (Auch keinen Referenzton zum Einpegeln am Beginn jeder CD :-)
Gruss
Stefan
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Antwort#23
...dann sollte ich am besten doch mal die CD-Aufnahme vom Original hören.
Wenn mir oft ein Konzert viel lieber ist, ...
ob mein Tun, nämlich eine Konserve davon herzustellen,
jemals meinem wirklichen Anspruch genügt.
sehen wir eine CD Aufnahme als eigenständiges Kunstprodukt
Kaum ein Wohnraum, verfügt über so gute Abhörbedingungen, dass man auf
jeden Fall auf eine Dynamikkompression verzichten könnte, die Frage ist
immer nur, wieviel vertretbar ist.
Wenn Du die Aufnahme(qualität) als solche hineinschnuppern möchtest, kann ich Dir bestimmt einen Ausschnitt per @mail oder als Link darauf zusenden.
Sofern ich mit einem Stück bereits vertraut bin, bestimmt gerne.
Das ist eine allgegenwärtige Grundsatzfrage.
Die stellt sich schon beim Schnitt, wo ich dazu neíge, eine Perfektion an den Tag zu legen, bei der mir andere unterstellen, die Flöhe husten zu hören.
Als etwas anderes kann ich sie nicht sehen. Daß man einen Klangkörper nicht von einem Saal in ein Wohnzimmer portiert bekommt, zwingt dazu, "etwas draus zu machen" - nämlich ein künstliches Produkt oder eben - so klingt's vielleicht schöner - ein Kunstprodukt.
Die Frage ist falsch gestellt. Richtig lautet sie:
Welcher Dynamikumfang ist in einem Wohnraum darstellbar?
Die Kunst ist, das Ausgangsmaterail diesem Dynamikbereich anzupassen.
Die Vorgaben vom (öffentlich-rechtlichen) Rundfunk sind schon recht vernünftig gewählt.
40 dB Dynamikumfang ist zum einen das, was terrestrisch in der erforderlichen Qualität zu empfangen ist (technisch möglich ist ein Störabstand von ca. 50 - 60 dB), zum anderen aber auch durch die Situation in gewöhnlichen Wohnungen realisierbar ist: Grundgeräusche, Schalldämmung zur Nachbarwohnung. Bei einer angenommenen Schalldämmung der Wände von 40 dB ist damit das musikalische Störgeräusch aus der Nachbarwohnung etwa so laut wie der Umweltgeräuschpegel.
Zurückkommend zu besagter Gitarrenaufnahme:
Da ich mit meinen damaligen Möglichkeiten einige kniffelige Stellen nicht mehr selber habe schneiden können, ist die Aufnahme zur Fertigstellung weiter gegeben worden. Ich habe nicht überprüft, in wie weit die Dynamik der Aufnahme in der Endbearbeitung (hoffentlich) eingeengt wurde.
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Antwort#24
Ich habe mich bisher aus dem Thread rausgehalten, weil ich mal eingie Auffassungen abwarten wollte.

Ich sehe die Sache so:
Solange aufeinanderfolgende Tracks keine direkte dramaturgische Beziehung zueinander haben, sehe ich keine Veranlassung, die Aussteuerungsreserve nicht voll auszuschöpfen.
Wenn natürlich wie z.B. bei einer Oratorienaufnahme ein Rezitativ direkt auf einen Chor folgt der Fortissimo endet, dann muß die natürliche Dynamik erhalten bleiben.
Andererseits sollte man bei der Gestaltung eines jeden Tonträgers darauf achten, daß die aufeinanderfolgenden Tracks einigermaßen "stilistisch logisch" sind. Ein Cembalosolo auf das Fortissimo einer endenden Mahler-Sinfonie ist nicht gerade eine gestalterische Meisterleistung - wird bestimmt auch keiner machen.
Ansonsten würde ich ein Cembalo-Solo durchaus auch voll aussteuern. Warum denn
Auflösung und Wortbreite verschenken ?
MfG
Rainer
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Antwort#25
Ob das alles so stimmt, was in den Booklets steht?
Von der Bewertung der Aufnahme enttäuscht mich.
Nur drei Punkte, obwohl der Herr u.a. anmerkt:
"Das Stück klingt bis ins Nichts aus und trotzdem hat
man das Gefühl, man hört noch etwas - beeindruckend!"
Einen solchen Effekt eingefangen zu haben
- darauf bin ich schon ein wenig stolz.


Gitarrenaufnahme - was die Herren Musikkritiker dazu sagen
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