Deesser, Englisches "th"

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich sitze gerade vor einer Aufnahme eine Punkroch-Band. Leider hat ein Backgroundsänger keine tolle englische Ausspache. Er konnte einfach das Englische "th" nicht ordendlich aussprechen. Es klingt halt sehr nach einem deutschen "s" (wie bei "Susannen"). Ich habe bei den Aufnahmen mehrfach versucht ihm das klar zu machen, hat aber nichts gebracht.
Klar kann ich die Aufnahmen auch so lassen, das Problem liegt ja nicht bei mir sondern bei dem Sänger. Aber die Aufnahmen sind an sich recht gut und ich finde es etwas schade, wenn sie darunter leiden.
Meine erster Versuch war einfach den Leadsänger zu doppel. Ich hatte Ihn in weiser Voraussicht die Backgroundstimme zusätzlich einsingen lassen. Aber der Band fiel es beim hören des ersten Rough-Mix sofort auf.
Meine Fage wäre: Kann man diesen "Sprachfehler" evt. durche einen geschickt eingestellten Deesser etwas mildern? Oder habt ihr noch andere Ideen?
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Antwort#2
Meine Fage wäre: Kann man diesen "Sprachfehler" evtl. durch einen geschickt eingestellten Deesser etwas mildern? Oder habt ihr noch andere Ideen?
Ein Deesser kann aus jedem scharfen "s" ein schönes "th" machen. Umgekehrt kann er es leider noch nicht machen.
Es soll jetzt gute PlugIns für oder gegen Sprachfehler geben. Auch welche, die aus deutsch-englischer Aussprache automatisch schönstes Queens-English machen, aber auch George-Bush-Texanisch soll drin sein. Diese Plugins sind gleich zu kombinieren mit Auto-Tune.
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Antwort#3
Es soll jetzt gute PlugIns für oder gegen Sprachfehler geben. Auch welche, die aus deutsch-englischer Aussprache automatisch schönstes Queens-English machen, aber auch George-Bush-Texanisch soll drin sein. Diese Plugins sind gleich zu kombinieren mit Auto-Tune.
Was soll eigentlich schon wieder diese blöde Polemik?
Der OT hat ein Problem und will wissen wie man das Beheben kann und du antwortest sinngemäß "wenn du ein Profi wärest, hättest du das Problem gar nicht". Was allerdings beweisst, dass du kein Profi sein kannst, denn gemäß der Regel "alles was schief gehen kann, geht auch mal schief" müsstest du früher oder später auch mit jedem Problem konfrontiert gewesen sein, wie es auch Amateure sind.
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Antwort#4
Mehrere Möglichkeiten.
1. Doppelt der Backgroundsänger nur den Gesang des Hauptsängers, ist also von der Hauptstimme ein deutliches "th" zu hören, dann kann es reichen dass neviges "SSS" vom Backgroundsänger abzusenken. Z.B. über absenken der Höhen oder des Pegels per Automation. Deessser für ein einfaches "SSS" ist nicht so selektiv.
Aber man könnte beim Editieren das originale "SSS" mit Deesser zum dumpferen "th" bearbeiten und dann Variante zwei anwenden.
2. Ersetten des "SSS" durch ein "th". Am besten durch ein "th" was der Backgroundsänger zufällig mal hinbekommen hat. Notfalls schon beim Aufnehmen genau dafür schon mal mindestens ein "th" hinbekommen lassen.
Ein korrektes "th" von Haupssänger nehmen und bearbeiten damit Sound ungefähr hinkommt.
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Antwort#6
Durch geschicktes Schneiden kann man das auch abschwächen, vorsicht vor Audio-Knacksern, aber wenn's leise ist (Background) sollte es dann nicht mehr zu hören sein.


http://www.sirencircle.de
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Antwort#7
Ich verstehe Deinen Einwand, doch richtet er sich wohl nicht an den Producer, denn der ist hier ja bemüht, nicht seine Aufnahmefehler wegzubügeln, wie manch anderer, der hier fragt, sondern er möchte mit Mixtechnik die Unzulänglichkeiten des Musikers kompensieren, was sehr löblich ist.
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Antwort#8
Das einzige, was man tun kann um wirklich effektiv zu einem huten mix zu kommen, ist das s wirklich wegzueliminieren, so gut es geht und ein "th" drüberzuschneiden. Probe mit ihm einen solchen Laut und lass' ihn den einsprechen, oder mach es selber. Du könntest Dir die Vokalspur schnappen, den De-Esser drübejagen, dann die zweite, diekrete "th"-Spur relativ laut drüberlegen und nochmal mit einem schnellen Kompressor bearbeiten.
Vielleicht gelingt es ja auch mit einer unendlichen th-Spur über side chain triggering. Das wäre daan so ein plugin.
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Antwort#9
Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang aufdrängt:
Sollte das (Un-)Vermögen eines Musikers dokumentiert werden oder muß man dem
Endkunden ( = Plattenkäufer ) das musikalisch Bestmögliche oder Machbare bieten?
Ich bezweifele, ob es immer sinnvoll ist, einem Hörer mit einer solchen Aufnahme
vorzugaukeln, daß der Künstler sei so gut ist wie er auf der Aufnahme scheint. Ich habe
dabei immer das Gefühl, Mogelpackungen zu produzieren.
Andererseits habe ich (natürlich) den Ehrgeiz, zum Schluß "Musik" abzuliefern.
Aber wenn ich hier aktuell über einem Stück sitze, wo der Interpret es nicht schafft, in
fünf Einspielungen eine einfachste Phrase als Einleitung (eine Melodie ohne Begleitung in
Ganzen Noten über vier Takte) in einem Bogen zu gestalten, habe ich beim Schnitt schon
das Gefühl, zu weit zu gehen, wenn ich diesen fehlenden Bogen (nach-)gestalte.
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Antwort#10
Kann man so sehen, ja. Allerdings sind die Tonschaffenden ja nicht diejenigen, die objektiv eine Leistung eines Künstlers in den internationalen Kontext zu stellen haben. Diese Aspekte diskutiere ich mit dem Künstler selber aus und überlasse es ihm, eine "Mogelpackung" zu erzeugen. Bei CD-Produktionen ist heute sowieso jedem Kunden klar, daß er nur das Beste aus geschnippelten Passagen zu hören bekommt und das alles mehr oder weniger gefummelt ist.
Letztlich wirst Du das mischen, was der Kunde haben will, so wie ein Werbefilmstudio das abdrehen wird, was der Kunde haben will. Sieh Dir mal die aktuellen Werbeversprechen von Autos, Flugreisen und Investmentfonds an. Sind das realitätsnahe Darstellungen dessen, was der Kunde erwarten kann?
Wer der Kunde eine Musik-CD kauft und daraufhin ins Livekonzert geht und von den Darbietungen enttäuscht ist, so ist das das Problem des Musikers :-) Wehe aber es ist auf der CD was drauf, was man hätte wegmachen können ...
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Antwort#11
Bei CD-Produktionen ist heute sowieso jedem Kunden klar, daß er nur das Beste aus geschnippelten Passagen zu hören bekommt und das alles mehr oder weniger gefummelt ist.
Daraus ist aber heute schon eine Erwartungshaltung geworden.
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Antwort#12
Eben!- und auch klanglich es es nunmal so, daß man häufig zu hören bekommt "das klingt aber nicht so wie die CD von XYZ". Am Ende muss man halt das mixen, was gefragt ist.
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Antwort#13
Danke für die vielen guten Ideen.
Schön dass (bis auf ein Posting) alle meine Frage auch ernst genommen haben. Das gibt mir wieder Vertrauen in dieses Forum.
P.s.: Es gibt hier mehrere "Lars" im Forum, ich werde mich doch mal als Stammposter anmelden.
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