Welche Wattzahl?

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich würde gerne wissen, ob es eine Art Formel oder Guideline gibt, welche die Wattzahl zum Publikum gibt. Also beispielsweise, wenn man eine Veranstaltung mit 500 Leute hat (Oktoberfest) welche Lautsprecher mit welcher Wattzahl ist empfehlenswert?
Gruss
Rene
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Antwort#2
'Wattzahl' - ist, wie das vom Wort her klingt, vermutlich eine einheitenlose Grösse, und ehrlich gesagt, mir ziemlich unbekannt.
Es bedarf hier schon noch etwas mehr Infos: geht es um Belastbarkeit, um Leistung, oder was?
Frag doch mal im PA-Forum
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Antwort#3
Hallo,
ist denn die gewünschte Lautstärke auf allen Veranstaltungen gleich? Redner, Diskussionplenum, Schlager, R´n´R, Metal, ...
Außerdem ist die notwendige "Wattzahl", also die Leistung, natürlich auch vom Wirkungsgrad der Lautsprecher abhängig. Viele preiswerte Lautsprecher haben zwar viel Watt, aber kaum Wirkungsgrad. Es gibt aber auch Lautsprecher, die mit wenig "Watt" viel "Lautstärke" machen. Und dann gibt´s noch Räume, die viel Schall schlucken, andere sind halt lauter.
Eine einheitliche Angabe von "Watt/Person" kann es also nicht geben.
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#4
Wattzahl macht aus einem ganz einfachen Grund keinen Sinn:
Wegen der unterschiedlichen Sensitivity-Werte der Lautsprecher.
Nimm' einen hochwertigen Beschallungslautsprecher, der schafft bis zu 115dBSPL-LIN/W/m.
Nimm' eine Billigbox: ca. 98dB/w/m
Diese 17 dB Unterschied sind eine *enorme* Leistungsdifferenz.
Solche Watt/Person angaben sind aus Uralt-Zeiten und machen keinen Sinn. Mir wäre z.B. verzerrungsfreie Anlage über den gesamten Frequenzbereich mit xxx dBSPL-LIN mit zusätzlichen 10dB Headroom und gleichmäßiger Beschallung über den gesamten Publikumsbereich (+-3dB) viel lieber... - ich denke, diese Angabe ist aus zeitgemäßer.
Grüße,
Hermann
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Antwort#5
Naja, man könnte eine quadratische Aufstellung der Zuschauer annehmen, 30% hinzuaddieren, so die Entfernung des letzten Mohikaners bestimmen, der noch Schall haben will und so die Schallleistung an dessen Ort festlegen. Über einen minimalen Wirkungsgrad eines Lautsprechers käme man auf die Leistung. Reflexionen in Räumen blieben ausser Acht, obwohl förderlich.
Damit käme man aber sicher zu einer eher überdimensionieren Anlage, was Frontbeschallung angeht.
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Antwort#6
"Nimm' einen hochwertigen Beschallungslautsprecher, der schafft bis zu 115dBSPL-LIN/W/m. Nimm' eine Billigbox: ca. 98dB/w/m"
... und glaube nicht alles, was Dir die Hersteller der "hochwertigen" Beschallungslautsprecher erzählen.
115 dB / 1 Watt / 1 Meter in Halfspace, Fullspace, Freifeld oder sonstwas schafft praktisch KEIN auf dem Markt befindlicher Lautsprecher breitbandig. Maximal die Hochtontreiber können da mithalten, auch mit Bandpass, Hörnern o.ä. läßt sich mit der "Pappe" genannter Wirkungsgrad nicht annährend erreichen.
Fröhliche Diskussion.
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Antwort#7
Billigbox mit 98 dB/(W*m) ??
Das war wohl ein Mißverständnis, billige Boxen schaffen im Ach un Krach 85-88 dB/(W*m). Oft werden die Werte sogar pro Referenzspannung von 2,828 Volt angegeben, was bei 8 Ohm 1 Watt bedeutet und dieser Referenz wird dann bei 4 Ohm Lautsprechern angegeben weils dann nach Mehr klingt. Der Leistungwirkungsgrad liegt dann noch um 50% darunter. Lautsprecher mit 100-110 dB Wirkungsgrad gibt es schon, das sind dann riesige Basshorn-Stacks, wie man sie bei ehemaligen Pink Floyd Konzerten findet. Der Stack dient dann dazu um den Stahlungswirkungsgrad bei tiefen Frequenzen anzuheben, so daß dann auch bei 40 Hz Wirkungsgrade von 110 dB erreicht werden können. Das setzt aber schon mächtige Treiber mit Q-Faktoren um die 0.1 vorraus. Diese Treiber haben aufgrund der hohen Dämpfung praktisch keine messbare Resonanzfrequenz mehr, so daß der Membranhub über den ganzen Übertragungsbereich konstant ist. Ohne eine optimale akustische Impedanzanpassung über die Hornflächen würde keine tiefen Frequenzer mehr abgestrahlt werden können.
Gruß
Erdie
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Antwort#8
Moin...
"Damit käme man aber sicher zu einer eher überdimensionieren Anlage, was Frontbeschallung angeht."
...was aber sicher kein Nachteil ist. Jedenfalls besser als eine zu knapp dimensionierte. Man wird ohnehin eine (mobile) Anlage nie im Vorfeld exakt richtig auslegen können, weil zu viele Unbekannte im Spiel sind. Daher besser etwas Reserve einplanen...
Oft taucht in Ridern die Anforderung auf, die Anlage solle 100 oder 110dB SPL unverzerrt am FOH leisten können. Nicht misszuverstehen: Diese Leistung schließt eine gute Reserve mit ein, solcher Pegel wird während der VA sicher nicht gefahren.
Eine andere "Faustformel", die oft genannt wird, sind ca. 2kW je Seite pro 500 Personen. Natürlich spielt - wie schon gesagt - der Wirkungsgrad eine große Rolle, aber bei den für Standard-PAs üblichen rund 98...100dB/W/m kommt man damit gut hin, solange der Abstand zur letzten Reihe nicht zu groß wird. Irgendwann muss man ohnehin über Delay-Lines nachdenken.
Jens
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Antwort#9
Ja, ihr habt ja recht - ich denke auch, dass viele Angaben fake sind, aber die Relationen zwischen Qualität und Nicht-Qualität stimmen in etwa - darum ging es mir primär. Ich habe beim Schreiben schon selbst daran gedacht, dass (witzigerweise) auch die "hochwertigen" Hersteller Angaben alá "P.M.P.O." machen.
Wenn ich z.B. daran denke, dass *ein* d&b Q1-Topteil, das 2x10" und 1x1,4" bestückt ist und als Direktstrahler arbeitet (täusche ich mich da?) mit 135dB-SPL (Pink noise, CF 4) angegeben wird, so kann ich mich nur fragen:
A) Wie hoch ist der zweistellige Verzerrungsgrad oder
B) wie lange dauert es, bis der brutale Limiter im D12 (der als RMS-Limiter bei "zu hohen Pegeln" von 81,3V auf sage und schreibe 30,7V herunterregelt!) eingreift? Es dauert ungefähr 3-4 Sekunden...
Eine 2x10" Box ist doch keine Wunderbox. Ich habe zum Spaß den D12 mal händisch ausgemessen.
Das Ergebnis seht ihr in dem Diagramm, auf das ich den Link gesetzt habe. Also, von "ehrlich" kann man da natürlich nicht sprechen. Man sieht, dass bei jedem Lautsprecher die Proportionen von Input zu Output unterschiedlich sind...
Zur Verteidigung muss man sagen: Die Anlage klingt (trotzdem) sehr, sehr gut! - Die Mädls&Jungs wissen schon, was sie tun...
Übrigens, wie schon erwähnt: Der "brutale" RMS Limiter reißt über der Ausgangsspannung von ca. 52V knallhart auf 30,7V runter, nach ca. 3 Sekunden bei Sinussignal (ich weiß, praxisfremd - aber für's Messen braucht man eine Grundlage). Also Achtung - wie bei allen Controllergesteuerten Anlagen: Genaue Obacht, ab wann der Controller den Sound kaputt macht!
Ich habe den "gelben" RMS Limiter der d&b D12 Amps bei Sinussignal für Q1-Einstellung bei -18,5dBFS (resp. +8,5dBu) und bei QSub bereits bei -22,0dBFS (resp. +5dBu) angehen sehen. Wenn man nun davon ausgeht, dass einige Pulte bei ihren Anzeigen "0dB" als +4dBu verstehen ist Vorsicht geboten!
Man sieht im Diagramm: Der QSub steigt viel schneller im Ausgangs-Pegel an als die Tops!
Ich übernehme keine Haftung für die Daten meiner Messungen und möglichweise habe ich sie auch "falsch" gemacht. Zumindest nach meinem besten Wissen. Dies möchte ich hier nur als rechtliche Absicherung dazuschreiben, damit ich keine Rufschädigungs-Klage am Hals habe... (wie gesagt, ich arbeite gerne mit d&b Q)
Viele Grüße,
Hermann


d&b D12 Messung als Diagramm
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Antwort#10
Hi,
nun ja, mein 2445 kommt nach Herstellerangaben mit dem 60*40Grad Horn auf deutlich mehr als 110dB - und das ist einer der wirkungsgradstärksten Systeme auf dem Markt, dass mir bekannt ist und sogar ab 800Hz eingesetzt werden kann.
Bezüglich des Einflusses des Wirkungsgrades sei gesagt, dass dieser enorm ist. der besagte 2445J hat ab 800Hz eingesetzt nur 50W RMS und läuft als aktiver Mid-High-Part in einer Anlage mit 1kW problemlos - er war vermutlich noch nie auf Nennleistung. Natürlich wusste ich vorher, dass +-10dB eine Leistungsverdopplung-/halbierung ist. Geglaubt habe ich das aber erst später.
Viele Grüße
Wolfgang
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Antwort#11
Na endlich !
2x2kw/500Personen als Faustregel finde ich als guten Anhaltspunkt.
Je nach Musikrichtung und/oder Indoor kommt man zur Not auch mit weniger aus.
Gruß Zifko
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Antwort#12
Zifko, sei nicht zu glücklich über die Faustregel von "2 x 2kW / 500 Personen" für die Lautsprecherleistung.
Die Regel ist nur besser als nichts. Aber mehr ist sie nicht wert.
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Antwort#13
Moin...
"Die Regel ist nur besser als nichts."
...deswegen heißt so etwas "Faustregel"
"Aber mehr ist sie nicht wert."
Inwiefern? Wer z.B. mit einer 2*2kW K&F, Meyer, etc. nicht in der Lage ist, einen 500-Personen-Club zu beschallen, macht etwas grundlegend falsch. Gleiches gilt für 2*8kW und 2000 Leute. Dass sich das nicht beliebig nach oben fortsetzen lässt, sollte klar sein (ich sprach ja schon von den Abständen und Delay-Lines).
Es geht doch bei so einer Faustformel um eine Angabe, mit der man auf jeden Fall auf der sicheren Seite steht (und das tut man mit der Angabe, unter der Nebenbedingung, dass übliche "Marken"-Systeme - Mittelklasse aufwärts - verwendet werden), ohne gleich völlig überdimensioniert zu planen (darunter würde ich z.B. verstehen, etliche kW für eine Eckkneipe zu buchen)...
Jens
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