Übersprechen der Spuren bei 8-Spur Bandmaschine

Erstellt 9 Antworten10 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo
Habe meine alte Tascam TSR-8 nach Jahren wieder angeschlossen, um alte Aufnahmen zu hören. Leider übersprechen sich Spuren gegenseitg. Die jeweils andere Spur ist leicht, wie mit Hall noch mitzuhören. Kann das an meinem alten Mischpult liegen, das die Spuren damals nicht richtig getrtennt hat? oder passiert sowas wenn das Band lange lagert?`Inwiefern ist das eigentlich bei Bandmaschinen normal, das sie übersprechen?
gruss
Chris
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Antwort#2
Moin,
wenn du von 'Übersprechen mit Hall' sprichst, fällt mir spontan der Kopiereffekt ein, der früher je nach Bandsorte mehr oder weniger ausgeprägt war. Kopiereffekt heisst, dass auf dem Bandwickel eine Lage ihren Magnetismus auf die nächste Lage 'kopiert' .
gruss
GerhardS
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Antwort#3
Also der kopiereffekt tritt bei allen analogen gwickelten Bandaufzeichnungen auf.
Hörbar ist er durch ein "Vor-Echo".
Man empfiehlt die Bänder mind. einmal im Jahr umzuspulen.
Bei einer digitalen Aufzeichnung kann dies eigentlich nicht passieren, da das Signal ja digital, sprich mit positiver und negativer Bandsättigung Aufgezeichnet wird.
Ein Kopiereffekt kann also hierbei nicht auftreten, da der kopierte Wert nie die Amplitude bzw. den Sättigungswert der Originalspur erreichen kann.
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Antwort#4
Deshalb waren/sind analoge Magnetbänder immer 'vorgespult' zu lagern. Denn Nachechos wurden vom Audio maskiert und somit weniger auffällig, als Vorechos.
Allerdings erklärt der Kopiereffekt nicht das hier beschriebene Übersprechen von einer Spur zur anderen, oder?
Ich würde empfehlen, die Aufnahmen von analog auf digital umzukopieren.
Archivieren ist aber immer eine heikle Sache, die in Zukunft noch so manche Probleme bereiten wird, grad wenn es um unersetzbare Aufnahmen und Tondokumente geht. Bei mir gibts ein paar DAT-bänder aus der ersten Hälfte der 90er, also ca.14 jahre alt, mit so einer hohen Fehlerrate, dass sie sich vermutlich nicht mehr zufriedenstellend restaurieren lassen, einige meiner allerersten selbstgrbrannten CDs auch so ca. 10 Jahre alt haben keine Spiegelschicht mehr und sind inzwischen nicht mehr lesbar. Bei längerfristiger Archivierung muss man wirklich aufpassen. Eigentlich sollte man alle seine Aufnahmen alle paar Jahre kontrollieren und gegebenenfalls umkopieren. Als Schwierigkeit kommt hinzu, dass die Lebensdauer der digitalen Tonträgerformate so kurz sind.
Ist meine Befürchtung, dass langfristige Archivierung ein grosses Problem darstellt, übertrieben? Wie handhabt Ihr das? Ich finde das ein äusserst wichtiges Diskussionsthema.
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Antwort#5
Hallo
Ein Kopiereffekt ist es glaub ich nicht, den kenn ich von alten Hi-Fi Kasetten, wo ich als Kind immer gestaunt habe wie so etwas kommen kann :-)))
Also, Ich höre auf Spur 1 nicht nur den Gesang, sondern auch leise die Gitarre von Spur 2 zeitgleich aber wie mit Reverb versetzt. Ich werde bald mal ne neue Aufnahme starten und schauen ob es richtig trennt. Ich hoffe es lag an der Lagerung des Tonbands, und ist kein Fehler der Bandmaschine. Ausserdem werde ich das Band mal sauber machen. (Empfehlung von Quantegy/Ampex: Ein Stück Wildleder zwischen die Finger nehmen und das Band durchsausen lassen) muss ich unbedingt mal probieren. Danke für die Tips einstweilen, lang lebe die analoge Audiotechnik...
mfg
Chris
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Antwort#6
Hallo Chris,

wie von den anderen Kollegen schon gesagt, handelt es sich hier um einen Kopiereffekt. Ich gehe davon aus, daß die Bänder mit 38 cm/s aufgenommen sind. Leider ist es so, daß gerade bei den hohen Bandgeschwindigkeiten der Kopiereffekt am größten ist. Das liegt an den langen Wellenlängen.
Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit den Kopiereffekt zu reduzieren: Das Band in "deutscher Schichtlage" zu lagern, also verschränkt umspulen und wieder zurück, sodaß die Magnetschicht außen liegt. Dann kehren die Vorechos zu Nachechos um die weniger störend sind.
Man kann den Kopiereffekt löschen in dem man wie folgt vorgeht:
Nimm einen Schnippel Tonband von der Breite Deiner besagten Bänder und magnetisiere es mit einem dicken Dauermagnet auf! (Nutzbänder dabei in großer Entfernung legen !!). Klebe den aufmagnetisierten Bandschnippel mit Klebeband auf den Löschkopf oder an eine Bandführung und lasse anschließend das Band mehrmals im schnellen Vor-/Rücklauf an diesem Bandschnippel angelegt vorbeilaufen. Da die durch den Kopiereffekt verursachte Magnetisierung nicht sehr stabil ist, wird sie durch das Magnetfeld des aufmagnetisierten Bandschnippels gelöscht, das Nutzsignal - das durch die bei der Aufnahme aktiven Vormagnetisierung stabil ist - wird dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Nach Beendigung der Aktion den Banschnippel wieder entfernen.

MfG
Rainer
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Antwort#7
auch eine gute Idee. Ich habe gerade ein paar spuren aufgenommen und es funktioniert alles einwandfrei. Wird wohl doch das lange lagern gewesen sein
mfg
Chris
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Antwort#8
Hallo,
verwalte im Nebenjob ein Tonarchiv einer Kirchlichen Eirichtung,
Inhalte der Bänder: Reden, Gottesdienste und Eröfnungsfeiern.
Aufnahmematerial: AEG KL25-LGS
durchschnittliches Alter 35 Jahre
max. Alter: 55 Jahre
Geschwindigkeiten 9,6 u. 19 cm/s; 2-Spur
Aufanhmemaschine & -mikros: unbekannt
Die Bänder sind in tadelosem Zustand, abgespielt werden sie auf einer PR99-MK III und einer A77 4-Spur.
Alle Kopieranfragen werden direkt von den Originalen gezogen. Die ersten Sicherheitskopien auf DAT sind ebenfalls noch brauchbar, die auf CD-R (Kodak Rohlinge von 1993) habe ich bereits weggeworfen.
Das Anfertigen und Kontrollieren von Sicherheitskopien macht viel Arbeit die nicht immer von dauerhaften Nutzen ist.
Von den Original-Bändern wurde bisher keines bei Überspielungen beschädigt.
Soweit meine Erfahrungen dazu!
Beste Grüße
Hardy
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Antwort#9
Hallo Stefan,

über das Thema "Archivierung" wurde auch schon ernsthaft auf den Tonmeistertagungen diskutiert. Ich habe meine ganzen Analogbänder vor ein paar Jahren auf DAT überspielt und werde diese dann sukzessive auf Harddisk überspielen und von dieser HD nochmal eine Sicherheitskopie anfertigen. Eine zeitlang habe ich auf Exabyte (DDP-Protokoll) archiviert, das ist zwar sehr datensicher, aber zu platzintensiv, vom Preis her teurer als DAT.
Bei den "grünen" CDR's habe ich auch Bedenken, weniger allerdings bei den Gold-Gold-Rohlingen. Aber ob diese nicht nach einigen Jahren nicht auch schlecht werden - wie immer man das definiert - ist die bange Frage aller Archivatoren.
Meines Erachtens ist die Harddisklösung mit Havarieredundanz die derzeit beste.

Grüße
Rainer
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Antwort#10
Wem ist der Name "Georges Quellet" ein Begriff?
Er ist der Entwickler und früherer Geschäftsführer der Firma "Stellavox".
Als man ihn mal fragte ob er denn keine digitalen Aufnahmegeräte auf den Markt bringen wolle, soll er geantwortet haben: "Die Stabilität !!!" , womit er die Langzeitstabilität der Bandmagnetisierung meinte.
Ich glaube so ganz verkehrt lag er da mit seiner Auffassung nicht - zumindest sollte man über diese Aussage heut mal verstärkt nachdenken.

RG
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