Wieder mal ein Indiz dafür, daß die KM84 klanglich besser eingestuft werden, als die "neuen Brüder" mit der 1 davor: Während neue KM184 recht oft auf EBAY laufen (warum die nur alle ihre Mics wieder loswerden wollen ???) und dabei rund 750-850 per Paar einbringen (bei 1111,- Neupreis) - liegen KM84 locker 10-20% höher- obwohl älter!
Das 17 Jahre alte Paar 84er ist dann schliesslich für 1'417 euro über den ebay-ladentisch gegangen, wie man sieht. leg ich noch 35% drauf bekomme ich nagelneue, äquivalente schallwandler von schoeps. man sollte alte mikrofone hinsichtlich ihrer klanglichen eigenschaften nicht verklären und mystifizieren, denn materialalterungen und umwelteinflüsse sind nicht zu unterschätzen, auch wenn die teile überwiegend im kästchen aufbewahrt wurden. auf jeden fall wären diese neumann-teile hier erstmal ein fall für wartung und service.
Ich denke auch, dass es da eine Überbewertung gibt. Ich habe heuer zwei gebrauchte Paare Schoeps CMC54 bzw. CMC52S gekauft, das Paar für jeweils etwa 1100?. Tendenziell gefallen mir die Schoepse sogar besser als meine KM84, vor allem technisch gibt es eindeutige Vorteile (Rauschen, Ausgangswiderstand, SPL-Belastbarkeit). Hermann
die Alterung der Mikrofonmembranen kann ich nur bestätigen, wenngleich ich davon ausgehe, daß alle Mikrofonhersteller ihre Membranfolien künstlich altern. Ich hatte vor Jahren zu meinen bereits schon ein paar Jahre vorhandenen Neumann KM 86 noch ein weiteres KM 86 hinzugekauft und war überrascht, wie beim direkten Vergleich das neuere viel "voller" klang als die älteren! Von daher betrachte ich die Diskussion ob denn die KM 184 bzw. KM 140 anders klingen als die KM 84 (wie es vielerorts behauptet wird) von vornherein als sehr zweischneidig, weil ja ein KM 140 zwangsläufig "jünger" ist als ein KM 84 und damit der Alterunsprozeß der Membranen nicht vom Anwender berücksichtigt wird.
Dem entsprechend verstehe ich auch nicht die Preise, die für gebrauchte (alte) Mikrofone bei ebay bezahlt werden - ein altes U87 (nicht _Ai_ ! ) geht heute zum damaligen Neupreis weg. Ähnliches kann man bei SCHOEPS beobachten: die alten CMT - Vorgänger der CMC-(Colette)-Serie - erreichen auch fast die Preise gebrauchter Colettes. Mir ist es nicht begreiflich, wieso man für max 30 % Ersparnis gebrauchte Mikrofone kauft ...
Hallo Rainer, das ist der Grund, warum ich mich nicht so sehr für 'echte' Vintage-Mikrofone begeistern kann. Bei einer Generalüberholung können zwar die ursprünglichen Spezifikationen wiederhergestellt und garantiert werden, aber das rechtfertigt oft nicht die zum Teil sehr hohen Gebrauchtmarktpreise. Damit will ich aber nicht sagen, dass ein gutes Kondensatormikrofon eine kurzlebige Investition ist! Zwei bis drei Jahrzehnte etwas hat man sicher etwas davon. Zumindest gilt das für Mikrofone, mit bewährtem analogen Output. Was da so in Zukunft an digitalem auf uns zukommt, mag durchaus auch eine Berechtigung haben, unbestritten ist jedenfalls, dass mit der Digitaltechnik die Produktlebensdauer rapide sinkt. Noch etwas zu den relativ hohen Preisen älterer Neumann Mikrofone: Seitdem die Produktion von Neumann nach Wedemark zu Sennheiser verlagert wurde, profitieren die Mikrofone von einer relativ rationellen und auch kostenreduzierten Fertigung, auch wenn qualifizierte Handarbeit nicht wegzudenken ist. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass das Qualitätsniveau unverändert hervorragend ist, jedoch ist den Produkten zweifellos 'Charme' genommen worden, was als Grund für die Beliebtheit älterer, in Berlin gefertigter Neumänner interpretiert werden kann. Für mich ist das auch ein Indiz, wie sehr elektroakustische Schallwandler mit Emotion behaftet sind. Gruss Stefan