Darf ich vorab die Frage stellen, was Sie mit Ihrer Klavieraufnahme beabsichtigen?
Möchten Sie eine DemoCD für Veranstalter als Werbematerial erstellen oder planen Sie den kommerziellen Verkauf über eine Plattenfirma?
Im letzteren Fall führt meines Erachtens kein Weg daran vorbei, einen geeigneten (!) Saal (mit einem Flügel, der Ihren Vorstellungen entspricht), zu finden. Eine Grundfläche von 80 m² mit einer Deckenhöhe von 3 m macht _keinen_ geeigneten Raum.
Gegebenenfalls wäre ein Flügel hinzu zu mieten.
Womit wir beim nächsten Problem wären. Einem Flügel "auf Bestellung" kann man leider nicht ansehen, in welchem Zustand das Instrument ist. Ich hatte einmal einen neuen Steinway D, der nicht intoniert war und bei einigen Tönen schepperte.
Daß Flügelspeditionen gerne Probleme bei der Montage der Lyra haben und Vermieter auch mal die Schrauben für Lyra oder Beine vergessen beizupacken, sollte bei der zeitlichen Planung berücksichtigt werden. Instrumente, die in der Lagerhalle vor dem Transport gestimmt wurden, sind mesit nicht einmal für Konzerte zu gebrauchen.
Bei der Auswahl des Leihflügels ist in jedem Fall ein Blick auf die Seriösität und Zuverlässigkeit des Händlers zu achten. Discounter kommen keinesfalls in Frage, ebenso wie eine Firma, die in der Lagerhalle stimmt und keine Kapazitäten frei hat, einen Klavierbauer zur Nachstimmung zu schicken.
Exemplarisch die Kosten eines Kölner Blüthner-Händlers für Vermietungen in Köln
(Wahrscheinlich nicht mehr aktuell, zzgl. MwSt):
400 ? Blüthner Modell 1 (280 cm) für drei Tage
100 ? jeder weitere Tag
600 ? Transport
Die Kosten für den Aufnahmeraum können - je nach Betreiber oder Eigentümer - sehr unterschiedlich ausfallen. Mit viel Glück kann man den Raum kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, mit viel Pech ist der Raum um einiges teuerer als ein geliehener Flügel.
Zu beachten: Manche Vermieter stellen die Nutzung des Instrumentes in Rechnung. Auch da habe ich schon erlebt, daß ein geliehener Flügel preiswerter ist als das Instrument des Hauses.
In jedem Fall sollte ein Klavierstimmer (oder besser Klavierbauer) das Instrument täglich stimmen und für Nachstimmungen während der Aufnahmetage verfügbar sein.
Zu den Kosten der Produktion sei noch auf eine Diskussion verwiesen, die kürzlich in diesem Forum statt fand. Dort mag man zumindest einen Anhaltspunkt erhalten:
http://f11.parsimony.net/cgi-bin/topic-thread.cgi?Nummer=16949&Phase=Phase1&ThreadNummer=41346