Stereotechnik Im Livebetrieb

Erstellt 43 Antworten44 Beiträge
Antwort#41
Moin...
"ich will gar nichts revolutionieren - ganz im Gegenteil. Ich konstatiere etwas und versuche Erklärungen zu finden. Wenn diese den Sachverhalt nicht richtig beschreiben, dann habe ich etwas falsch gemacht. Ich lerne gerne etwas hinzu."
Ich auch - das ganze war auch etwas provozierend gemeint. Ich wollte dich animieren, deine Überlegungen mal "von vorne" niederzuschreiben, und nicht ausgehend "von hinten" brucjstückhaft zu offenbaren. Vielleicht übersehe ich ja auch etwas ganz elementares - nur fällt es mir immer leichter, Überlegungen anderer nachzuvollziehen, wenn sie in einer strukturierten Form daherkommen.
"Bloss hast Du suggeriert, dass durch Äquivalenz für Mittenabbildung eines Mikrofons und einem kleinen AB die Folge ist L = R, und dem ist eben nicht so. Unser Gehör fasst einiges zusammen in einem Zeitintervall, in dem auch frühe Reflektionen eintreffen."
Also, ich denke wir sind und einig, dass für den Direktschall gilt: Quelle im Center bedeutet L = R - jedenfalls was die Laufzeiten betrifft.
Mit der Rezeption von allen möglichen weiteren Klanganteilen (Early reflections, Hall, ...) hast du recht. Nur: Entweder sind viele Pfade beteiligt, dann gehen wir in Richtung diffuser Raumhall, oder wir haben eine dominante, diskrete Reflexion.
Die hast du dann aber in jedem Mikrofon separat! Nehmen wir mal das Beispiel mit dem (glatten) Boden.
Bei Einzelmikrofonie hast du den Direktschall und die erste Reflexion vom Boden mit einer Laufzeitdifferenz dt. Das erzeugt in diesem Mikrofon einen gewissen Kammfiltereffekt, der dann per Panpot auf beide LS abgebildet wird.
Bei einem AB hast du _die_gleiche_ Differenz dt für jedes Mikrofon (weil die Reflexion aus einer Ebene senkrecht zur Verbindungslinie der Mikrofone kommt) - d.h. der Kammfiltereffekt aufgrund der Bodenreflexion ist exakt der gleiche. Und auch hier wird durch hartes L-R-Panning dieser am Mikrofon schon entstehende Kammfilter auf beide Mikrofone verteilt.
Anders wäre es, wenn die Reflexion von der Seite käme. Da würde beide Mirkofone tatsächlich verschiedene dt "sehen" und hätten verschieden ausgeprägte
Kämme. Das kann tatsächlich in der Wahrnehmung den KF tatsächlich mildern. Dafür erzeugst du allerdings, wenn das "harte" Panning auch nur geringfügig aufgeweicht wird, neue KF-Effekte durch die Verwendung mehrerer Mikrofone.
Ganz zu schweigen von Übersprechen benachbarter Stütz-Paare.
"Nochmals: ich konstatiere nichts anderes, als dass eine Aufnahme mit einem Stereopaar wie in einem vorigen Posting beschrieben bedeutend weniger Probleme auf der Wiedergabeseite aufweist, als wenn sie mit 1 Mikro gemacht wurde. Das ist der Ausgangspunkt. Gerne lasse ich mir erklären, was der tatsächliche Grund dafür ist. Ich glaube, dass es die Verteilung der Direkt- und Reflektionssignale ist."
Es mag sein, dass eine Vielzahl von Gründen für ein Stereopaar spricht. Die unnatürlich punktförmige Abbildung eines eigentlich ausgedehnten Klangkörpers beim Einzelmikrofon, das Verhältnis zwischen Direkt- und Diffusschall und Reflexionen etc. - allein die Aussage, es gebe weniger Kammfiltereffekte bei MEHR Mikrofonen vermag mich nicht wirklich zu überzeugen.
Dazu würde ich gerne Hörbeispiele hören, die unter vergleichbaren Bedingungen entstanden sind. Bezogen auf ausgeprägte KF dürfte da auch ein MP3-File reichen.
Übrigens: eine ganz simple Überlegung sollte eigentlich das ganze schnell entkräften. Wenn ein Stereo-AB tatsächlich weniger KF erzeugen sollte, dann müsste sich bei jedem Einzelsignal dieses AB ein deutlich größerer KF zeigen als in der Stereowiedergabe. Und genau das bezweifle ich...
Jens
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Antwort#42
Moin...
"Panning wird mit den Fadern gemacht. Ab und zu drehe ich das Mikrofonpaar auch ein wenig dementsprechend, um "mitzuhelfen"."
Das bedeutet aber, dass du bei Instrumenten "an der Seite" schon wieder verdächtig nah an der Einzelstütze bist - ob du nun das AB drehst (eins der beiden Mikros ist deutlich näher an der Quelle) oder mit den Fadern einen Pegelunterschied erzeugst...
Jens
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Antwort#43
Das ist sogenanntes "Ping- Pong- Stereo". Sollte von den alten Beatles- Platten bekannt sein :-)
SNCR Jörg
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Antwort#44
Das ist sogenanntes "Ping- Pong- Stereo".
Du meinst sicher Doppel-Mono :-)
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