Hallo Jürgen und Hallo Erdie,
ein Grenzflächenmikrofon ist nicht wie ein normaler Druckempfänger zu betrachten, sondern nur zusammen mit seiner Platte als Grenzfläche, die noch auf einer weiteren Wirkfläche aufliegt.
In einem Grenzflächenmikrofon hat ein ganz "normaler" Druckempfänger zu sein, wobei einem klar sein muss, dass das ein Mikrofon ist, was in der 0°-Schalleinfallsrichtung eine schöne Anhebung in den Höhen hat. Man sollte wissen, dass dieses heute mit Diffusfeldfrequenzgang bezeichnete Verhalten dieser Mikrofone von "Natur aus" so ist, siehe die alte Neumann-Flasche. Dagegen ist der Freifeldfrequenzgang mit den "weggebügelten" Höhen ein zu späterer Zeit hinzugezüchteter künstlicher (!) Frequenzgang.
In der Abbildung oben sieht man an der gestrichelten Linie, wie der angehobene Peak des "Diffusfeld-Frequenzgangs" sich zu einem geraden Frequenzgang nach unten formt. Je nach dem, wie groß die Nutzfläche ist, kann der gerade Frequenzgang als Druckstau bis zu tiefen Frequenzen runter gezogen werden. Also Druckstau auf der ganzen Linie!
Wer ein freifeld-entzerrtes Mikrofon mit Kugelcharakteristik zum Grenzflächenmikrofon umfunktioniert, bekommt keinen geraden Frequenzgang. Den braucht man ja auch nicht immer. Nur wissen sollte man, was da als Druckstau passiert.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik