Live-Sound

Erstellt 5 Antworten6 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
ich nehme diese Wochenende eine Band in Ihrem Proberaum auf.
Ich weiß, dass ist nicht ideal und es wird ein Sprung ins kalte Wasser. Aber es ist nunmal nicht anders möglich. Das einzige was ich weiß, ist das der Raum relativ groß sein soll. Ein Proberaummitschnitt, den ich von der Band erhalten habe, klang sogar besser als ich erwartet hätte.
Nun wünscht sich die Band keine Hochglanz Produktion, sondern einen ehrlichen rohen Sound. Möglichst viel live eingespielt, möglichst wenig Overdubs.
Ich dachte mir also, dass ich (falls der Raum halbwegs klingt) neben der normalen close-Mikrofonierung evt. auch ein Raummikro aufstelle. Dazu meine Frage.
Was würdet Ihr empfehlen: Ich schwanke zwischen Blümlein, AB und Grenzflächen. Meine größte Sorge: Ich kann die Band höchst wahrscheinlich nicht in normaler Bandaufstellung spielen lassen, da das für eine Aufnahme vermutlich zuviel Übersprechungen verursacht.Sprich, das Stereobild auf dem Raummikro ist eventuell nicht so wie gewünscht. Macht dann ein Raummikro überhaupt noch Sinn?
Ich denke eigentlich "Ja", weil ich dann etwas diffuse "Athmo" hinzumischen kann (was für die Blümlein-Aufstellung sprechen würde). Wie denkt Ihr darüber?
Gruß,
Lars
P.s.: Stil der Band: Sehr funkig angehauchter Rock/Pop
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Antwort#2
Hallo,
bin zwart nicht auf dem Rock/Pop-Gebiet zu Hause, möchte aber anmerken, daß eine Blumlein-Anordnung mit 2 gekreuzten Achten eine schwächere Baßübertragung hat als mit 2 Druckempfängern in A/B. Die Folge wird dann sein, daß die Band sich beschwert über zu geringen Baß.
Übrigens noch eine Randbemerkung: Der Erfinder hieß "Blumlein" (wird oft fälschlicherweise mit "ü" geschrieben. Darauf wies J.Wuttke sogar mal auf einer TMT hin). Für die Kritiker: Bitte jetzt nicht wieder einen kilometerlangen Thread aufziehen ob man Blumlein mit u oder ü schreibt.

Grüße
Rainer
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Antwort#3
... zur Unterstuetzung, damit Rainers Wunsch (kein thread ueber 'Umlaut oder kein Umlaut') erfuellte wird, eine kleine Referenz.
(;->)
Micha
===
PS: Ich bekomme kein Geld fuer die Werbung


Buch ueber Alan D Blumlein
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Antwort#4
Moin...
"Die Folge wird dann sein, daß die Band sich beschwert über zu geringen Baß."
Das dürfte eher egal sein, wenn es sich um ein _zusätzliches_ Raummikro handelt. Der Bass bei Rock/Pop kommt direkt über die nah mikrofonierten (bzw. direkt abgenommenen) Instrumente Bass / Bass Drum - ggf. noch je nach Stil E-Gitarre, Piano...
Im Gegenteil: ich würde sogar eine geringere Basswiedergabe eines Raummikros begrüßen (bzw. das Signal in den Tiefen beschneiden), um Auslöschungen entgegenzutreten. Gerade im für den "Druck" wichtigen Bereich um 300-400Hz herum hat man ja sonst gerne mal Probleme, wenn Abstände von Größenordnung 1m im Spiel sind (typisch für einen Proberaum). Bei diesen Frequenzen hat man aber umgekehrt kaum Rauminformation...
Wenn es sich um ein Hauptmikrofon handelte, wäre dein Einwand natürlich berechtigt...
Jens
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Antwort#5
Es gibt hier kein falsch und richtig, alles Geschmacksfrage.
Ich finde aber das Ambience sich am besten mit (zwei) Kugeln realisieren läßt, denn
den meisten Raum bekommt man nun mal mit Kugeln in Laufzeitstereophonie.
Wenn der Raum das nicht hergibt sollte man gleich auf Ambience verzichten.
Grenzflächen sind sicher auch ein interessantes Experimentierfeld. Ausprobieren!
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Antwort#6
Hi -
ich antworte mal als nichtausgebildeter Tontechniker, jedoch Musiker, der regelmäßig Proben- und Gig-Livemitschnitte (8-Spur) macht.
Ambience kriegt man eigentlich immer über das Vocal-Mikro und die Overheads mit rein; würde aber sagen, daß das dem gewünschten Klangbild ("roh", halt dokumentarisch) eher nützt; z.B. hat dann die E-Git gleich Ambience.
Also, ich habe kaum Snare/Toms/HH closemiked, sondern nur 2x OH (ORTF) und 1x Bassdrum. Da die OHs dann das volle Spektrum aufnehmen, fangen sie auch den Raum mit ein.
Die Amps sollten halt rel. leise, oder aber kleine Amps sein.
Das Vocalmic nimmt, sofern die Raumdecke nicht sehr gut bedämpft ist, ne ganze Menge Becken mit auf, deshalb hier vielleicht eher n dynamisches Mic, also SM58 o.ä.
Hab so aber schon schöne Mixes bekommen. Raum schön mit Textilien abhängen. Oder mit alten Sesseln und mit Gummibäumen vollstopfen (macht man als Musiker so, aber es hilft). Dann ist auch das Übersprechen erstaunlich mild, und im günstigen Fall auch so gering, daß man Gesang nochmal overdubben kann.
Michael Koeppen
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