Stereotechnik Im Livebetrieb

Erstellt 43 Antworten44 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
Ich hätte eine Frage ist es Möglich eine Stereotechnik im Livebetrieb zu verwenden?(über Pa)
Wenn ja welche köntet ihr mir für eine Akkustik Gitarre vorstellen?

ich bedanke mich im voraus sehr

Omega
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Antwort#2
Frage: Ist es möglich eine Stereotechnik im Livebetrieb über PA zu verwenden?
Wenn ja welche könntet ihr mir für eine Akkustik-Gitarre vorstellen?

Eine Akustik-Gitarre ist ein Instrument, das seinen schönen Klang an die Luft als Übertragungsmedium abgibt. Die Reflexionen im Raum tragen wesentlich zur Vermischung der abgegebenen Frequenzen und zum allgemeinen Wohlklang bei.
Bei einer Tonaufnahme spielt dieses eine bedeutsame Rolle, was durch eine adequate Mikrofonierung in einem gutklingendem Raum unterstrichen wird. Es gibt wundervolle natürlich klingende Aufnahmen.
Jetzt zur Beschallung (PA = Public Address). Die "Natur-Gitarre" ist nicht zur elektrischen Verstärkung vorgesehen. Wenn dieses doch geschehen soll, dann verändert das völlig den Klang in seiner Frequenzzusammensetzung und seiner Richtungsabstrahlung. Stellt man einen Lautprecher auf, dann wird der Klang punktförmig. Wenn man zwei Lautsprecher aufstellt, dann wird der Klang irgendwie räumlicher. Eine Mikrofonierung dieses Gitarrenklangs ergibt ein Mischmasch aus Lautsprecherklang und Naturklang, wobei viele eigenartige neue Klänge möglich sind, die weitab vom natürlichen Gitarrenklang liegen. Wird das so gewünscht, dann hat man ein großes "Spielfeld" in der Klangmischung vor sich. Spiele einfach mit Lautsprechern und Mikrofonen. Es kommt immer etwas dabei heraus - nur eben kein natürlicher Akustik-Gitarren-Klang.
Da du hierfür ein "Rezept" laut deiner Anfrage wünschst, bitte: Zwei Nierenmikrofone im Abstand von je dichter je besser an das Schall-Loch der Gitarre stellen und auf die PA geben. Diese Mikrofone digital auf zwei Spuren aufnehmen und vielleicht mit etwas künstlichem Hall versehen. Ein Kanal hart nach links pannen, der andere nach rechts und Stereo ist fertig. Mit den Mikrofonen muss man aufstellungsmäßig schon etwas jonglieren.
Das hat zwar nichts mehr mit einem schönen Gitarrenklang zu tun, ist aber die einzige Möglichkeit, wenn man eine PA für eine Open-Air-Großveranstaltung einsetzen muss.
Gruß Jupp
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Antwort#3
Du willst vermutlich deine Akustik-Gitarre nicht aufnehmen, sondern in Stereo dröhnend dem Publikum um die Ohren hauen.
Dann mach das mal so, wie Jupp mailte und gib die Mikrofone links und rechts auf die PA.
Das Publikum wird bei Großveranstaltungen keinen Unterschied zwischen einer Gitarre merken, ob die "in Stereo" oder in Mono von der PA kommt. Bei den großen Entfernungen zwischen den Lautsprechern scheint eh alles nach Laufzeit-Stereo zu klingen. Es befinden sich doch nur wenige Zuhörer genau richtig in der Mitte zwischen den Stereo-Türmen. Nur die würden vielleicht etwas vom Stereoklang haben.
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Antwort#4
Hi,
als Gitarrist sag ich mal: Stereo für Akustikgitarre live ist unpraktikabel, macht niemand.
In kleinen Locations - Club, Kneipe - ist die PA eh nur Mono (oder das Stereo hört man eh nicht) und hier ist auch die Mikroabnahme der Gitarre problematisch; hier ist ein eingebauter Piezo-Abnehmer oder eingebautes (Mono)-Mikro die Wahl
Auf größeren Bühnen, oder bei mehr klassischer Musik (oder Folk oder Flamenco ...) kann man dann schon ein Mikro nehmen; aber zwei? Nicht praktikabel, macht keiner...
Michael Koeppen
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Antwort#5
"Auf größeren Bühnen, oder bei mehr klassischer Musik (oder Folk oder Flamenco ...) kann man dann schon ein Mikro nehmen; aber zwei? Nicht praktikabel, macht keiner..."
Wenn die Akustik-Gitarre mit einem Mikrofon über PA verstärkt immer synthetisch fremdartig klingt, denn können leider auch zwei Mikrofone über Stereo-PA nicht das Geringste im Klang verbessernd ändern.
Ich mag keine elektrisch verstärkte Natur-Gitarre, verstehe aber die manchmal unumgängliche Notwendigkeit dieses tun zu müssen.
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Antwort#6
Moin...
"Ich mag keine elektrisch verstärkte Natur-Gitarre, verstehe aber die manchmal unumgängliche Notwendigkeit dieses tun zu müssen."
Der erste Halbsatz offenbart leider eine etwas unprofessionelle Haltung (genau die Formulierungen wie "synthetisch", "dröhnend um die Ohren hauen") - die zum Glück im zweiten Halbsatz wieder etwas relativiert wird. Was du persönlich magst oder nicht, spielt doch hier überhaupt keine Rolle.
Wenn der Threaderöffner die Notwendigkeit sieht, eine Gitarre verstärken zu müssen, dann wird er einen guten Grund dafür haben. Und in dem Zusammenhang kann jeder, der eine Gitarre am liebsten "in natura" hört, doch froh sein, wenn der Fragesteller sich dazu noch Gedanken macht, anstatt einfach einen Piezopickup zu verwenden und sich um den Klang einen Dreck zu scheren.
Abgesehen davon werden Akustikgitarren verschiedenster Bauart in so vielen Stilen verwendet, dass ohne Kenntnis der Umstände eine Beurteilung des gewünschten Klangs doch gar nicht in Betracht kommt. Im Pop oder Country-Rock will man doch i.d.R. gar nicht den voluminösen Klang einer Solo-Konzertgitarre haben, sondern eher den etwas drahtigen Charakter einer Steelstring-Westerngitarre unterstützen - was mit einem Pickup sehr schön geht.
Des weiteren wage ich die Behauptung, dass für den Klangcharakter der verstärkten Gitarre die Frage "stereo-mono" viel weniger entscheidend ist als vielmehr der Abstand des Mikrofons. Wenn man mit dem Mikro ins Schalloch kriecht, bekommt man natürlich nicht viel mit vom vollen und runden Klang des Resonsnzkörpers, bzw. hat das mit der natürlichen Abstrahlung des Instruments nichts zu tun.
Das, was sich beim Übergang von Mono nach Stereo ändert, ist i.W. der diffuse Raumanteil - es sei denn, man arbeitet darauf hin, die Gitarre so richtig schön im Kopf (also mitten zwischen den Ohren, Korpus links, Hals rechts) zu lokalisieren. Da muss man sich dann als nächstes fargen, ob der Raum (nicht das Instrument) überhaupt geeignet ist, um mitverstärkt zu werden.
Wenn es also feedbackmäßig und vom Übersprechen evtl. vorhandener weiterer Instrumente her möglich ist, mit einem entfernten Mikrofon zu arbeiten, ist das sicher einem halbwegs natürlichen Klang zuträglich. Das wird oft aber nicht gehen.
Stereo macht aber in der Tat live nicht viel Sinn.
Jens
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Antwort#7
Hallo Jens,
Das, was sich beim Übergang von Mono nach Stereo ändert, ist i.W. der diffuse Raumanteil
Warum denn? Dass man 2 Mikrofone z.B. in einer Art Klein-ab verwendet, heisst doch noch lange nicht, dass man unbedingt *mehr* Reflektionen einfängt - sie werden jedoch dann über zwei Lautsprecher verteilt. Die Abbildung der Gitarre kann man sehr einfach durch die Fader des Mischpults bestimmen, ohne dass man nun gross drehen muss etc. mit dem Stereopaar.
Was für mich einziger Störpunkt an 1 Mikrofon in live-Situationen ist, sind die akustischen Kammfiltereffekte beim Ausverstärken, falls das Panpot in der Nähe der Mitte steht. Zugegebenermassen fällt dieses meisst eher selten auf.
Gr.
Dirk
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Antwort#8
Hallo,
wenns denn unbedingt eine Art Stereo sein soll, bietet sich immer noch an, mit einem Mikro oder Pickup und Pseudo- Stereo nach Lauridsen- Schodder zu arbeiten.
Gruß Jörg
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Antwort#9
Moin...
Die Frage ist ja: will man live überhaupt stereo haben? In der Regel würde ich das verneinen, denn es stehen nur wenige Zuschauer im Sweet Spot. Es verbietet sich also eigentlich jede Art der Verteilung von Signalen auf L und R, bei denen (pro Instrument) Pegel und/oder Frequenzgang links und rechts unterschiedlich sind - sonst hört jeder Zuhörer eine andere Mischung.
Wenn es darum geht, diesen wenigen, die günstig stehen, ein bißchen zusätzliches Raumgefühl zu vermitteln, liegst du mit LS natürlich ganz gut, weil es auf beiden Seiten gleiche Verhältnisse schafft und dennoch im Sweet Spot für einen verblüffenden Raumeindruck sorgt.
Sollte aber z.B. Raumhall nicht per Mikrofon eingefangen, sondern künstlich erzeugt werden, genügt es IMHO auch, diesen in Stereo (wie auch immer im Detail erzeugt) auf die PA zu geben, um das Ganze etwas räumlicher klingen zu lassen.
Jens
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Antwort#10
Moin...
"Warum denn? Dass man 2 Mikrofone z.B. in einer Art Klein-ab verwendet, heisst doch noch lange nicht, dass man unbedingt *mehr* Reflektionen einfängt - sie werden jedoch dann über zwei Lautsprecher verteilt."
Genau das meine ich auch. Ich wollte nicht andeuten, dass es mehr oder weniger Raum wird, sondern dass nur der Raumanteil das "Stereogefühl" vermittelt, solange das Direktsignal im Stereocenter abgebildet wird. Und alles andere (Verlagerung eines Instruments auf eine Seite der Stereobasis) möchte man i.d.R. in Livesituationen vermeiden, weil sonst jeder eine andere Mischung hört. Es passen halt nicht alle Hörer in den "sweet spot".
"Was für mich einziger Störpunkt an 1 Mikrofon in live-Situationen ist, sind die akustischen Kammfiltereffekte beim Ausverstärken, falls das Panpot in der Nähe der Mitte steht. Zugegebenermassen fällt dieses meisst eher selten auf."
Erklärst du mir, warum du befürchtest, mit nur einem Mikrofon mehr Kammfiltereffekte zu bekommen als mit zweien? Mit der Argumentation, die ich vermute (Kammfilter durch Überlagerung der von linkem und rechtem LS ausgehenden Wellen) dürfte es keine einzige Stütze und keine Center-Signale (also z.B. Gesang) mehr geben...
Jens
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Antwort#11
Hallo Jens,
dürfte es keine einzige Stütze und keine Center-Signale (also z.B. Gesang) mehr geben...
Genau. Darum mache ich das auch nicht so. Ich mag da zwei Mikros besser.
Gr.
Dirk
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Antwort#12
weils ja bei zwei eng nebeneinanderstehenden Mikros keinen Kammfilter gibt...
Und ich dachte der ORF hätte mit der Leugnung des Kammfiltereffektes bereits die Physik revolutioniert - aber das hier ist ja nun wirklich eine wahre Revolution!
Werft euren Panpot am Mischpult weg - er macht das Signal kaputt!
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Antwort#13
Werft eure Panpots am Mischpult weg - er macht das Signal kaputt!
Es macht das Signal zu einer punktförmigen Mono-Schallquelle.
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Antwort#14
Ebenfalls moin :-),
nun, ich arbeite Live sehr gerne mit Stereoeffekten, einerseits für die Leute im Sweet Spot, andererseits liefert das einen durchsichtigeren Mix, gerade was Textverständlichkeit angeht. Und dem Publikum mal die Toms von rechts und links um die Ohren zu hauen macht ja auch Spaß :-).
Gruß Jörg
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Antwort#15
"Ich mag keine elektrisch verstärkte Natur-Gitarre, verstehe aber die
manchmal unumgängliche Notwendigkeit dieses tun zu müssen."
Der erste Halbsatz offenbart leider eine etwas unprofessionelle Haltung (genau
die Formulierungen wie "synthetisch", "dröhnend um die Ohren hauen") - die
zum Glück im zweiten Halbsatz wieder etwas relativiert wird. Was du persönlich
magst oder nicht, spielt doch hier überhaupt keine Rolle.
Jens scheint vermutlich nie feinfühlende Musiker gehört zu haben, die jammern, weil sie sich nur eine natürlich klingende Verstärkung wünschen und dann mit einem Tonabnehmer anstatt lieblichen Geigenklang eine synthetische aggressive Fiddle zu hören bekamen oder die klassische Gitarre spielenden Musiker, die nur etwas Verstärkung für die Philharmonie wünschten, ohne dass der Klang so stark verfremdet klingt.
Dieses höre ich hier von den Postern angesprochen: Naturinstrumente und einigermaßen natürliche Verstärkung für normale Ohren.

Jacqueline
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Antwort#16
.... eine Monoschallquelle ist eine - Überraschung! - Monoschallquelle...
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Antwort#17
"... eine Monoschallquelle ist eine - Überraschung! - Monoschallquelle ..."
Beim natürlichen Hören ud beim Stereohören ist eine punktförmige Monoquelle immer ein ungewöhnlicher "Sonderfall".
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Antwort#18
Nur das Toms nach links und rechts drehen so überhaupt nix mit stereo zu tun hat.
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Antwort#19
Hallo,
weils ja bei zwei eng nebeneinanderstehenden Mikros keinen Kammfilter gibt...
Aha. Wo gibt es denn den? Die beiden Mikros werden hart L und R gerouted, also elektrisch ist das ohne Probleme. Akustisch wird es sicherlich auch Kammfiltereffekte geben, diese sind aber laut Erfahrung akzeptabler und nicht störend.
gr.
Dirk
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Antwort#20
Hallo Dirk,

wie gehst Du denn dann bei Aufnahme eines ganzen Orchesters vor? Deiner Theorie nach, müßtest Du als Stützen lauter Stereomikrofone(anordnungen) haben. Das aber ist nicht üblich. Oder entscheidest Du Dich hier für die "Triviallösung", d.h.: Verzichtest Du dann gänzlich auf exponierte Mittenabbildungen durch Mittelstellung Panpot. So ganz kann Ich Deine Auffassung nich nachvollziehen, weicht sie doch sehr stark von der allgemein üblichen Praxis ab?

Grüße
Rainer
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